Prüfers Kolumne: Die Pause ist auch kein Vergnügen mehr
Tillmann Prüfer ist Mitglied der Chefredaktion des „Zeit-Magazins“.
Foto: HandelsblattIch lese immer wieder, dass Arbeitspausen immens wichtig seien. Wer keine Pause macht, ist bald erschöpft. Es gibt vom Gesetzgeber vorgeschriebene Pausenzeiten. Volljährige Arbeitnehmer, die mehr als sechs Stunden arbeiten, müssen eine Ruhepause von mindestens 30 Minuten machen. Wer mehr als neun Stunden arbeitet, braucht 45 Minuten Pause.
Das Bundesamt für Arbeitsschutz empfiehlt sogar zusätzlich zur gesetzlichen Pause noch weitere Pausen von fünf bis zehn Minuten. Dabei wird körperliche Arbeit als pausenfordernder gesehen als geistige Arbeit. Das Problem bei der geistigen Arbeit ist ja, dass man hier manchmal schwer zwischen Pause und Arbeit unterscheiden kann.
Geistig zu arbeiten bedeutet in den meisten Fällen, irgendetwas in einen Computer zu tippen, auf einem Display zu scrollen, zu lesen oder mit anderen zu reden. Wenn man Menschen bei ihren Pausen betrachtet, machen sie aber eben genau das. Sie reden mit anderen Menschen oder beschäftigen sich mit ihren Handys. Der einzige sichtbare Unterschied ist, dass sie dabei vielleicht noch Essen aus einer Aluminiumschale kauen.