Führung: Warum Unternehmen Karriere-Titel abschaffen
Düsseldorf. Das Start-up Elevenlabs hat Titel für alle Beschäftigten abgeschafft. So gibt es seit ein paar Monaten keinen „Chief of Staff“, „Head of Sales“ oder „Events Manager“, also keinen Personal-, Vertriebs- oder Veranstaltungschef mehr, sondern nur noch Teams. Zum Beispiel „Operations“ (Verwaltung), „Research“ (Forschung) oder „Safety“ (Sicherheit).
Auf diese Weise soll sich die Arbeit nicht um die nächste Beförderung, sondern um die besten Ideen drehen, sagt Carles Reina, eigentlich Marketingchef, nun Teil des entsprechenden Bereichs „Go to market“. Elevenlabs entwickelt und forscht an Audiomodellen mit Künstlicher Intelligenz (KI), die Produkte wie Filme, Hörspiele oder Artikel in verschiedenen Sprachen vertonen.
„Wir haben ursprünglich mit Jobtiteln gearbeitet, aber das setzte die falschen Anreize“, erzählt Reina, der auch keinen Führungstitel mehr hat. „Die Leute waren im Grunde nur daran interessiert, den gleichen Titel zu haben wie jemand anderes im Unternehmen“. Wer bei Elevenlabs nun einen Karrieresprung macht, erhält deswegen keine andere Bezeichnung mehr, dafür aber mehr Verantwortung und ein höheres Gehalt.
Was bringt der Verzicht auf Titel?