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Befragung unter 25.000 Akademikern Wer Deutschlands beliebteste Arbeitgeber sind – und wen sie gerade suchen

Viel Auto, viel Tech und ein paar Überraschungskandidaten: Das große Ranking zeigt, bei welchen Unternehmen Top-Qualifizierte besonders gerne arbeiten.
23.06.2021 - 13:13 Uhr Kommentieren
Technologie und Krisensicherheit stehen bei der Jobwahl von Akademikern hoch im Kurs. Quelle: dpa (2), imago
Amazon, BMW, Deutsche Bahn

Technologie und Krisensicherheit stehen bei der Jobwahl von Akademikern hoch im Kurs.

(Foto: dpa (2), imago)

Düsseldorf Die Coronakrise hat den Arbeitsmarkt durcheinandergewürfelt und auch vor Hochqualifizierten keinen Halt gemacht. Die Nachfrage nach Menschen mit akademischem Abschluss bei großen Arbeitgebern sank zuletzt. 40 Prozent von ihnen haben in diesem Jahr kein Jobangebot erhalten – sei es durch einen Headhunter oder als Direktangebot eines Arbeitgebers. Vor einem Jahr lag der Wert noch bei 31 Prozent. Dennoch bleibt die Wechselbereitschaft unter Top-Qualifizierten hoch.

Das sind die zentralen Ergebnisse einer Befragung des Marktforschungsunternehmens Trendence unter 25.000 Akademikern. Danach sagte mehr als jeder Sechste mit abgeschlossenem Hochschulstudium von sich, dass er aktiv nach einer neuen beruflichen Herausforderung suche. Etwa doppelt so viele gaben an, offen für Jobangebote zu sein.

Auch fragt Trendence Akademiker jedes Jahr, wo sie gerne arbeiten würden. Die Ergebnisse lagen dem Handelsblatt vorab vor.

Hier sind die zehn beliebtesten Arbeitgeber des Rankings – mit Informationen der Unternehmen dazu, in welchen Bereichen gerade qualifiziertes Personal gesucht wird:

Platz 9: Siemens

Neuer Standort auf dem ehemaligen Siemens-Forschungsgelände mit aktuell rund 5500 Arbeitsplätzen. Quelle: dpa
Siemens-Campus in Erlangen

Neuer Standort auf dem ehemaligen Siemens-Forschungsgelände mit aktuell rund 5500 Arbeitsplätzen.

(Foto: dpa)

Wegen Punktgleichheit gibt es im Trendence-Ranking gleich zwei neunte Plätze. Einen davon belegt Siemens. Der Mischkonzern beschäftigte im September 2020 fast 300.000 Menschen weltweit und ist von der Automatisierungstechnik über smarte Infrastruktur bis hin zu vernetzten Verkehrslösungen in vielen Industriezweigen aktiv.

In Zukunft werde der Konzern verstärkt in den Bereichen Vertrieb, IT und Finance rekrutieren, erklärt eine Sprecherin. Unter den Digital-Fachkräften sind vor allem Entwickler und Datenexperten gefragt.

Eine besonders begehrte Stelle ist der Cloud Solution Architect. Die Position ist laut der Bewertungsplattform Glassdoor in Deutschland mit mehr als 90.000 Euro Jahresgehalt eingepreist. Bei Siemens dürfte die Stelle noch einmal besser bezahlt sein. In Deutschland waren bei Siemens im ersten Quartal 2021 knapp 1.400 Stellen ausgeschrieben.

Platz 9: Deutsche Bahn

Entlang des Streckennetzes der Bahn gibt es viel zu tun – vor allem Ingenieure und Projektmanager werden beim Staatskonzern verstärkt gesucht. Quelle: dpa
ICE fährt durch Berlin

Entlang des Streckennetzes der Bahn gibt es viel zu tun – vor allem Ingenieure und Projektmanager werden beim Staatskonzern verstärkt gesucht.

