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Dow Jones, Nasdaq, S&P 500US-Regierung kündigt Hilfspaket an – Dow Jones wieder über 21.000 Punkten

Der US-Leitindex fällt zunächst unter 20.000 Punkte. Dann sorgen angekündigte Hilfsmaßnahmen von Regierung und Notenbank für satte Kursgewinne.Reuters , dpa , Andreas Neuhaus und Tom Körkemeier und Tobias Pastoors 18.03.2020 - 00:27 Uhr aktualisiert

Die US-Börsen haben sich am Dienstag erholt.

Foto: AP

New York. Nach dem Börsenabsturz zum Wochenstart haben sich die US-Aktienmärkte am Dienstag etwas erholt präsentiert. Der Dow Jones Industrial eroberte die Marke von 21.000 Punkten zurück und schloss mit einem Gewinn von 5,19 Prozent bei 21.237 Punkten. Der marktbreite S&P 500 endete am Dienstag mit einem Plus von 6 Prozent bei 2529 Punkten. Der technologielastige Nasdaq 100 legte um 6,46 Prozent auf 7473 Punkte zu.

Zwischenzeitlich war der Dow Jones das erste Mal seit Februar 2017 unter die Marke von 20.000 Punkten gefallen. Letztendlich sorgten aber Entscheidungen der US-Regierung und der US-Notenbank Fed für eine Trendwende.

So gab die US-Regierung am Dienstag bekannt, dass sie Bargeld an die Bürger verschicken will. „Wir wollen unverzüglich Schecks verschicken. Amerikaner brauchen jetzt Cash, und damit meine ich in den nächsten zwei Wochen“, sagte US-Finanzminister Steven Mnuchin in einer Pressekonferenz.

Wie hoch diese Schecks sein werden, werde gerade noch ermittelt. „Die Märkte sollten auf jeden Fall offen bleiben. Amerikaner brauchen Zugang zu ihrem Geld. Wir könnten jedoch zu einem Punkt gelangen, an dem wir die Handelsstunden verkürzen müssen.“

Zudem plane die Regierung Hilfsmaßnahmen für kleine und mittelständische Unternehmen, sagte Mnuchin. „Wir wollen etwas Großes auf den Weg bringen“, betonte US-Präsident Donald Trump.

Bis zu 850 Milliarden Dollar sollen in die Wirtschaft der Vereinigten Staaten gepumpt werden. Diese Notfallmaßnahme solle die Wirtschaft ankurbeln und die ökonomischen Bedrohungen durch das grassierende Virus abfedern.

Notenbank kauft Anleihen mit kurzer Laufzeit

Zum anderen beruhigte die US-Notenbank Fed mit der Ankündigung von weiteren milliardenschweren Hilfsmaßnahmen die Märkte. Diese verkündete am Dienstag, dass sie wegen der Corona-Krise Anleihen mit kurzer Laufzeit von Banken und anderen Unternehmen kaufen wird. Dieses Instrument hatte die Federal Reserve zuletzt während der Finanzkrise 2007 bis 2009 genutzt. Es gehe darum, trotz Wirtschaftskrise die Kreditvergabe in Gang zu halten. Ihre für diese Woche turnusgemäße Sitzung hatte die Fed wegen der Coronakrise vorverlegt.

Die Fed kündigte zudem an, den rund zwei dutzend Primärhändlern an der Wall Street kurzfristige Kredite zu günstigen Konditionen anzubieten. Diese Finanzakteure spielen eine wichtige Rolle im Geschäft mit Anleihen und anderen Vermögenswerten. Ihnen will die Fed ab dem 20. März 90-tägige Kreditspritzen anbieten. Mit dem Schritt will die Notenbank unter anderem für weiterhin funktionierende Märkte sorgen.

Am Montag waren die US-Börsen so stark abgestürzt, dass der Handel gleich zu Beginn automatisch ausgesetzt wurde. Der Dow-Jones verlor über den Tag 12,9 Prozent, beim S&P 500 und an der Nasdaq ging es zwölf Prozentpunkte abwärts.

