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Börse New YorkWall Street schließt im Plus – Chip-Aktien geraten unter Druck

Kurz vor dem langen Wochenende haben die Anleger in den USA noch deutlich zugegriffen. Der Ausblick von Micron trübte aber die Stimmung im Chipsektor. 01.07.2022 - 23:09 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Die Aktienmärkte in New York haben ein schwaches Halbjahr hinter sich.

Foto: AP

New York. Nach dem schlechtesten Börsenhalbjahr seit Jahrzehnten hat sich die Wall Street vor dem langen Feiertagswochenende in den USA etwas erholt. Der Dow Jones gewann 1,1 Prozent auf 31.097 Punkte. Der technologielastige Nasdaq rückte 0,9 Prozent auf 11.128 Punkte vor und der breit gefasste S&P 500 legte 1,1 Prozent auf 3825 Punkte zu. Das Wochenfazit war jedoch negativ: Der Dow verlor 1,3 Prozent, der S&P 2,2 Prozent und die Nasdaq 4,1 Prozent. Der S&P hatte am Donnerstag seine schwächsten ersten sechs Monate seit 1970 hinter sich gebracht. Am Montag bleiben die Märkte in den USA wegen eines Feiertages geschlossen.

Auch die zweite Jahreshälfte dürfte angesichts sich verschärfender Rezessionsrisiken volatil werden, sagte Investmentexperte Kunal Sawhney vom Research-Haus Kalkine. „Die Fed sagt, dass sie die Zinssätze erhöhen wird, und wenn sie die Inflation kontrollieren will, wird die Wirtschaft kurzfristig und in den nächsten mindestens sechs bis zwölf Monaten einige Schmerzen erleiden.“

Skeptisch zeigte sich auch John Higgins, Chefökonom Märkte beim Beratungsunternehmen für Wirtschaftsforschung Capital Economics. Er gehe nach der Dürrephase im ersten Halbjahr auch für die zweite Jahreshälfte nicht von einer positiven Kursentwicklung an der Wall Street und am US-Anleihemarkt aus, schrieb der Experte in einer aktuellen Publikation. Denn die US-Notenbank Fed dürfte die Zinsen stärker anheben und anschließend länger auf diesem Niveau lassen als derzeit eingepreist.

Angesichts der zunehmenden Rezessionsängste habe der Markt inzwischen zudem begonnen, die Auswirkungen auf die Gewinnaussichten der Unternehmen zu bewerten, kommentierte Experte Stephen Innes von Spi Asset Management. Aktuelle Daten aus der weltgrößten Volkswirtschaft fielen mäßig aus.

So sank die Stimmung in der Industrie im Juni deutlicher als erwartet auf ein Zweijahrestief, wie der Einkaufsmanagerindex des Institute for Supply Management (ISM) belegt. Der Stimmungsindikator, der als Gradmesser für das gesamtwirtschaftliche Wachstum gilt, liegt aber immerhin weiter deutlich über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Derweil halten die Schwächesignale vom US-Häusermarkt an: Die Bauausgaben im Mai gingen gegenüber dem Vormonat leicht zurück, während Analysten mit einem Anstieg gerechnet hatten.

Auch die im Juni stark verlangsamte US-Produktionstätigkeit bestärkte die Skepsis der Anleger. „Die Leute hoffen, dass wir eine bessere zweite Hälfte haben, aber der Beweis wird in den Zahlen liegen, und das erste, wonach sie suchen werden, ist, wie schlecht die Gewinne sein werden“, sagte Joe Saluzzi, leitender Händler bei Themis Trading. Immer mehr Investoren fürchteten, dass der Mix aus hoher Inflation und Angebotsverknappungen auf der Energieseite die USA ebenso wie die Euro-Zone in die Rezession zwingen dürften, sagte Helaba-Strategin Claudia Windt. Europas Börsen hatten uneinheitlich geschlossen.

Der US-Anleihemarkt erwartet im Juni einen deutlichen Zinsschritt von mindestens 75 Basispunkten. Eine niedrigere Anhebung könnte nun falsche Signale senden, analysiert Markus Koch.

Blick auf die Einzelwerte:

Micron/ Chip-Sektor: Die Stimmung im Chipsektor trübte der Ausblick von Micron. Der Umsatz im laufenden Quartal werde unter den Markterwartungen liegen, teilte das Speicherchip-Unternehmen mit. Damit löste es Besorgnis unter den Investoren aus, dass sich die Chipindustrie in einen Abwärtszyklus begeben könnte. Micron-Aktien fielen um 2,9 Prozent. Andere Chip-Aktien wie Qualcomm, Advanced Micro Devices und Texas Instruments gaben um bis zu 3,6 Prozent nach.

Kohl's: Eine Absage an die Übernahme durch die Franchise Group löste bei Kohl's einen Kursrutsch aus. Die Aktien der Kaufhauskette brachen um 19,6 Prozent ein. Als Grund für das Scheitern nannte der Konzern die sich verschlechternden Marktbedingungen.

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Meta: Aktien von Meta sackten knapp ein Prozent ab. Der Facebook-Mutterkonzern stimmte seine Mitarbeiter intern auf schwierige Zeiten ein. So sollten die Teams nicht mit umfangreichen Neueinstellungen von Ingenieuren oder neuen Budgets rechnen.

GM: Derweil verzeichneten die Anteilsscheine von General Motors (GM) ein Plus von knapp anderthalb Prozent, obwohl der Autobauer für das zweite Quartal einen deutlichen Absatzrückgang berichtet hatte. Der Konzern kämpft weiter mit Lieferkettenproblemen und einem hartnäckigen Mangel an Computerchips. Zudem blieb der in Aussicht gestellte Quartalsgewinn deutlich hinter der Konsensschätzung zurück.

rtr
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