Kryptowährungen: Nagel fordert Regulierung für Stablecoins
Durban. Bundesbankchef Joachim Nagel warnt vor möglichen Risiken durch Kryptowährungen. Mit solchen Finanzprodukten seien beispielsweise für den Fall hoher Marktvolatilität Gefahren verbunden, sagte Nagel am Freitag beim G20-Gipfel im südafrikanischen Durban: „Und da müssen wir Gas geben bei der Regulierung, noch stärker zugreifen und schauen, was wir tun können, um Schlimmeres zu verhindern.“ Nagel hat dabei vor allem so genannte Stablecoins im Blick, die eine etablierte Währung wie Dollar oder Euro möglichst genau nachzeichnen.
Er äußerte sich damit vor dem Hintergrund der Entwicklung in den USA. US-Präsident Donald Trump hatte am Freitag den so genannten Genius Act unterzeichnet. Der sieht eine Regulierung von Stablecoins vor. Dazu gehört, dass sie mit US-Staatsanleihen hinterlegt werden müssen. Das stützt auch den Markt für diese wegen der hohen US-Staatsverschuldung zuletzt unter Druck geratenen Papiere.
Im Jahr 2022 war ein unter dem Namen LUNA bekannter US-Stablecoin zusammengebrochen. Damit wurde deutlich, dass eine algorithmisch gesteuerte Kontrolle der umlaufenden Menge an Stablecoins allein nicht garantieren kann, dass deren Wert fest an die abgebildete Währung gebunden bleibt. Es braucht auch eine glaubhafte Absicherung durch hinterlegtes Vermögen.