(Foto: dpa)

Von Platz 55 auf Platz 9: Die Deutsche Bahn hat einen deutlichen Sprung im Ansehen der befragten Akademiker hingelegt. Dafür spricht sicherlich die Jobsicherheit in der Staats-AG, bei der tariflich eine 39-Stunden-Woche vereinbart ist. Ein wichtiges Asset in Krisenzeiten.

Aktuell sind auf der Karriereseite der Bahn gut 1500 Stellen für Akademiker in Deutschland ausgeschrieben – etwas mehr als 600 davon im Projektmanagement, viele davon im Zusammenhang mit dem Glasfaserausbau am Streckennetz der Deutschen Bahn.

Dazu braucht es auch Ingenieure, von denen die Bahn gut 500 in verschiedensten Bereichen sucht. Am meisten eingestellt werden Unternehmensangaben zufolge aktuell Projektingenieure und Projektleiter mit akademischen Abschlüssen in den Bereichen Bauingenieurwesen oder Elektrotechnik.

Eine Übersicht über die bestbezahlten Jobs für Ingenieure finden Sie hier.

Platz 8: Amazon

Neben Logistikkräften sind auch Manager und Softwarespezialisten gefragt. Quelle: dpa
Amazon in Brandenburg

Neben Logistikkräften sind auch Manager und Softwarespezialisten gefragt.

(Foto: dpa)

Hartes Arbeitsethos, rigide Leistungskontrolle in den Logistikzentren: In Arbeitgeber-Rankings schnitt Amazon hierzulande nie wirklich gut ab. Doch das Bild scheint sich zumindest unter Akademikern gewandelt zu haben. So rückt Amazon dieses Jahr von einem eher mäßigen Platz 40 in die Top Ten der beliebtesten Arbeitgeber für Akademiker vor.

Vor allem in drei Bereichen sucht der US-Konzern in Deutschland qualifiziertes Personal, wie das Unternehmen mitteilt:

  • Retail und Marketplace: Hier werden unter anderem sogenannte „Senior Vendor Manager“ gesucht, die Trends erkennen, daraus neue Warengruppen entwickeln und Lieferantenbeziehungen für neue Produkte auf Amazon pflegen und erschließen. Bevorzugte Abschlüsse: Wirtschaftswissenschaften, Finanzen oder Mathematik.
  • Amazon Web Services: Hier sind vor allem Rollen in der Softwareentwicklung, Lösungsarchitektur, im Account Management sowie in den Bereichen Data Science und Machine Learning aktuell bei Amazon ausgeschrieben. Bevorzugte Abschlüsse: Informatik, Mathematik, Wirtschaftsinformatik oder Physik.
  • Operations: Unter Akademikern will der Onlinehändler in diesem Bereich vor allem potenzielle Manager für seine Logistikstandorte ansprechen. „Voraussetzung sind ein sehr gutes Prozess- und KPI-Verständnis sowie verhandlungssicheres Englisch“, erklärt eine Sprecherin.

Platz 7: BASF

Bei Naturwissenschaftlern beliebt. Quelle: obs
Chemiekonzern BASF

Bei Naturwissenschaftlern beliebt.

(Foto: obs)

Unter Naturwissenschaftlern ist BASF nach Bayer sogar der beliebteste Arbeitgeber im Trendence-Ranking. Weltweit arbeiten mehr als 115.000 Menschen in sehr unterschiedlichen Gebieten bei dem Chemieriesen. Das macht den Konzern schon länger zur verlässlichen Jobmaschine – gerade für gut ausgebildete Spezialisten.

Gesucht werden bei BASF vor allem Ingenieure der Verfahrens- und Prozessleittechnik, Projektingenieure, Bauingenieure. Auf IT-Seite sind Softwareentwickler und Data Scientists gefragt. Laut der Jobbörse Indeed liegt das durchschnittliche Jahresgehalt bei den Datenwissenschaftlern bei gut 80.000 Euro brutto.

