Märkte-Insight: Nach US-Inflationsdaten: Anleger wetten auf die Zinswende
Handelsblatt-Redakteur Jürgen Röder erläutert die Diskrepanz zwischen Fed- und Markterwartungen.
Foto: dpa, HandelsblattDüsseldorf. Wie sich die Börsenhistorie doch ähnelt. Ein Rückgang der US-Inflation hat am Dienstag zum zweiten Mal binnen fünf Wochen für einen Kurssprung am deutschen Aktienmarkt gesorgt: Der starke Rückgang im Oktober hatte beim deutschen Leitindex Dax am 11. November 2022 für einen Sprung von mehr als 550 Punkten gesorgt und das Ende des Bärenmarkts in diesem Jahr eingeleitet. Das ist ein Begriff für eine längere Phase fallender Kurse.
Am Dienstag ließ der Rückgang der US-Rate auf 7,1 Prozent anstatt der erwarteten 7,3 Prozent den Dax über 200 Punkte nach oben schnellen, ehe Gewinnmitnahmen einsetzten. Letztendlich schloss er 1,3 Prozent im Plus bei 14.497 Punkten.
Damit hat das Frankfurter Börsenbarometer eine vierwöchige Seitwärtsphase beendet. Nun dürfte die Zinsentscheidung am Mittwoch nach Börsenschluss in Deutschland spannend sein. Macht US-Notenbankchef Jerome Powell den Anlegern Hoffnung auf ein baldiges Ende des Erhöhungszyklus?
Bereits vor der Veröffentlichung war klar, dass Powell die Zinsen nur um 50 anstelle von 75 Basispunkten erhöht. Er hatte das angekündigt, und Glaubwürdigkeit bei Notenbankern ist ein hohes Gut. Entsprechend erwarten fast alle Terminmarktprofis laut dem Fed-Watch-Tool der Chicagoer Terminbörse nur eine kleinere Zinserhöhung.