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Dow Jones, S&P 500, NasdaqHandelsschluss: Sorgen um hohe US-Inflation drücken Wall Street – Microsoft überholt Apple

Die Inflation in den USA ist im Dezember stärker angestiegen als erwartet. Die Anlegerinnen und Anleger reagieren negativ auf die Nachricht: Die US-Indizes notieren im Minus. 11.01.2024 - 22:49 Uhr aktualisiert

New York. Die Wall Street hat ihre anfänglichen Gewinne nach der Veröffentlichung der US-Inflationsdaten wieder abgebaut. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss am Donnerstag kaum verändert auf 37.711 Punkten. Der technologielastige Nasdaq stagnierte bei 14.970 Punkten. Der breit gefasste S&P 500 büßte 0,1 Prozent auf 4780 Punkte ein.

Die Kerninflation, bei der die schwankungsanfälligen Energie- und Lebensmittelpreise außen vor bleiben, sank in den USA im Dezember auf 3,9 von zuvor 4,0 Prozent. Von Reuters befragte Experten waren von einem Rückgang auf 3,8 Prozent ausgegangen. Die Investoren befürchten, dass die Zahlen die US-Notenbank dazu veranlassen, die ersehnte Lockerung der Geldpolitik zeitlich zu verschieben. Die Währungshüter versuchen, mit erhöhten Zinsen die hohe Inflation zu dämpfen.

„Bei diesen Zahlen ist es schwer vorstellbar, dass die Fed bei ihrer Sitzung im Januar auf eine Lockerung der Geldpolitik während der nächsten Sitzung im März hinweist“, sagte Michael Feroli, Chefvolkswirt der US-Großbank JP Morgan. Mehr als 65 Prozent der Anleger hoffen derzeit auf eine erste Zinssenkung im März. Fallende Zinsen beim Fed-Entscheid im Mai gelten als mehr oder weniger ausgemacht. Die meisten Analysten erwarten dagegen keine Lockerung der Geldpolitik vor der zweiten Jahreshälfte.

Bitcoin zeitweise über 49.000 Dollar

Am Ölmarkt trieben Sorgen um die Lage in Nahost die Preise erneut nach oben. Die Nordsee-Sorte Brent und US-Leichtöl WTI verteuerten sich um jeweils rund anderthalb Prozent auf 77,85 und 72,48 Dollar pro Barrel (159 Liter). Anlass war eine Mitteilung der britischen Marinebehörde UKMTO, wonach ein Öltanker in den Gewässern 50 Seemeilen östlich vor Oman gekapert worden sei.

Der Bitcoin knackte nach der Zulassung erster Bitcoin-Spot-ETFs in den USA die 49.000-Dollar-Marke. Mit 49.051,33 Dollar war die wichtigste Cyber-Devise zeitweise so teuer wie seit 2021 nicht mehr. Gewinnmitnahmen drückten sie allerdings kurz darauf zurück auf das Vortagesniveau von rund 46.000 Dollar. 

Die Anleger stürzen sich auf die ersten börsengehandelten Bitcoin-Fonds (ETFs). Nach Angaben der LSEG wurden bis Donnerstagnachmittag Bitcoin-Fonds im Wert von 4,6 Milliarden Dollar gehandelt. Elf Spot-Bitcoin-ETFs - darunter der iShares Bitcoin Trust von BlackRock, der Grayscale Bitcoin Trust und der ARK 21Shares Bitcoin ETF - begannen am Donnerstagmorgen mit dem Handel. Grayscale, BlackRock und Fidelity dominierten das Handelsvolumen, wie die LSEG-Daten zeigten. „Das Handelsvolumen war für neue ETF-Produkte relativ hoch“, sagte Todd Rosenbluth, Stratege bei VettaFi. „Aber dies ist ein längeres Rennen als nur ein einziger Handelstag." Die Börsenaufsicht SEC hatte am Mittwoch in einer wegweisenden Entscheidung für die Krypto-Branche grünes Licht für die ersten in den USA notierten börsengehandelten Bitcoin-Fonds gegeben.

Microsoft löst Apple zeitweise als wertvollste Firma ab

Bei anderen Einzelwerten überholte Microsoft Apple zeitweise als wertvollstes börsennotiertes Unternehmen der Welt. Der Erfolg der Investitionen des Software-Konzerns in den ChatGPT-Hersteller OpenAI trieb seinen Börsenwert um zwei Prozent auf 2,903 Billionen Dollar. Apple hatte zur gleichen Zeit eine Marktkapitalisierung von 2,871 Billionen Dollar.

Die Anteilsscheine von Boeing ließen 2,3 Prozent Federn. Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat eine formelle Untersuchung der jüngsten Sicherheitsprobleme bei Boeing angekündigt. Nach der Notlandung einer 737 MAX von Alaska Airlines wegen einer im Flug herausgebrochenen Kabinenwand am vergangenen Freitag hatte die FAA ein Flugverbot für 171 Flugzeuge dieses Typs verhängt. Nun erklärte die Behörde, sie werde prüfen, ob das Unternehmen bei der Einhaltung von Regeln versagt habe. Der Beinahe-Absturz bei Alaska Airlines „hätte nie passieren dürfen und darf sich nicht wiederholen“.

Blick auf die Einzelwerte

Citigroup: Die Papiere der Bank rutschten um 1,77 Prozent ab nachdem das Geldhaus bekannt gab, dass sie eine Rücklage in Höhe von 1,3 Mrd. US-Dollar zur Deckung von Risiken in Argentinien und Russland bilden wird.

Netflix: Ein Medienbericht über hohe Nutzer-Zahlen stützte indes die Aktie von Netflix. Netflix-Werbechefin Amy Reinhard sagte am Mittwoch dem Branchenblatt „Variety“, Netflix habe inzwischen mehr als 23 Millionen Kunden, die sein neues Werbe-Abo nutzen. Vor rund zwei Monaten seien es 15 Millionen gewesen. Die Papiere des Streamingdienstes gewannen nach der Veröffentlichung 2,91 Prozent.

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Coinbase, Bitfarm: Die SEC-Genehmigung für die ersten Bitcoin-ETFs drücken die Aktien von Unternehmen aus dem Kryptosektor. Die Papiere der Kryptobörse Coinbase verloren 6,7 Prozent, die der Blockchain-Farm-Betreiber Bitfarm hingegen gaben noch stärker nach und notieren bei minus 13.3 Prozent. 

rtr
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