BASF sucht aber auch im kaufmännischen Bereich Akademiker, etwa in den Bereichen Personal und Logistik. Zusätzliche Sprachkenntnisse sind gern gesehen, heißt es aus Ludwigshafen.

Platz 6: Daimler/Mercedes-Benz

Der Manager mit schwedischen Wurzeln will den Traditionskonzern in die Zukunft führen – und braucht dafür Top-Leute. Quelle: Reuters
Daimler-Chef Källenius

Der Manager mit schwedischen Wurzeln will den Traditionskonzern in die Zukunft führen – und braucht dafür Top-Leute.

(Foto: Reuters)

Daimler hat unter seinem einstigen Vorstandschef Dieter Zetsche lange gezögert, ob und wie stark der Konzern in die Elektromobilität einsteigt. Unter seinem Nachfolger Ola Källenius nimmt die Transformation immer mehr Fahrt auf. Aus dem Konzern heißt es, dass man sich auf ein Verkaufsverbot für Verbrennungsmotoren ab 2030 vorbereitet. Bis dahin soll die Hälfte aller Autos mit dem Stern elektrisch oder halbelektrisch unterwegs sein.

Daimlers Zukunftsoffensive macht sich auch in den gesuchten Jobprofilen bemerkbar. Aktuell stellt der Autobauer beispielsweise in den Bereichen Forschung und Entwicklung weltweit rund 3.000 Software-Ingenieure ein, davon rund 1.000 am Standort Sindelfingen, wie das Unternehmen mitteilt.

Platz 5: Bosch-Gruppe

Elektrotechniker und Physiker mit besten Chancen. Quelle: dpa
Bosch-Halbleiterfabrik in Sachsen

Elektrotechniker und Physiker mit besten Chancen.

(Foto: dpa)

Bosch ist nicht nur der weltgrößte Automobilzulieferer, sondern stellt auch zahlreiche Elektrogeräte her – von der smarten Spülmaschine bis zur Profi-Schlagbohrmaschine. Mit mehr als 400.000 Angestellten weltweit sind die Beschäftigungsmöglichkeiten groß.

Der Fokus im Recruiting liegt jedoch auf ganz klar auf den Bereichen IT und Software, wie das Unternehmen auf Anfrage mitteilt. So werden Programmierer mit Kenntnissen in den Sprachen C++ und Java bei Bosch gebraucht. Posten, die nahe an ein sechsstelliges Jahresgehalt rankommen dürften – oder zum Teil darüberliegen.

Ähnlich verhält es sich beim vernetzten und automatisierten Fahren. Hier sucht Bosch vor allem Informatiker mit den Schwerpunkten Robotik, Künstliche Intelligenz und Datensicherheit. Im strategisch wichtigen Bereich Halbleiter haben Elektrotechniker und Physiker die besten Chancen.

Platz 4: Google

In Amerika ist der Google-Konzern schon mehrfach zum beliebtesten Arbeitgeber gewählt worden. Im Trendence-Ranking liegt das Unternehmen dieses Jahr auf Platz 4. Quelle: dpa
Alphabet-Zentrale in Moutain View, Kalifornien

In Amerika ist der Google-Konzern schon mehrfach zum beliebtesten Arbeitgeber gewählt worden. Im Trendence-Ranking liegt das Unternehmen dieses Jahr auf Platz 4.

(Foto: dpa)

International ist Google eine feste Größe in Arbeitgeberrankings und wurde schon mehrfach als beliebtester Arbeitgeber der Welt ausgezeichnet. Der Techkonzern, der in Deutschland in München, Berlin, Hamburg und Frankfurt vier Standorte unterhält, lockt mit ausgefallenen Büros, die in Zukunft noch ausgefallener aussehen dürften, spannenden Aufgaben und einem kreativen Umfeld mit vielen cleveren Köpfen.