Am Wochenende hatte Peter Atwater, Professor der Wiliam & Mary University in Delaware, eine Debatte darüber angestoßen, ob die US-Börsen für eine gewisse Zeit schließen sollten. So hatten die Börsen auch auf die Terroranschläge vom 11. September reagiert. Damals schlossen die Aktienmärkte für knapp eine Woche.

Stacey Cunningham, die Chefin der New York Stock Exchange, hält davon jedoch nichts. Auf Twitter schrieb sie: „Es ist wichtig, dass die Märkte offen bleiben und ordnungsgemäß funktionieren – was sie tun.“

Analysten: Weltweite Rezession

Unterdessen haben Analysten von Morgan Stanley und Goldman Sachs neue Prognosen für die weltweite Konjunktur veröffentlicht. Beide Institute gehen inzwischen von einer weltweiten Rezession aus. Morgan Stanley schätzt dabei die globale Wachstumsrate noch auf 0,9 Prozent, Goldman Sachs hingegen auf 1,25 Prozent.

Die US-Industrie tritt derweil fast auf der Stelle. Im Februar wurde die Produktion kaum hochgefahren. Die Betriebe stellten 0,1 Prozent mehr her als im Vormonat, wie die Notenbank (Fed) am Dienstag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten hingegen mit einem Plus von 0,3 Prozent gerechnet. Die gesamte Produktion – zu der auch Versorger und Bergbau beitragen – stieg um 0,6 Prozent und damit etwas stärker als erwartet.

In New York besonders gefragt waren am Dienstag Aktien von Versorgern, Konsumgüter- und Immobilienkonzernen. Auch bei Pharmawerten griffen die Anleger zu. So auch bei Pfizer, das sich mit dem Mainzer Unternehmen Biontech auf eine Zusammenarbeit bei der Suche nach einem Corona-Impfstoff geeinigt hat und dafür mit einem Kursaufschlag von 2,8 Prozent belohnt wurde. Biontech-Papiere schossen in Frankfurt mehr als 60 Prozent in die Höhe.

Unter den Einzelwerten standen erneut die Aktien von Boeing im Fokus, die zeitweise um mehr als 20 Prozent einbrachen und den tiefsten Stand seit dem Jahr 2013 erreichten. Später berappelten sie sich aber deutlich und gingen mit einem Minus von „lediglich“ 4,2 Prozent aus dem Handel. Am Montag hatten die Boeing-Titel fast 24 Prozent verloren und damit seit Beginn des freien Falls vor knapp vier Wochen rund zwei Drittel an Wert eingebüßt.

Trump erwägt Hilfen für Boeing

Unterdessen erwägt US-Präsident Donald Trump Hilfen für den kriselnden Flugzeugbauer. „Wir schauen natürlich auf Boeing“, sagte Trump am Dienstag in Washington. Die Firma habe schwer mit vielen Problemen zu kämpfen. Ein Firmensprecher sagte, Boeing habe US-Bundeshilfen für sich und Zulieferfirmen beantragt.

Die am Vortag unter die Räder gekommenen Aktien von Fluggesellschaften erlitten ebenfalls weitere Verluste. Delta Air Lines und United Airlines sackten um 11,4 Prozent beziehungsweise 13,5 Prozent ab. Aufgrund der enormem geschäftlichen Schäden, die die rapide Ausbreitung des Virus hinterlässt, wollen die US-Fluglinien Staatshilfen im Volumen von über 50 Milliarden Dollar beantragen.

Bei den Aktien von Amazon ging es hingegen um gut 7 Prozent nach oben. Der weltgrößte Online-Händler will einem starken Anstieg der Bestellungen aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus mit einer Einstellungsoffensive begegnen. Das Unternehmen hatte am Montagnachmittag (Ortszeit) angekündigt, in den USA 100 000 zusätzliche Voll- und Teilzeitkräfte für Lager und Auslieferung anzuheuern, um die gestiegene Nachfrage bewältigen zu können.

Die Papiere von Clorox setzten ihre steile Aufwärtsbewegung mit einem Gewinn von mehr als 13 Prozent fort. Der Hersteller von Desinfektionslösungen profitiert wegen der Viruspandemie derzeit von einer hohen Nachfrage nach seinen Produkten.

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