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Dow Jones, S&P 500, NasdaqZinssorgen und Ukraine-Krise lasten auf US-Börsen – Dow Jones schließt im Minus

Angesichts wachsender Sorgen vor einer Eskalation des Ukraine-Konflikts laufen die Bemühungen um eine diplomatische Lösung auf Hochtouren. Die US-Börsen schließen im Minus. 14.02.2022 - 22:56 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Die Stimmung an der Wall Street ist wieder freundlicher.

Foto: AP

Düsseldorf. Die anhaltenden Sorgen vor einer Eskalation der Ukraine-Krise und einem deutlicher als erwarteten US-Zinsanstieg haben die Wall Street auch zum Wochenauftakt belastet. Der Dow-Jones-Index schloss knapp 0,5 Prozent tiefer bei 34.566 Punkten, nachdem er im Verlauf bis auf rund 34.300 Stellen abgesackt war. Der breiter gefasste S&P 500 gab 0,4 Prozent nach auf 4401 Zähler, der Index der Technologiebörse Nasdaq beendete die Sitzung kaum verändert bei 13.790 Punkten.

Zunächst hatten Äußerungen des russischen Außenministers Sergej Lawrow, der eine Fortsetzung der diplomatischen Bemühungen vorschlug, um vom Westen Sicherheitsgarantien zu erhalten, noch für eher freundliche Stimmung gesorgt. Später dann drehten die Kurse aber deutlich ins Minus, nachdem der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bekräftigte, als Termin für einen russischen Angriff auf die Ukraine sei der kommende Mittwoch genannt worden. Aus dem Umfeld der Regierung hieß es aber, der Präsident habe damit nicht vorhersagen wollen, dass es an dem Tag auch zu einem Angriff komme. Im späten Handel machten die Indizes dann einen Teil ihrer Verluste noch wett.

Der US-Volatilitätsindex, der auch als Angstindikator der Wall Street bekannt ist, legte zwischenzeitlich 17 Prozent zu, am Ende waren es knapp fünf Prozent. Dazu trug auch die erneute Forderung des US-Notenbankers James Bullard nach einer kräftigen Zinserhöhung bei. Die Fed sollte aus seiner Sicht in den drei Sitzungen bis zum 1. Juli die Zinsen um insgesamt einen vollen Prozentpunkt anheben. Das würde bedeuten, dass einer der drei Schritte mindestens einen halben Prozentpunkt beträgt. Eine solch kräftige Anhebung hatten die meisten Experten bis zur vergangenen Woche noch nicht auf dem Zettel.

Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, zog 0,3 Prozent an. Gefragt waren auch die als sicherer Hafen geltende Staatsanleihen. Dagegen gaben die großen US-Kreditinstitute nach. Aktien von Wells Fargo sowie von J.P. Morgan büßten jeweils knapp ein Prozent ein.

Im Blick hatten Anleger auch den Ölpreis. Spekulationen auf Lieferausfälle verteuerten die Sorte Brent aus der Nordsee vorübergehend um fast zwei Prozent auf 96,42 Dollar pro Barrel und damit auf den höchsten Stand seit Oktober 2014. "Jede Unterbrechung der Ölströme aus der Region würde die Preise für Brent und WTI weit über die 100-Dollar-Marke steigen lassen", warnte Nishant Bhushan, Ölmarktanalyst bei Rystad Energy.

Weitere Einzelwerte

Nvidia / AMD: Am Aktienmarkt waren Chipwerte gefragt, die am Freitag im Schnitt um 4,6 Prozent eingebrochen waren. So legte Nvidia und AMD um rund ein Prozent zu.

Goodyear: Aktien des US-Reifenherstellers Goodyear stiegen um 1,5 Prozent. Die Analysten von J.P. Morgan stuften die Titel auf "übergewichten" von "neutral" hoch. Goodyear werde von einer Erholung des Ersatzteilgeschäfts profitieren, hieß es.

