Gastkommentar: Afrika bietet Lösungen für die aktuellen Krisen
Stefan Liebing ist Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Conjuncta und Honorarprofessor an der Hochschule Flensburg.
Foto: HandelsblattWenn Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck am Mittwoch in Südafrika den „German-African Business Summit“ eröffnen wird, könnte die Lösung zu einigen der aktuellen Krisen in greifbarer Nähe liegen.
Afrika bietet vieles, was Europa dringend benötigt: Rohstoffvorkommen, mit denen wir eine einseitige Abhängigkeit von China reduzieren könnten, sowie günstige grüne Energie für eine klimafreundliche Elektrifizierung afrikanischer Volkswirtschaften. Das verhindert zusätzliche CO2-Emissionen, die andernfalls durch das lokale Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum unvermeidlich wären. Zudem hat der Kontinent riesige Möglichkeiten, Solar- und Windstrom in Form von Wasserstoff nach Europa zu liefern und so die Abhängigkeit von russischem Gas zu reduzieren.
Vor allem aber ist unser südlicher Nachbar ein geeigneter Standort für den Aufbau von alternativen Wertschöpfungsketten und damit für die industrielle Diversifizierung, die für die deutschen Unternehmen nach Corona so wichtig geworden ist.
Mittelständler reduzieren mit Produktion in Nordafrika ihr China-Risiko
Viele Rohstoffe befinden sich vor allem in West- und Zentralafrika. Grüner Wasserstoff könnte aus der sonnen- und windreichen Region des südlichen Afrikas kommen. Nordafrika dagegen bietet für die deutsche Industrie die Chance, Vorprodukte zu beschaffen oder sie gleich vor Ort weiterzuverarbeiten.