1. Startseite
  2. Finanzen
  3. Tagesgeldvergleich: Wo es 2024 die höchsten Tagesgeld-Zinsen gibt

TagesgeldvergleichWo es 2024 die höchsten Tagesgeld-Zinsen gibt

Die Zinsen auf Tagesgeld stagnieren, abgesehen von wenigen Ausreißern. Trotzdem führt an flexiblen Tagesgeldkonten kein Weg vorbei. Die besten Angebote und worauf Sie achten sollten.Elisabeth Atzler, Anke Rezmer, Markus Hinterberger 21.02.2024 - 15:16 Uhr Artikel anhören

Tagesgeld als schnell verfügbares Kapital für unvorhergesehene Ausgaben.

Foto: IMAGO/IlluPics

Frankfurt. Die Zinsen auf Tagesgeld steigen seit Dezember nicht mehr. Abgesehen von wenigen Lockangeboten, ist „die Zeit der steigenden Tagesgeldzinsen vorbei“, erklärt Ania Scholz-Orfanidis von der FMH-Finanzberatung.

„Voraussichtlich im Sommer dürfte die Europäische Zentralbank (EZB) zum ersten Mal wieder die Leitzinsen senken. Spätestens dann wird das eingetrübte Zinsumfeld auch aufs Tagesgeld durchschlagen“, sagt Oliver Maier vom Vergleichsportal Verivox.

Viele Banken nutzen Tagesgeld aktuell noch gezielt, um Neukunden zu gewinnen. So gibt es derzeit fünf Prozent bei der Oldenburgische Landesbank (OLB). Allerdings nur für Menschen, die auch ein kostenpflichtiges Girokonto bei der Bank eröffnen. Die Großzügigkeit der Banken hat also ihren Preis. Oft sind es Banken, die sich einen Namen machen wollen und daher hohe Zinsen bieten.

Auch wenn Tagesgeld ein vergleichsweise simples Finanzprodukt ist, gilt es viele Punkte zu beachten. Dieser Ratgeber erklärt Ihnen, was ein Tagesgeldkonto ist, wie es funktioniert, wie sie es eröffnen und worauf sie beim Zinsvergleich und Sicherheit achten sollten.

Was ist ein Tagesgeldkonto? Tagesgeld einfach erklärt

Ein Tagesgeldkonto ist ein ein Konto, auf dem das Geld jederzeit, also täglich, verfügbar ist. Die Zinsen sind in der Regel jederzeit variabel. Das heißt, wenn die Bank für neue Kunden attraktiv sein will, kann der Zins steigen. Andererseits kann der Zins auch jederzeit wieder fallen wenn etwa die EZB ihren Leitzins, der Tagesgeldzinsen maßgeblich beeinflusst, senkt. Sparbücher bieten im Gegensatz dazu meist nur sehr niedrige Zinsen und eine Abbuchung kann mitunter Wochen dauern.

Wofür braucht man ein Tagesgeldkonto?

Tagesgeld bietet schnell verfügbares Kapital für außerplanmäßige Ausgaben. Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg zufolge sind das typischerweise die neue Waschmaschine oder eine teure Reparatur am Auto oder Eigenheim. Daher sollten auf dem Tagesgeldkonto zwei bis drei Monatsgehälter liegen.

Als Sparprodukt eignet sich Tagesgeld indes weniger, vor allem weil Banken die Zinsen, wenn überhaupt, nur wenige Monate garantieren. Das heißt im Umkehrschluss, wer stets hohe Tagesgeldzinsen haben will, muss immer wieder zu einem neuen Anbieter wechseln. Banken, die über Jahre hinweg passable Zinsen bieten, gibt es kaum.

Wo gibt es derzeit die meisten Zinsen für Tagesgeld?

