Märkte Insight: Beruhigte Bankkunden, nervöse Börsenanleger – diese Aktien trifft die SVB-Pleite
Banken sind günstig bewertet, analysiert Handelsblatt-Redakteur Ulf Sommer. Doch das spielt gegenwärtig nur eine untergeordnete Rolle.
Foto: HandelsblattIst die Finanzkrise zurück? Der Blick auf die Börsenkurse nährt solche Spekulationen. Der Dax rutschte am Montag um drei Prozent unter die Marke von 15.000 Punkten und beendete den Handel bei 14.959 Zählern. Auslöser war die Pleite der Silicon Valley Bank, die sich auf die Finanzierung junger Tech-Firmen konzentrierte.
Dass die US-Regierung den Schutz aller Einlagen öffentlich garantierte und ähnliche Maßnahmen auch für die Signature Bank in New York traf, die ebenfalls von den Behörden geschlossen wurde, beruhigte die Bankkunden, aber nicht die Börsenanleger.
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In Deutschland weckte dieses Vorgehen Erinnerungen an die Finanzkrise im Oktober 2008, als die damalige Kanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Peer Steinbrück nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman versprachen, dass die Gelder bei den Banken sicher seien.
Finanztitel gerieten am Montag besonders unter Druck. Die Commerzbank verlor fast zehn Prozent, die Deutsche Bank 2,7 Prozent. Auch Unicredit und Santander büßten kräftig ein. Die weltweit 150 größten Banken verloren seit vergangenem Mittwoch, als erste Gerüchte um Bankenpleiten die Märkte erfassten, rund 450 Milliarden Euro an Börsenwert.