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Märkte-InsightDie Chancen auf eine Jahresendrally sind noch da

Wichtige Konjunkturindikatoren zeigen, dass die Zinserhöhungen ihre Wirkung entfalten. Das lässt für die kommenden Handelstage am Aktienmarkt hoffen.Jürgen Röder 07.11.2023 - 19:20 Uhr aktualisiert

Schaffen die großen Aktienindizes in Europa und den USA noch eine Jahresendrally? Vieles spricht dafür. Das wichtigste Argument: die geldpolitischen Aussichten.

Die wichtigsten Indikatoren für die Weltwirtschaft signalisieren eher ein schwächeres Wachstum in den kommenden Monaten. Sollte sich dieser Trend festigen, wären weitere Zinserhöhungen obsolet. Das wäre eine willkommene Nachricht an den Märkten, wirken steigende Zinsen doch eher als Belastung für die Aktienkurse. Der Weg wäre frei für weitere Kursanstiege.

So ist der Baltic Dry Verschiffungsindex, der den durchschnittlichen Transportpreis für die Verschiffung von Schüttgut vorwiegend aus China angibt, in der vergangenen Woche stark eingebrochen. Er gilt als guter Indikator für die globale, insbesondere die chinesische Konjunktur. Auch die weltweit größte Reederei Maersk baut derzeit massiv Personal ab, weil das Unternehmen für die kommenden zwei bis drei Jahre von einem Überangebot an Transportkapazitäten ausgeht.

Das gleiche Signal sendet der weltweit größte Baumaschinenhersteller Caterpillar. Aus den Quartalszahlen des US-Konzerns ließ sich ein starker Rückgang bei den Auftragsbeständen ablesen, was ebenfalls als verlässlicher konjunktureller Frühindikator betrachtet wird. Denn eine Volkswirtschaft, die wachsen will, ist zuerst auf den Einsatz von Baumaschinen angewiesen.

All diese Daten legen nahe, dass die Zinserhöhungen der großen Notenbanken bereits ihren Effekt entfaltet haben. Die Währungshüter hatten seit 2022 die Zinsen dynamisch erhöht. Diese Schritte wirken bekanntlich erst mit Verzögerung auf die Realwirtschaft. Zumindest eine weitere Erhöhung der Zinsen scheint vorläufig in weite Ferne gerückt sein.

Zudem gibt es eine Diskrepanz zwischen den offiziellen chinesischen Konjunkturdaten, die verhältnismäßig moderat ausfallen, und den Quartalszahlen westlicher Unternehmen, die auf dem Markt im Reich der Mitte aktiv sind. Apple hat vergangene Woche das schwächste Quartal seit einem Jahr auf dem chinesischen Markt vermeldet. Die Aktie wurde wie andere Papiere mit einem nennenswerten Chinaanteil abgestraft. Auch BMW-Autos werden in China seltener gekauft.

Dass die Kurse an den US-Börsen seit nahezu einer Woche wieder steigen, hängt zum einen mit der verkündeten Zinspause der Notenbank Fed zusammen. Ein weiterer Faktor ist eine Maßnahme des US-Finanzministeriums, wie Marktexperte Stephan Heibel bemerkt.

Die Behörde hatte ebenso am vergangenen Mittwoch kommuniziert, wann Anleihen mit der jeweiligen Laufzeit begeben werden, um das riesige Haushaltsdefizit zu stopfen. Allein im vierten Quartal 2023 werden 776 Milliarden Dollar benötigt.

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Bislang wurden in den USA Staatsanleihen mit Laufzeiten von zehn bis 30 Jahren auf den Markt geworfen. Das sorgte dafür, dass die Rendite der zehnjährigen Treasuries über die Marke von fünf Prozent stieg – und ließ im Gegenzug die Aktienkurse abrutschen, weil Anleihen als Anlagealternative attraktiver werden.

Künftig sollen vermehrt Papiere mit kürzerer Laufzeit auf den Markt kommen. Im Zuge dessen steigen die Renditen bei diesen Papieren und nicht wie in der Vergangenheit bei den viel beachteten zehnjährigen Bonds. „Das bedeutet, dass sich die Zinskurve in den kommenden Monaten schneller normalisieren wird als in der Vergangenheit, in denen starke Zinsanstiege die US-Wirtschaft in eine Rezession zu stürzen drohten“, erläutert Heibel. Auch diese Signale nehmen die Investoren an den Aktienmärkten wohlwollend zur Kenntnis.

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