Dow Jones, S&P 500, Nasdaq: Anleger zurückhaltend angesichts des Krieges zwischen Israel und dem Iran
- Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss am Freitag unverändert bei 42.206 Punkten.
- Der Technologiebörse Nasdaq verlor indes 0,5 Prozent auf 19.447 Zähler.
- Der breit gefasste S&P 500 geht bei 5976 Punkten aus dem Handel.
An der New Yorker Börse wurde am Freitag wieder gehandelt. Am Donnerstag blieb die Wall Street aufgrund des nationalen Feiertages „Juneteenth“ in den USA geschlossen. Am 19. Juni wird an die Befreiung der afroamerikanischen Bevölkerung aus der Sklaverei erinnert.
Israel weitete die Luftangriffe auf den Iran aus. Im Gegenzug traf der Iran die israelische Hafenstadt Haifa stark. Die dänische Reederei Maersk kündigte an, den Mittelmeer-Hafen vorerst nicht mehr anzulaufen. Für den deutschen Branchenprimus Hapag-Lloyd läuft der Betrieb in der Straße von Hormus bislang ohne Unterbrechung weiter. Der Konzern teilte mit, er verfüge über keine eigenen Schiffe, die Israel beziehungsweise die Hafenstadt Haifa anliefen.
Derzeit stehen die Zeichen im Nahost-Konflikt etwas auf Entspannung. US-Präsident Donald Trump hatte am Donnerstag durchblicken lassen, er wolle binnen zwei Wochen entscheiden, ob die USA sich an den Angriffen auf den Iran beteiligen. Damit sei die Sorge einer unmittelbaren US-Intervention zwar geringer geworden, sagte Dan Coatsworth, Investmentanalyst bei AJ Bell. Dennoch werde die Frage nach einem möglichen Eingreifen der USA die Märkte weiter beschäftigen. Trump steckt auch deshalb in einer Zwickmühle, weil viele seiner US-Anhänger fordern, dass er sich an seine „America first“-Politik hält und sich aus Konflikten im Ausland heraushält.
Investoren hoffen, dass es in dem Konflikt um das iranische Atomprogramm zu einer diplomatischen Lösung kommt. Etwas hoffnungsvoll stimmte Investoren, dass der Iran nach Angaben aus Regierungskreisen grundsätzlich bereit ist, mit den Europäern über eine Begrenzung der Uran-Anreicherung in seinem Atomprogramm zu sprechen. Eine Reduzierung auf Null komme aber nicht infrage. Die Rolle der europäischen Mächte sei nun bedeutender, sagte ein iranischer Regierungsvertreter vor Gesprächen mit den Außenministern Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens in Genf.
Ölpreise sinken leicht
Sollte der Konflikt durch eine Militärintervention der USA eskalieren, droht auch am Ölmarkt Ungemach. Eine Sorge ist, dass Teheran die Straße von Hormus blockieren könnte. Durch die Meerenge entlang der Südküste des Irans werden täglich etwa 19 Millionen Barrel Öl aus verschiedenen Förderstaaten transportiert. Versorgungsengpässe dürften die Preise dann stark steigen lassen.
Am Freitag verbilligte sich der Rohstoff aber. Nordseeöl Brent kostete mit 77,29 Dollar je Fass 2,1 Prozent weniger, US-Öl WTI mit 74,93 Dollar 0,2 Prozent.
Trump gegen Powell setzt sich fort
Im Fokus der Wall Street stand weiter auch das Thema Preisdruck. Vertreter der US-Notenbank hatten am Mittwoch gewarnt, die Inflation könnte im Laufe des Sommers anziehen, wenn die wirtschaftlichen Auswirkungen von Trumps hohen Importzöllen greifen.
Am Freitag sagte Fed-Gouverneur Chris Waller, die Zentralbank sollte bei ihrer nächsten Sitzung Ende Juli eine Zinssenkung in Betracht ziehen, da die jüngsten Inflationsdaten moderat seien und ein Preisschock durch Zölle nur von kurzer Dauer sein werde. Er glaube nicht, dass infolge der Zollpolitik größere Inflationseffekte zu erwarten seien, sagte er am Freitag dem Sender CNBC. Die Daten der vergangenen Monate zeigten, dass die Trendinflation recht gut aussähe.
Unterdessen teilte Trump erneut gegen den obersten Notenbanker der Vereinigten Staaten, Fed-Chef Jerome Powell, aus. „Wir haben einen Dummkopf an der Spitze der Fed“, polterte der Republikaner am Mittwoch im Weißen Haus und auf der Plattform Truth Social.
Die US-Notenbank hat am Mittwoch über ihre Leitzinsen entschieden. Wie erwartet beließen die Notenbanker um den Fed-Chef Powell die Zinsen in der Spanne von 4,25 bis 4,5 Prozent. Experten rechnen im September mit einer Zinssenkung.
Trump übt immer wieder Druck auf die US-Notenbanker aus, damit sie den Leitzins senken. Powell wartet ab, wie die Wirtschaft auf Trumps Politik reagiert, und sitzt die verbalen Attacken geduldig aus. Waller wird neben anderen als ein möglicher Nachfolger Powells gehandelt, dessen Amtszeit im Mai 2026 abläuft.
Die Inflation in den Vereinigten Staaten liegt immer noch über dem Ziel der Federal Reserve von zwei Prozent. Zuletzt war sie auf 2,4 Prozent angestiegen. Aufgabe der US-Notenbank ist es, Vollbeschäftigung zu sichern und für Preisstabilität zu sorgen.
Blick auf die Einzelwerte
Kroger: Die Lebensmittelkette hat ihre Umsatzprognose angehoben, die Papiere stiegen um 9,8 Prozent.
Accenture: Accenture sackten um 6,9 Prozent ab, nachdem der IT-Dienstleister einen Rückgang der Auftragseingänge gemeldet hatte.
Mit Agenturmaterial