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  5. Unterhalt: Wie sich Eltern studierender Kinder einen Steuervorteil sichern

SteuertippSo setzen Sie den Unterhalt für studierende Kinder von der Steuer ab

Viele Eltern zahlen ihren Kindern während des Studiums Unterhalt. Ob Studierende mit einem Lebenspartner zusammenwohnen, soll steuerlich keine Rolle spielen.Martina Schäfer 19.10.2020 - 04:00 Uhr Artikel anhören

Viele Studierende erhalten finanzielle Unterstützung von ihren Eltern.

Foto: dpa

München. Längst sind die Zeiten der klassischen Rollenverteilung in Beziehungen vorbei. War es früher klar, dass der Mann für den gemeinsamen Unterhalt sorgt, gibt es heute die unterschiedlichsten Modelle. Jedes Paar muss den passenden Weg für sich finden. Das gilt erst recht, wenn die beiden nicht verheiratet sind und einer während des Studiums noch keine eigenen Einkünfte erzielt. Wie gut, wenn dann Mutter und Vater zur Stelle sind und einen regelmäßigen Betrag zum Lebensunterhalt beisteuern.

Zahlen Eltern ihrer Tochter oder ihrem Sohn Unterhalt, können sie ihre geleisteten Aufwendungen als außergewöhnliche Belastungen steuerlich geltend machen. Dass das Finanzamt dabei durchaus andere Vorstellungen davon haben kann, wie Paare ihre Lebenshaltungskosten aufteilen, musste ein Elternpaar vor einiger Zeit erfahren.

Da ihre Tochter mit ihrem Partner und späteren Ehemann in einer gemeinsamen Wohnung lebte, unterstellte die Behörde, dass sie von ihrem Lebensgefährten unterhalten wurde und die beiden gemeinsam gewirtschaftet hätten. Als Folge teilte das Finanzamt den Unterhaltshöchstbetrag auf und berücksichtigte die elterlichen Zahlungen nur zur Hälfte.

Gegen die Entscheidung der Finanzbehörde wehrten sich die Eltern vor dem Sächsischen Finanzgericht und bekamen Recht. Der Betrag wäre nur dann aufzuteilen gewesen, wenn auch der Lebensgefährte gegenüber der Tochter unterhaltspflichtig wäre. Ohne Trauschein war dies jedoch nicht der Fall.

Einer Unterhaltspflicht gleichzusetzen wäre außerdem die sogenannte sozialrechtliche Bedarfsgemeinschaft Doch auch diese bestand zwischen den beiden nicht. Denn durch den Unterhalt ihrer Eltern und eigene geringe Einkünfte war die Tochter nicht als hilfsbedürftig anzusehen.

Auf die tatsächlichen Lebensumstände kommt es an

Nach Einschätzung der Richter am Bundesfinanzhof ist heute davon auszugehen, dass Lebenspartner in einem gemeinsamen Haushalt für ihre eigene Lebenshaltung aufkommen, wenn sie die nötigen Mittel dazu haben (Az: VI R 43/17). Das bedeutet auch: Jeder trägt die hälftigen Haushaltskosten.

Genauso handhabten es auch die Tochter der Kläger und ihr Partner. Aus den von den Eltern erhaltenen Unterhaltszahlungen beteiligte sie sich zur Hälfte an der Miete der Wohnung und den Kosten des täglichen Bedarfs.

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Aus welcher Quelle das Geld für die Beteiligung an den gemeinsamen Haushaltskosten stammt, sah der Bundesfinanzhof als unerheblich an. Einen Unterschied zwischen Einkünften, Bezügen oder Unterhaltsleistungen machten die Richter ausdrücklich nicht.

Auch eine Vereinbarung über die Kostenübernahme oder eine Abrechnung der Haushaltskosten ist demnach nicht notwendig, solange die Partner über ausreichende Mittel verfügen und keine sozialrechtliche Bedarfsgemeinschaft bilden. Entsprechend können die Eltern den Unterhaltshöchstbetrag vollständig beanspruchen. Zu kürzen ist diese Summe lediglich um die Einkünfte, die die Tochter im fraglichen Jahr erzielt hatte.

Praxistipp:

Bis zu 9.408 Euro pro Jahr können Eltern steuerlich geltend machen, wenn sie Sohn oder Tochter mit Unterhaltszahlungen unterstützen. Als außergewöhnliche Belastung können sie diesen Betrag jedoch nur geltend machen, wenn sie weder Kindergeld beziehen noch den Kinderfreibetrag in Anspruch nehmen.

Haben die Kinder bereits eigene Einkünfte, werden diese ab einer Summe von 624 Euro pro Jahr vom Unterhaltshöchstbetrag abgezogen. Dagegen erhöht sich der Betrag um die Beiträge zur Basiskranken- und Pflegeversicherung. Voraussetzung dafür ist, dass sie ebenfalls vom Unterhaltszahler übernommen werden und noch nicht als Sonderausgaben geltend gemacht wurden.

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