Mikrozertifikate: Stundenweise studieren: Business-Schools bieten vermehrt spezialisierte Kurzfortbildungen an
Die private Wirtschaftshochschule hat 30 Zertifizierungskurse im Angebot.
Foto: HandelsblattBerlin. Viel Geld, viel Zeit, viel Arbeit: Wer sich als Berufstätiger für eine akademische Weiterbildung entscheidet, wägt vorher in der Regel Kosten und Nutzen gegeneinander ab. Bringt ein Zweitstudium wie der Master of Business Administration (MBA) die Karriere voran? Wie lassen sich die nicht selten fünfstelligen Studiengebühren finanzieren? Und bieten die Lebensumstände genug Raum für den großen zeitlichen Aufwand, der nötig ist, sich das neue Wissen anzueignen?
Für alle, die davor zurückschrecken, eine ein- oder zweijährige Auszeit oder den Stress eines berufsbegleitenden Studiums auf sich zu nehmen, gibt es seit einigen Jahren eine weniger aufwendige Alternative: Mikrozertifikate.
Wer durch die einschlägigen Berufsnetzwerke surft, findet in den Jobprofilen zuhauf Bescheinigungen bekannter Business-Schools und Akademien, über Seminare in Digital Controlling, Advanced Marketing Strategies oder Leadership Essentials. Mikrozertifikate – auch Micro oder Nano Degrees genannt – sind also im Grunde Teilnahmebestätigungen an spezialisierten Fortbildungen. Und seit einiger Zeit erleben sie eine erstaunliche Konjunktur.
Zum einen lassen sich die Kurse, die nur wenige Tage dauern oder übers Wochenende stattfinden, leichter in den Alltag integrieren als ein komplettes Studium. Zum anderen finden die Seminare seit Ausbruch der Corona-Pandemie vielfach online oder in einer Mischung aus Distanz- und Präsenzunterricht statt, dem sogenannten Blended Learning. So können die Inhalte einfacher vermittelt werden, gleichzeitig werden sie für mehr Menschen zugänglich, weil der Reiseaufwand sich in Grenzen hält.