Einen Fokus seiner Talentsuche legt Google in Deutschland auf den Bereich „Engineering and Sales“, wie das Unternehmen mitteilt. Vor allem Cloud-Experten sind gefragt.

Auch die wichtigen Customer Engineers werden gesucht, sie gelten als Bindeglied zwischen Vertrieb beziehungsweise Kunde und den internen Entwicklungsteams bei Google. Zudem sucht Google immer wieder gute Programmierer, UX-Designer und Produktmanager.

Platz 3: Audi

Mit seinem Slogan
Produktion bei Audi

Mit seinem Slogan "Vorsprung durch Technik" lockt die Premiummarke noch immer viele Ingenieure an. Für die Zukunft sind vor allem Daten- und Softwarespezialisten gefragt.

(Foto: dapd)

Ab 2026 bringt die Premiummarke aus dem Volkswagen-Konzern nur noch Modelle auf den Weltmarkt, die rein elektrisch angetrieben werden. Entsprechend liegen Schwerpunkte bei den extern ausgeschriebenen Stellen „auf Funktionsentwicklung und E-Antrieb“, wie eine Sprecherin mitteilt.

Gesucht werden Data Scientists, Softwareentwickler – unter anderem für das hochautomatisierte Fahren –, aber auch Halbleiterexperten. Alles Stellen, in denen man bei Audi in etwa mit einem sechsstelligen Jahreseinkommen rechnen dürfte.

Platz 2: Porsche

Auch bei dem Premiumhersteller ist die Zukunft der Mobilität elektrisch. Quelle: dpa
Elektrischer Porsche Taycan Turbo S

Auch bei dem Premiumhersteller ist die Zukunft der Mobilität elektrisch.

(Foto: dpa)

Der Sportwagenhersteller aus Stuttgart-Zuffenhausen ist für seine guten Arbeitsbedingungen und seine noch besseren Gehälter bekannt. Porsche sucht vor allem IT-Spezialisten, „insbesondere im Bereich IT-Security“, wie ein Sprecher mitteilt. Für seine Elektrostrategie braucht der Autobauer außerdem Entwicklungsingenieure in den Bereichen Elektrik und Elektronik.

Branchenexperten schätzen, dass im Bereich Batterie gefragte Ingenieure ab 80.000 Euro Jahresgehalt zu haben sind. Bei viel Erfahrung sind sogar mehr als 100.000 Euro Jahresgehalt drin – ohne Bonuszahlungen.

Platz 1: BMW

Mehr Batterie-, Software- und Datenexpertise ist gefragt. Quelle: dpa
BMW-Fertigung in Dingolfing

Mehr Batterie-, Software- und Datenexpertise ist gefragt.

(Foto: dpa)

Die Krone für den beliebtesten Arbeitgeber bei Akademikern kann sich BMW aufsetzen – zum zehnten Mal in Folge. Neben Volkswagen und Daimler gehören die Bayern zu den größten Autobauern des Landes.

Allein im größten Werk in Dingolfing arbeiten mehr als 17.000 Menschen für BMW. Dort werden auch viele Komponenten für BMWs Elektrofahrzeuge gefertigt. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen weltweit 120.000 Menschen.

„Wir haben in der Krise zwar Personal reduziert, aber gleichzeitig 4000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Zukunftsfeldern wie Elektromobilität und Digitalisierung eingestellt“, sagt Personalvorständin Ilka Horstmeier. Das werde BMW dieses Jahr genauso machen.

Am meisten sucht der Dax-Konzern ähnlich wie die anderen Autobauer in Zukunftsbereichen wie Batterie, Software und IT-Sicherheit. Im Batteriebereich sucht BMW vor allem Entwicklungs- und Produktionsingenieure.

Mehr: Experten dringend gesucht – Bei Dax-Unternehmen sind derzeit 14.000 Stellen offen.

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