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GeldSo vermeiden Kunden hohe Kosten beim Girokonto

Es wird immer schwieriger, ein passendes Girokonto zu finden. Warum Sie sich vom Wort „kostenlos“ nicht täuschen lassen sollten und wo hohe Gebühren lauern.Markus Hinterberger 15.04.2024 - 15:28 Uhr
Auch wenn viele Banken zuletzt hohe Gewinne erwirtschaftet haben, werden Girokonten immer teurer. Foto: Westend61/Getty Images

München. Einerseits bewerben Banken ihr Girokonto gern mit „kostenlos“. Andererseits müssen mehr als acht von zehn Bankkunden aktuell Kontoführungsgebühren zahlen, wie eine Umfrage des Vergleichsportals Verivox zeigt. Die Hälfte der 1025 Befragten gab zudem an, dass ihr Girokonto in den vergangenen beiden Jahren teurer geworden ist.

„Das kostenlose Girokonto wird nicht wiederkommen“, prognostiziert Ulrich Hoyer. Er ist bei der Bankberatungsgesellschaft Zeb für das Privatkundengeschäft zuständig und glaubt nur noch an vereinzelte Angebote dieser Art, die vor einigen Jahren bei deutschen Banken zum guten Ton gehört hätten.

„Auch die Ausgabe von Giro- und Kreditkarten ist zuletzt teurer geworden“, sagt Ania Scholz-Orfanidis von der FMH-Finanzberatung. Für andere Dienstleistungen, die bisher kostenfrei oder günstig waren, berechnen die Banken ebenfalls mehr.

Im Folgenden die wichtigsten Tipps für die Suche nach einem günstigen Girokonto.

Ist ein „kostenloses“ Girokonto wirklich kostenlos?

Zwar führt die Datenbank der FMH-Finanzberatung mehr als 20 Angebote ohne Kontoentgelt. Allerdings sind die null Euro Kontogebühr daran geknüpft, dass auf dem Konto monatlich Geld eingeht oder die Bankverbindung das Gehaltskonto ist (siehe Tabelle).

Für Kunden, die ein neues Hauptkonto suchen, ist das kein Problem, so Scholz-Orfanidis. Interessierte, die ein Zweitkonto möchten, sollten sich dann monatlich selbst einen bestimmten Betrag überweisen, um den Gebühren zu entgehen. Zudem sollten sie darauf achten, dass nicht weitere Kosten an anderer Stelle anfallen, warnt Oliver Maier, der bei Verivox die Finanzvergleiche verantwortet.

Wie hoch sind die Kontoführungsgebühren?

Vergangenes Jahr haben Mitarbeiter des Magazins „Finanztest“ 460 Kontomodelle von 175 Banken ausgewertet und die Kontogebühren verglichen. Sie kamen dabei im Schnitt auf Gebühren von 117 Euro pro Jahr. Kontoexpertin Scholz-Orfanidis kann diese Zahl für den Gesamtmarkt bestätigen. Bei den Direktbanken gebe es aber auch günstigere Angebote.

Welche weiteren Gebühren können anfallen?

Besonders beliebt sind Gebühren für Bankkarten. In der Regel gibt es eine Karte zum Konto kostenlos. Das ist meist die Girocard, mit der Kunden im Inland zahlen und am Automaten Bargeld abheben können. Einige Banken berechnen auch für die Girocard Gebühren, etwa die 1822direkt mit sechs Euro pro Jahr. Andere Geldhäuser versuchen, Kunden zur digitalen Karte zu bewegen, indem sie wie die PSD Bank Nürnberg 15 Euro für eine physische Karte verlangen, während das digitale Pendant kostenlos ist.

Die meisten ausgegebenen Zweitkarten sind Debitcards. Sie wirken mit dem Logo der Unternehmen Mastercard oder Visa wie eine Kreditkarte, sind aber keine. Beträge, die mit dieser Karte gezahlt werden, gehen direkt vom Girokonto ab. Sie werden nicht zunächst auf einem anderen Konto geblockt und später abgebucht. Daher akzeptieren Hotels und Autovermieter diese Debitcards nicht als Sicherheit.

Eine echte Kreditkarte muss bei den meisten Banken eigens beantragt werden. Viele Institute verlangen für sie dann eine zusätzliche Gebühr von teilweise 60 Euro pro Jahr und mehr.

Banken, die Standardüberweisungen anbieten, müssen künftig auch Sofortüberweisungen anbieten. Foto: Moment/Getty Images

Echtzeitüberweisungen sind das Mittel der Wahl, wenn Geld sofort beim Empfänger eintreffen soll. Diesen Service lassen sich manche Banken mit 50 Cent pro Transaktion bezahlen, andere verlangen bis zu fünf Euro. Die ING oder die Volkswagen Bank etwa haben diesen Service erst gar nicht im Angebot.

