Gastkommentar: Wie die Union beim Klimaschutz punkten kann
Christoph Ploß ist Bundestagsabgeordneter und Landesvorsitzender der Hamburger CDU. Andreas Rödder ist Professor für Neueste Geschichte an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und Autor des Buchs „Konservativ 21.0. Eine Agenda für Deutschland“.
Foto: Johannes Gutenberg-Universität, ddpKeine neuen Autos mit Verbrennungsmotoren, keine Kurzstreckenflüge – diese und ähnliche Forderungen finden sich im Wahlprogramm der Grünen. Abseits des sorgsam formulierten Programms gehen ihre Vertreter noch weiter: „Die Deutschen sollen nur noch dreimal im Jahr fliegen dürfen“, forderte beispielsweise der Bundestagsabgeordnete Dieter Janecek. Andere Grünen-Politiker erfreuen sich an der Umsetzung von Fahrverboten in Deutschlands Großstädten, wieder andere wollen das Autofahren immer teurer machen.
Dahinter steht eine grundsätzliche Haltung: Klimaschutz soll mit verordnetem Verzicht, Bevormundung und staatlichen Auflagen erreicht werden. Wenn Politiker immer stärker darüber entscheiden, wie Menschen zu wohnen und zu leben haben, wenn die CO2-Reduktion für Verbraucher und Unternehmen mit immer weiter steigenden Kosten verbunden ist, dann dürften Ablehnung und Skepsis gegenüber dem wichtigen Thema Klimaschutz programmiert sein.
Wenn sich eine Pflegekraft kein Auto mehr leisten und die deutsche Stahlindustrie nicht mehr wettbewerbsfähig produzieren kann, wird dies zu Verwerfungen führen. Staatlich oktroyierten Verboten steht zudem ein geringer Nutzen für das Weltklima gegenüber, weil eine solche Politik außerhalb Deutschlands keine Vorbildwirkung entfalten wird und die direkten Auswirkungen auf das Klima im Weltmaßstab marginal sind. Nationale Alleingänge bringen gerade beim Klimaschutz so gut wie nichts.