Moderna sackten indes um 11,7 Prozent auf 142,50 Dollar ab. Der Konzern hatte am Freitagabend mitgeteilt, das Top-Management habe sich von Aktien des Impfstoff-Herstellers getrennt. Die Papiere sind, wie einige andere Unternehmen der Branche, seit längerem auf Talfahrt. Mitte August hatten sie noch bei knapp 500 Dollar notiert.

Blackstone: Der australische Glücksspiel-Riese Crown Resorts hat einem Übernahmeangebot des New Yorker Investmentunternehmens Blackstone zugestimmt. Wie australische Medien am Montag unter Berufung auf den börsennotierten Casino-Konzern berichteten, erhöhte die US-Firma ihr Kaufangebot im Januar weiter und bot 8,9 Milliarden australische Dollar (5,6 Milliarden Euro). Das entspricht rund 13 australischen Dollar (8,20 Euro) pro Aktie. Blackstone bemüht sich schon seit einem Jahr um eine Übernahme. Vorherige, niedrigere Angebote hatte Crown abgelehnt.Blackstone-Aktien fallen um 1,9 Prozent.

Splunk/Cisco: Ein Medienbericht über eine mehr als 20 Milliarden Dollar schwere Übernahmeofferte des Netzwerkausrüsters Cisco gibt Splunk Auftrieb. Die Aktien der Softwareherstellers steigen zeitweise um mehr als acht Prozent. „Splunk wäre auf mehreren Ebenen eine großartige Ergänzung für Cisco“, schreibt Analyst Gray Powell vom Brokerhaus BTIG. Allein die Synergien taxiere er auf mehr als 3,5 Milliarden Dollar. Cisco-Aktien dagegen notieren 1,3 Prozent im Minus.

Lockheed Martin/Aerojet Rocketdyne: Der US-Rüstungskonzern zieht eigenen Angaben zufolge sein 4,4 Milliarden schweres Übernahmeangebot für den Raketen-Triebwerkshersteller Aerojet Rocketdyne zurück. Der Schritt erfolgt, nachdem die US-Wettbewerbsbehörde FTC vergangenen Monat einstimmig beschlossen hatte, gegen den Deal wegen kartellrechtlicher Bedenken zu klagen. Die Ende 2020 angekündigte Übernahme hätte Lockheed eine marktdominierende Stellung bei Feststoffraketenmotoren verschafft – ein wichtiger Bestandteil der US-Raketenindustrie. Lockheed-Aktien fallen um mehr als zwei Prozent, die Titel von Aerojet geben ebenfalls nach – um mehr als fünf Prozent.

Rivian: Der Starinvestor George Soros kaufte im vierten Quartal 2021 fast 20 Millionen Aktien des Elektro-Lkw-Herstellers. Das geht aus den Quartalsberichten seines Fonds hervor, die nun veröffentlicht wurden. Der Anteil war zum Zeitpunkt des Kaufs etwa zwei Milliarden Dollar wert, aber sein Wert ist seitdem auf etwa 1,17 Milliarden Dollar gefallen. Rivian-Papiere steigen im Handelsverlauf um 6,46 Prozent.

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Peloton: Der neue Chef der Fitnessgeräte-Firma Peloton hat Spekulationen über einen Verkauf des einstigen Corona-Gewinners einen Dämpfer verpasst. Er würde nicht von Kalifornien nach New York ziehen, wenn er von einer Übernahme in absehbarer Zukunft ausgehen würde, sagte Barry McCarthy der „Financial Times“. Die Peloton-Aktie verbuchte nach Veröffentlichung der Äußerungen am Montag ein Minus von rund sechs Prozent im späten US-Handel. Anleger hatten den Kurs nach Medienberichten über ein Kaufinteresse unter anderem von Amazon und Nike stark steigen lassen.

Mit Agenturmaterial.

rtr
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