Dax aktuell: Dax vor Fed-Protokollen im Minus – Ölpreis gibt nach
Düsseldorf. Am deutschen Aktienmarkt hat sich die Konsolidierung auf hohem Niveau fortgesetzt. Hatte der Leitindex Dax am Pfingstmontag noch leicht zugelegt, ging es am Dienstag wieder etwas abwärts. Marktteilnehmer führten das Auf und Ab des Dax unterhalb der Marke von 19.000 Zählern auf das Fehlen von Impulsen seitens der Unternehmen und der Konjunktur zurück.
Letztlich verlor der Dax 0,22 Prozent auf 18.726 Punkte. In der vergangenen Woche hatte der Leitindex knapp unter 19.000 Zählern ein Rekordhoch erreicht. Seit Jahresbeginn bringt es der Index auf ein Plus von mehr als elf Prozent. Der MDax der mittelgroßen Werte schloss am Dienstag 1,13 Prozent tiefer bei 27.172 Punkten.
Die Handelsspanne blieb vergleichsweise gering: Zwischen Tageshoch und -tief lagen nur 131 Punkte. „Die Investoren müssen sich derzeit in Geduld üben“, sagte Jochen Stanzl von CMC Markets gegenüber Reuters. „Wirklich neue Anreize, Aktien jetzt zu kaufen, gibt es nicht.“
In Zurückhaltung übten sich Anleger auch mit Blick auf die am Mittwochabend anstehende Quartalsbilanz des Chip-Giganten Nvidia. Der Trendsetter in Sachen Künstliche Intelligenz ist an der Börse 2,3 Billionen US-Dollar wert. Angesichts der hohen Erwartungen am Markt machte Stratege Jürgen Molnar von Robomarkets „viel Enttäuschungspotenzial“ aus.
Gewinner im Dax war die Aktie von Hannover Rück mit einem Plus von 1,5 Prozent. Schwächste Werte waren Infineon, dessen Kurs um drei Prozent sank. Die Aktie von Vonovia verlor 2,4 Prozent.
Ein Sprung über die Marke von 19.000 Punkten gelang am Dienstag nicht. „Nach der Fülle an Allzeithochs sollten Gewinnmitnahmen niemanden überraschen“, sagte Thomas Altmann von QC Partners. Am Pfingstmontag hatte der Dax nach einem impulsarmen Handel 0,4 Prozent höher bei 18.769 Punkten geschlossen.
In den USA wie auch in Asien hielten sich die Anlegerinnen und Anleger am Dienstag vor den anstehenden geldpolitischen Impulsen zurück. Denn am Mittwoch steht die Veröffentlichung der jüngsten Fed-Protokolle an. Von ihnen erhoffen sich Marktteilnehmende Hinweise auf die künftige Geldpolitik der US-Notenbank – insbesondere darauf, wann eine erste Zinssenkung anstehen könnte.
In Deutschland stehen die Erzeugerpreise für den April im Fokus. Wie das Statistische Bundesamt bereits vor Handelsbeginn mitteilte, sind die Erzeugerpreise für gewerbliche Produkte zuletzt um 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gesunken. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit einem Rückgang um 3,1 Prozent gerechnet.
Der wichtigste Grund für diesen Rückgang waren demnach günstigere Energiepreise. Gegenüber dem Vormonat März stiegen die Preise um 0,2 Prozent.
In der Statistik werden die Preise für Produkte geführt, bevor sie weiterverarbeitet werden oder in den Groß- und Einzelhandel kommen. Die Daten lassen Rückschlüsse auf die Inflationsentwicklung zu – und diese wiederum ist entscheidend für die weitere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB).
Blick auf Öl und Bitcoin
Für Unmut sorgten jüngste Aussagen von Vertretern der US-Notenbank Fed, die Zweifel an einer baldigen Lockerung der Geldpolitik weckten. Anlegerinnen und Anleger fürchten, dass die aktuell hohen Zinsen der Konjunktur schaden. Spekulationen auf eine schwächere Ölnachfrage drückten den Preis, sagt Toshitaka Tazawa von Fujitomi Securities gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.
Der Bitcoin hat am Dienstag zwischenzeitlich den höchsten Stand seit Anfang April erreicht. In der Spitze stieg die bekannteste Kryptowährung auf fast 72.000 US-Dollar. Am Mittag fiel der Kurs dann wieder. Zuletzt kostete ein Bitcoin der Plattform Coinmarketcap zufolge noch 69.810 Dollar.
Blick auf Einzelwerte
Generali: Italiens größter Versicherer hat im ersten Quartal besser abgeschnitten als erwartet. Der bereinigte Nettogewinn erreichte 1,12 Milliarden Euro und lag damit zwar neun Prozent unter dem von einem Einmalbetrag getriebenen Vorjahreswert. Analysten hatten aber nur mit 979 Millionen Euro gerechnet. Dank des diversifizierten Versicherungs- und Vermögensverwaltungsmodells und der soliden Kapitalposition sei Generali auf dem richtigen Weg, alle Ziele zu erreichen, erklärte Finanzvorstand Cristiano Borean. Die Papiere verlieren trotzdem 1,5 Prozent.
Kontron: Ein Auftrag für die Fertigung intelligenter Ladestationen für Elektroautos verleiht den Papieren der IT-Firma Auftrieb: Die Aktien gewinnen 3,4 Prozent und war damit der größte SDax-Gewinner. Das Auftragsvolumen beträgt im ersten Schritt mindestens 200 Millionen Euro, teilte das Unternehmen mit.