Alle, bei denen es am Monatsende knapp werden kann, kennen die Dispozinsen. Sie fallen an, wenn man sein Konto überzieht. Laut Finanzexpertin Scholz-Orfanidis sind sie seit Herbst 2022 von im Schnitt gut neun Prozent auf über zwölf Prozent gestiegen. Viele Banken begründen das mit dem gestiegenen Zinsniveau.

Sparern gegenüber waren die Institute aber weniger großzügig. So sind Tagegeldzinsen seit Mitte 2022 im Schnitt von null auf gut zwei Prozent gestiegen. Die niedrigsten Dispozinsen gibt es derzeit bei Direktbanken wie C24 oder den regional aufgestellten PSD-Banken.

Was kostet das Abheben von Bargeld?

Mit welcher Karte Kunden wann, wo und wie oft kostenlos Bargeld abheben können, entwickelt sich nach den Worten von Marktkennerin Scholz-Orfanidis zu einer „Wissenschaft für sich“. In der Regel können Bankkunden mit derjenigen Karte, die automatisch mit der Kontoeröffnung ausgegeben wird, Geld abheben. Kostenlos ist dies bei den Automaten der eigenen Bank oder bei einem der Automatenverbünde.

So sind die Deutsche Bank und ihre Töchter Postbank und Norisbank sowie Commerzbank, Comdirect und die Hypovereinsbank Teil der Cashgroup, die 9000 Automaten im Bundesgebiet betreibt. Im Cashpool mit seinen 2800 Geräten haben sich Santander, Targobank, die Sparda-Banken und einige kleinere Institute zusammengetan.

Ungleich größer sind die Verbundnetze der Sparkassen und Volksbanken. Diese beiden Bankengruppen betreiben zusammen etwa über 80 Prozent der bundesweit rund 55.000 Geldautomaten.

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Beträge bis 200 Euro können Kunden auch bei vielen Supermarktketten und Tankstellen kostenlos abheben. Bisweilen bestehen die Händler dafür jedoch auf einem Mindestumsatz von fünf oder zehn Euro. 

Manche Banken werben auch mit „weltweit kostenloser Bargeldversorgung“. Expertin Scholz-Orfanidis warnt aber: Oft sei die Zahl der kostenlosen Abhebungen limitiert, und es müssten pro Automatengang mindestens 50 Euro abgehoben werden.

Lohnen sich sogenannte Premium-Konten?

Einige Großbanken wie Commerzbank, Deutsche Bank und Hypovereinsbank sowie Direktbanken wie Consors und N26 haben sogenannte Premiumkonten im Angebot. Diese kosten in der Regel zwischen neun und 17 Euro pro Monat.

Die hohe Gebühr fällt dafür an, dass sämtliche übrigen Gebühren entfallen und auch die verschiedenen Karten gratis sind. Kundinnen und Kunden, die sehr häufig beleghafte Überweisungen haben, Schecks einlösen, Bargeld einzahlen wollen oder oft im Ausland zum Automaten gehen, können sich genau errechnen, ob sie mit einer laufenden Gebühr günstiger fahren als mit der Aufsummierung der vielen kleinen Posten.

Wie oft zahlt man?

In der Regel fallen Kontoführungsgebühren monatlich an. Da jedoch die sogenannte Vertragsfreiheit herrscht, können Banken die Kontogebühr auch quartalsweise einziehen. Für Kreditkarten wird die Gebühr oft jährlich fällig.

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Kann ich Kontoführungsgebühren ablehnen?

Nein. Es sei denn, die Bank hat bei der Kontoeröffnung vertraglich zugesichert, keine Gebühr zu verlangen. Ansonsten hilft nur der Kontowechsel. Er sei „weniger kompliziert, als die meisten denken“, sagt Scholz-Orfanidis.

Konto wechseln – wie geht das?

Bis Herbst 2016 war es aufwendig, das Girokonto zu wechseln, denn Daueraufträge musste ein Kunde einzeln umschreiben. Seitdem aber gilt die gesetzliche Kontowechselhilfe. Nun reicht es, bei der Bank der Wahl ein Konto zu eröffnen. Durch das Videoident-Verfahren ist das teils sogar vom Sofa aus möglich. Anschließend nennt man der neuen Bank die alte Bankverbindung und die beiden Institute erledigen den „Umzug“ laufender Daueraufträge binnen zwei Arbeitstagen. Der Wechsel ist kostenlos.

Lassen sich Kontoführungsgebühren von der Steuer absetzen?

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Kontoführungsgebühren werden von den Finanzämtern mit einem Pauschbetrag in Höhe von 16 Euro pro Jahr als Werbungskosten ohne Nachweis anerkannt. Höhere Kosten können in der Regel nur Selbstständige steuerlich geltend machen.

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