08.01.2026 – 19:05 Uhr Marc Renner





Der jetzt angegebene Betrag an Zolleinnahmen liegt noch etwas über einer zuvor von der Regierung genannten Summe. In der vergangenen Woche hatte die US-Grenzschutzbehörde (Customs and Border Protection) von gut 200 Milliarden Dollar an Zolleinnahmen gesprochen. Diese seien in der Zeit zwischen Trumps zweiten Amtsantritt am 20. Januar und dem 15. Dezember eingenommen worden. Trotzdem blieb die Summer hinter den Erwartungen zurück. Im Juli hatte US-Finanzminister Scott Bessent gar 300 Milliarden Dollar bis zum Jahresende ins Auge gefasst.

Der Vorsitzende des Nationalen Wirtschaftsrats im Weißen Haus, Kevin Hassett, ist optimistisch, dass der Oberste Gerichtshof der USA die Zollpolitik von Präsident Donald Trumps bestätigt. Es sei sehr wahrscheinlich, dass die Richter die Zölle erlauben, sagte Hassett in einem Interview der TV-Sendung „Face the Nation“ auf CBS. Kritiker hatten infrage gestellt, ob Trump die hohen Einfuhrzölle gegen Dutzende Länder verhängen darf, ohne sich dafür die Zustimmung im US-Kongress zu holen.
„Ich glaube sogar, dass, wenn sie nicht an unserer Seite stehen, es ziemlich unwahrscheinlich ist, dass sie Rückerstattungen anordnen, weil das ein Verwaltungsproblem wäre“, sagte Hassett. Auf den Kommentar von Moderatorin Margaret Brennan „Das klingt nach Chaos“, antwortete er: „Und deshalb glaube ich, dass es der Supreme Court nicht anordnen würde.“





Gemäß einem Vertrag aus dem Jahr 1944 muss Mexiko aus seinem Einzugsbereich des Rio Grande in der östlichen Hälfte des gemeinsamen Grenzgebiets Wasser an die USA abgeben. Dafür erhält das Land im Gegenzug Wasser aus dem weiter westlich gelegenen Rio Colorado. Immer wieder kommt es bei den Verteilungsfragen aber zu Streit – vor allem in Zeiten akuter Trockenheit.
Mexiko habe den Vertrag zwischen beiden Ländern in den vergangenen fünf Jahren nicht eingehalten und schulde den USA umgerechnet fast eine Milliarde Kubikmeter Wasser, schrieb Trump nun. Bis zum 31. Dezember müsse knapp ein Viertel dieser Menge freigegeben werden, der Rest dann bald folgen.
Bis jetzt habe Mexiko nicht reagiert, und das sei sehr unfair gegenüber US-Landwirten, die dieses dringend benötigte Wasser verdienten, schrieb Trump. Deshalb habe er die nötigen Vorbereitungen getroffen und Genehmigungen erteilt, um einen Strafzoll von fünf Prozent auf mexikanische Importe in die USA zu erheben, „wenn dieses Wasser nicht SOFORT freigegeben wird“.
„Geschwindigkeit, Macht und Bestimmtheit sind zu jeder Zeit wichtige Faktoren, um eine Aufgabe dauerhaft und erfolgreich zu erfüllen“, schrieb er vollständig in Großbuchstaben. Wenn andere Länder nicht davon überzeugt wären, dass bestimmte Rechte des Präsidenten existierten, „hätten sie das LAUT UND DEUTLICH zum Ausdruck gebracht!“.









Entspannung im Handelskonflikt zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt: Die Volksrepublik hat die Hafengebühren für Schiffe mit US-Bezug ausgesetzt. Dies teilte das chinesische Verkehrsministerium am Montag mit. Die Aussetzung trat demnach um 13.01 Uhr Ortszeit in Kraft und ist zunächst auf ein Jahr befristet. Am Wochenende hatte die US-Regierung ihrerseits angekündigt, alle Strafmaßnahmen gegen den chinesischen Schifffahrts- und Schiffbausektor für ein Jahr auszusetzen. Diese waren nach einer Untersuchung wegen unfairer Handelspraktiken erhoben worden.
Die gegenseitigen Aussetzungen stehen im Einklang mit Vereinbarungen, die US-Präsident Donald Trump und sein chinesischer Amtskollege Xi Jinping auf einem Gipfeltreffen in Südkorea im Oktober getroffen hatten. Das chinesische Handelsministerium bezeichnete die US-Maßnahme als „wichtigen Schritt“. China hoffe, dass die Vereinigten Staaten in die gleiche Richtung arbeiten werden, um die bilateralen Beziehungen weiter zu stabilisieren, hieß es in einer separaten Erklärung. Man sei bereit, mit den USA auf der Grundlage gegenseitigen Respekts zu verhandeln. Der US-Handelsbeauftragte hatte ebenfalls Verhandlungen angekündigt.
Das Handelsministerium setzte zudem am Montag die Sanktionen gegen fünf mit den USA verbundene Tochtergesellschaften des südkoreanischen Schiffbauers Hanwha Ocean für ein Jahr aus.

Ein Handelsdeal im Zollstreit zwischen den USA und Indien ist noch in diesem Jahr möglich. Hauptgrund ist, dass Indien „den Kauf von Öl aus Russland weitgehend eingestellt“ habe, wie US-Präsident Donald Trump am Donnerstagabend im Weißen Haus sagte.
Die Handelsgespräche mit Neu-Delhi verliefen gut und er würde das Land möglicherweise im nächsten Jahr besuchen, sagte Trump. Die USA belegen Einfuhren aus Indien derzeit mit Abgaben in Höhe von 50 Prozent – etwas mehr als Exporte aus China. Spekuliert wird über einen Zollsatz von 20 Prozent im Falle einer Einigung.