Märkte-Insight: Was die Richtungswechsel an der Börse für die Kurse bedeuten
Handelsblatt-Redakteur Andreas Neuhaus erklärt psychologische Abnutzungseffekte an der Aktienbörse.
Foto: Olena TimashovaDüsseldorf. Wenn man sich an der Börse aktuell auf eines verlassen kann, dann auf Stimmungsschwankungen und schnelle Richtungswechsel. Das schadet den Kursen aktuell nicht nachhaltig, ist aber trotzdem ein Warnsignal, dass der aktuelle Aufwärtstrend schnell gebrochen werden kann. Allein in den vergangenen drei Handelstagen kam es zweimal vor, dass die Kurse binnen kurzer Zeit die Richtung änderten.
Zunächst am Mittwochabend bei der Sitzung der US-Notenbank Fed: Nachdem sie in ihrem Statement von anstehenden Zinserhöhungen geschrieben hatte, also den Plural verwendete, fielen die Kurse an der Wall Street. Schließlich sind höhere Zinsen eine Belastung für den Aktienmarkt.
Als Fed-Chef Jerome Powell dann aber in der folgenden Pressekonferenz erklärte, man werde datenbasiert entscheiden und strebe auch keine übermäßig straffe Geldpolitik an, drehten die Kurse wieder ins Plus. Die Aussagen wurden derart interpretiert, dass die Fed – anders als von ihr kommuniziert – die Zinsen noch in diesem Jahr wieder senken könnte. Sinkende Zinsen wiederum unterstützen den Aktienmarkt.