Gastkommentar: Ein Jahr Krieg gegen die Ukraine – und kein Ende in Sicht?
Friedrich Merz ist Vorsitzender der CDU Deutschlands und Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.
Foto: HandelsblattDer russische Angriffskrieg gegen die Ukraine dauert nun schon ein Jahr. Die Bilder der zerstörten Städte, die Nachrichten von den vielen Toten und Verletzten auf beiden Seiten, das Schicksal derer, die überlebt und trotzdem fast alles verloren haben, und schließlich dieser unerschütterliche Wille des ukrainischen Volkes, ihr Land zu verteidigen, bewegen uns Tag für Tag, Woche für Woche und Monat für Monat.
Meine Begegnung mit Präsident Selenski, meine Gespräche mit der ukrainischen Regierung und mit den vielen betroffenen Menschen im zerstörten Irpin nahe Kiew im letzten Jahr sind mir gegenwärtig wie am Tag selbst. Und nur sehr langsam und entgegen allem, was wir bisher für richtig gehalten haben, beginnen wir zu verstehen: Dieser Krieg markiert eine tiefe Zäsur in unserer Zeitgeschichte. Es gibt eine Zeit davor und eine Zeit danach.
China, Nordkorea und der Iran drohen ihren Nachbarn ebenfalls mit militärischer Gewalt
Die Zeit davor war geprägt von der Hoffnung, dass mit der Überwindung des kalten Krieges eine neue Zeit des Friedens und der Völkerverständigung einhergehen werde. In der Zeit danach müssen wir schmerzhaft erfahren und lernen: Auch im 21. Jahrhundert bleiben Angriffskriege möglich.