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Märkte InsightTim Cook verkauft Apple-Aktien – Warum das kein Warnsignal ist

Der Apple-Chef hat sich von Aktien seines Unternehmens getrennt und dafür nach Steuern 41 Millionen Dollar kassiert. Das ist selbst für Cook ein großer Verkauf – aber kein Zeichen für Anleger.Andrea Cünnen 04.10.2023 - 18:00 Uhr Artikel anhören

Viele Analysten sehen für die Aktie immer noch Potenzial, erklärt Handelsblatt-Redakteurin Andrea Cünnen.

Foto: Handelsblatt

Die Aktienmärkte sind angeschlagen. In Deutschland rutschte der Dax am Mittwoch erstmals seit März kurz unter die Marke von 15.000 Punkten und zum Handelsschluss mit 15.099 Punkten nicht deutlich darüber. In einem solchen Umfeld suchen Anlegerinnen und Anleger nach Orientierung.

Bei Einzelwerten ist dabei mitunter ein wertvoller Hinweis, wie Vorstandschefs und Aufsichtsräte mit den Aktien der eigenen Unternehmen umgehen. Sie sind schließlich Insider und kennen ihre Firmen besser als jeder andere Anleger. Dabei agieren Insider oft antizyklisch, das heißt: Sie verkaufen gegen den Trend Aktien, die gut gelaufen sind. Umgekehrt greifen sie häufig bei Aktien zu, die sie für unterbewertet halten.

Insiderkäufe sind legal, solange die Topmanager nicht über börsenrelevante Informationen verfügen, die noch nicht öffentlich sind. Außerdem müssen Unternehmen die Käufe an die Aufsichtsbehörden melden. In diesem Zusammenhang sorgte am Mittwoch Tim Cook für Aufsehen.

Der Chef von Apple hat zuletzt laut Daten der US-Börsenaufsicht SEC Apple-Aktien im Wert von rund 41 Millionen Dollar nach Steuern verkauft und damit so viele wie seit mehr als zwei Jahren nicht. Cook trennte sich von rund 511.000 Aktien.

Der Apple-Aktie schadete das am Mittwoch jedoch nicht. Sie legte im frühen New Yorker Handel rund ein halbes Prozent zu auf gut 173 Dollar. Angesichts eines Börsenwerts von insgesamt 2,66 Billionen Dollar reicht selbst ein mittlerer zweistelliger Millionenverkauf nicht, um den Kurs zu bewegen.

Investoren bleiben gelassen

Noch wichtiger ist aber, dass andere Investorinnen und Investoren den Verkauf offenbar nicht als Warnsignal sehen und Apple-Aktien nicht aus ihren Depots werfen. Für diese Gelassenheit gibt es gute Gründe.

Zum einen ist Cook, der seit 25 Jahren für Apple arbeitet, immer noch ein Großaktionär des Konzerns. Nach Daten des Informationsdienstes Bloomberg hält er auch nach dem Verkauf noch 3,28 Millionen Apple-Aktien und damit Anteilsscheine im Wert von rund 565 Millionen Dollar. Dabei schätzt das US-Magazin „Forbes“ das gesamte Vermögen von Cook auf 1,8 Milliarden Dollar. Beides relativiert die Verkaufssumme von 41 Millionen Dollar.

Hinzu kommt, dass Cook in diesem Jahr freiwillig auf 40 Prozent seines Gehalts verzichtet, nachdem einige Aktionäre Bedenken gegen die Entlohnung des Apple-Chefs geäußert haben. Die Zielgröße für sein Gehaltspaket im laufenden Geschäftsjahr beträgt aber immer noch stattliche 49 Millionen Dollar. Davon werden ihm 40 Millionen Dollar in Apple-Aktien zugeteilt.


Tim Cook hat sich von rund 511.000 Apple-Aktien getrennt.

Foto: AP

Deren Vergabe hängt indes zu 75 Prozent vom Geschäftsverlauf Apples ab. Im vergangenen Jahr, in dem Cook 99,4 Millionen Dollar verdiente, hing nur bei der Hälfte der Anteile die Vergabe vom Geschäftsverlauf ab.

Wie hoch das Einkommen des Apple-Chefs auf dem Papier tatsächlich ausfallen wird, hängt aber auch vom Aktienkurs ab, und der sieht bislang gut aus. Die Apple-Aktie hat sich zwar von ihrem im Sommer erreichten Allzeithoch von 198,23 Dollar entfernt. Sie ist seit Januar aber unter dem Strich immer noch um rund ein Drittel gestiegen.

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Viele Analysten sehen für die Aktie immer noch Potenzial – trotz aller Herausforderungen rund um das angespannte Verhältnis zwischen den USA und dem auch für Apple wichtigen Absatzmarkt und Produktionsstandort China.

In dieser Woche sind für die Apple-Aktie und die Börsen insgesamt indes aus China nur wenige Nachrichten zu erwarten. Wegen der Nationalfeiertagswoche sind die Aktienmärkte in der Volksrepublik bis zum 6. Oktober geschlossen.

Apple-Chef Tim Cook hat sich von rund 511.000 Aktien seines Unternehmens getrennt und dafür nach Steuern 41 Millionen Dollar kassiert. Warum das jedoch kein Warnsignal für die Anleger sein muss, erklärt Börsenexperte Manuel Koch.
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