Die aktuell höchsten Zinsen auf Tagesgeld bieten diese deutschen Banken (Stand: 20. Februar 2024):

  • Oldenburgische Landesbank mit fünf Prozent mit drei Monaten Zinsgarantie (das Angebot gilt nur Neukunden, die auch ein Girokonto eröffnen)
  • Bunq mit 4,50 Prozent und vier Monaten Zinsgarantie
  • Comdirect und Trade Republic mit je vier Prozent und bis zu sechs Monaten Zinsgarantie (das Angebot der Comdirect gilt nur Neukunden, die auch ein Girokonto eröffnen)

Wo lassen sich Tagesgeld-Zinsen vergleichen?

Tagesgeldangebote lassen sich auf Vergleichsportalen wie check24.de oder verivox.de vergleichen. Einen unabhängigen Tagesgeldvergleich bietet Ihnen das Handelsblatt mit einer Übersicht auf Basis der Daten der FMH-Finanzberatung.

Im verlinkten Beitrag finden Sie einen detaillierten Tagesgeldvergleich und erfahren, welche Zinsangebote besonders attraktiv sind. Experten erklären zudem, welche Strategie sich bei Tagesgeld auszahlt und ob derzeit auch Festgeld empfehlenswert ist.

Tagesgeldzinsen: Worauf sollten Sie beim Vergleich achten?

Kaum ein Angebot für Tagesgeld gibt es ohne Wenn und Aber. Die meisten Topzinsen gibt es nur für neue Kunden oder für neues Geld von Stammkunden. Nicht weniger wichtig ist die Antwort auf die Frage, bis zu welchem Höchstbetrag das Angebot gilt. Die meisten Neukundenaktionen gelten für Beträge bis 50.000 Euro. Auch die Dauer der Zinsgarantie ist wichtig. Ein Angebot, dessen Zins für sechs Monate fix ist, bietet die Vorteile eines Sechs-Monats-Festgelds, aber die Flexibilität eines Tagesgelds.
Alle, die aktiv von einem Tagesgeldanbieter zum nächsten springen, sollten nicht vergessen, ihre Konten auch wieder zu schließen. Horst Biallo vom gleichnamigen Zinsportal nennt dies einen der häufigsten Fehler, den Sparer machen. Denn diese „Kontoleichen“ sorgen dafür, dass Sparer, die nach einiger Zeit wieder zu einer Bank zurückkehren, um ein Neukundenangebot abzuschließen, leer ausgehen. Grund ist ihre noch aktive Verbindung zum Institut. Als Neukunden gelten bei den meisten Banken Menschen, die in den vergangenen sechs Monaten kein Konto bei der jeweiligen Bank hatten.

Woran erkennen Sie Lockvogel-Zinsen?

Tagesgeld ist der klassische Türöffner für Banken, wenn es darum geht, neue Kunden zu gewinnen. Daher gelten hochverzinste Tagesgeldkonten für Neukunden als Lockvogelangebote. Wer mit einem solchen Konto liebäugelt, sollte einen Blick auf die Zinsgarantie und die maximale Anlagesumme werfen. Ist die Garantie kurz und die Summe, die hoch verzinst wird, niedrig, sollten Kunden, die keine langfristige Beziehung zur Bank wollen, auch sofort wieder kündigen, wenn der Zins ausläuft.

Einige Banken machen den Zins auch davon abhängig, ob die Kundin oder der Kunde zeitgleich ein Girokonto eröffnet. Für alle, die ohnehin auf der Suche nach einer neuen Bank sind, können sich solche Offerten durchaus lohnen. Wer indes nur den hohen Zins will, ist hier schlecht bedient.

Wie entwickeln sich die Tagesgeld-Zinsen 2024?

Im Jahr 2023 verdreifachten sich, laut Zahlen der FMH Finanzberatung, die durchschnittlichen Zinsen auf Tagesgeld von Januar bis Dezember auf rund drei Prozent. Expertinnen wie Ania Scholz-Orfanidis gehen davon aus, dass die Zinsen in der Spitze im Jahr 2024 etwas sinken werden. „Wir werden in diesem Jahr ab und zu noch hohe Angebote mit vier Prozent oder etwas darüber sehen, aber der starke Wettbewerb, als beinahe wöchentlich eine neue neue Bank mit ihrem Angebot ganz oben stand, ist vorbei“, sagt Scholz-Orfanidis.

