Krebsforschung: Künstliche Intelligenz analysiert Metastasen ohne Ursprungsort
Krebs lässt sich auch ohne Ursprungsort behandeln.
Foto: obsDüsseldorf. Im Zeitalter von zielgerichteten medizinischen Behandlungen wird CUP zur Herausforderung: Denn wo es keine Ursprungszelle gibt, gibt es auch kein Ziel für eine zielgerichtete Therapie. Das Medikament kann einen Tumor nicht angreifen und sein Wachstum stoppen. Patienten werden deswegen mit einer unspezifischen Chemotherapie behandelt, bislang sind die Prognosen jedoch sehr schlecht.
Der Pharmariese Roche veröffentlicht erste Ergebnisse der CUPISCO-Studie, die andeuten, dass Krebs auch ohne Ursprungszelle behandelt werden kann. Das Forscherteam nimmt an, dass genomische Veränderungen zum Tumorwachstum führen. Nur digital könnten solche internationalen klinischen Studien mit vielen Teilnehmern und Daten gelingen, berichtet Marlene Thomas, globale medizinische Leiterin bei Roche. Der Konzern setzt auf Algorithmen und virtuelle Tumorboards und nimmt dadurch eine Vorreiterrolle in der Branche ein.
„Wir rechnen damit, dass wir anfangen können, unsere Daten bis Ende 2022 auszuwerten, und dass wir die Rekrutierung von Patienten in der Studie nächstes Jahr abschließen können“, berichtet Thomas. Die Voraussetzung dafür sei, dass alles so bleibt wie es ist. „Ein vierter Lockdown wäre eine zeitliche und logistische Belastung für die Studie“, führt sie fort.