Wie eröffnet man ein Tagesgeldkonto?

Die Zeiten, in denen Sie für das Eröffnen eines Tagesgeldkontos zur Post gehen mussten, sind glücklicherweise vorbei. Viele Banken werben inzwischen, dass Kunden ihre Tagesgeldkonten binnen weniger Minuten eröffnen können.

Das ist dank des Video-Identverfahrens auch tatsächlich vom Sofa zu Hause aus möglich. Wie bei allen Bankgeschäften gilt dabei, dass die Person, die das Konto eröffnet, volljährig sein muss. Tagesgeldkonten für Kinder müssen ihre Eltern oder andere Erziehungsberechtigte eröffnen.
Ist das Tagesgeldkonto eingerichtet, kann von einem Referenzkonto direkt Geld überwiesen werden. Bietet die Bank keine attraktiven Tagesgeldzinsen mehr, reicht es, das Konto zu räumen und die Bankverbindung schriftlich zu kündigen.

Wie viel Geld sollte man maximal auf dem Tagesgeldkonto haben?

Die meisten Tagesgelder haben eine maximale Anlagesumme. Jenseits dieses Betrags fällt der Zins in der Regel rapide ab. „Wer besonders auf Sicherheit bedacht ist, sollte größere Vermögen ohnehin in 100.000 Euro-Paketen auf verschiedene Konten verteilen“, rät Ania Scholz. Damit seit nicht nur das Risiko gestreut, sondern man habe auch immer den vollen gesetzlichen Einlagenschutz.

Woran erkennen Sie eine sichere Bank fürs Tagesgeld?

Europaweit sind pro Kunde und Bank 100.000 Euro über die jeweilige staatliche Einlagensicherung abgesichert. Geht eine Bank pleite, muss das Geld binnen weniger Tage, inklusive der bis dahin angelaufenen Zinsen zurückgezahlt werden.

Viele deutsche Banken haben sich zudem dem freiwilligen Einlagensicherungsfonds des Bankenverbands angeschlossen. Über ihn werden auch Beträge über 100.000 Euro abgesichert.

Sparkassen und Volksbanken sichern sämtliche Einlagen ihrer Kunden ab. Über die sogenannte Institutssicherung werden kriselnde Sparkassen und Volksbanken von den anderen Verbandsmitgliedern so lange unterstützt, bis sie wieder wirtschaftlich gesund sind.

Wie lässt sich der Zinseszins berechnen?

In welchem Intervall die Zinsen gutgeschrieben werden, ob monatlich, quartalsweise oder jährlich, ist der Bank freigestellt. Wie es die jeweilige Bank konkret regelt, steht in den Kontobedingungen.

Um den Zinseszinseffekt möglichst gut zu nutzen, ist ein kurzes Intervall sinnvoll. So werden etwa bei der Openbank die Zinsen monatlich gutgeschrieben, was unterm Strich bei sechs Monaten Zinsgarantie einen Zinssatz von angenommenen 3,9 auf 3,913 Prozent erhöht.

Einige Zinsportale errechnen auch die Rendite. So bekommen Interessierte ein Gefühl, dafür, ob sie während der Zeit, in der der Zins garantiert ist, vom Zinseszinseffekt profitieren können. Auch können sie die Rendite im Vergleich zu einem Festgeld mit einem Jahr Laufzeit vergleichen.

Angenommen, eine Bank bietet drei Prozent Zinsen auf ihr Tagesgeldkonto für sechs Monate und danach nur noch zwei Prozent, beträgt die Rendite über Jahr lediglich 2,5 Prozent. Dieses Beispiel zeigt sehr deutlich, warum es sich lohnt, beim Tagesgeld immer wieder zu einem der aktuell am höchsten verzinsten Angebote zu wechseln.

Verwandte Themen
EZB
Trade Republic
Comdirect

Erstpublikation: 07.07.2022, 04:00 Uhr (zuletzt aktualisiert: 20.02.2024, 14:00 Uhr).

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt