1. Startseite
  2. Meinung
  3. Kolumnen
  4. Pattsituation an der Börse

Märkte InsightPattsituation an der Börse

Erfreuliche und enttäuschende Unternehmenszahlen zum ersten Quartal des Jahres halten sich die Waage. Für den Dax bedeutet das eine Hängepartie.Ulf Sommer 11.05.2023 - 18:03 Uhr
Artikel anhören

Die sich verstärkenden Kursschwankungen sind oft ein Vorbote für eine ausgedehntere Korrektur.

Foto: Handelsblatt

Donnerstag war großer Berichtstag. Rund zwei Dutzend börsennotierte Konzerne aus Deutschland präsentierten ihre Bilanz für die ersten drei Monate des Jahres. Die Gesamtbilanz der vielen Ergebnisse fällt unentschieden aus. Gute und enttäuschende Quartalsergebnisse halten sich in etwa die Waage.

Im Dax sticht die Deutsche Telekom heraus. Sie hob ihre Jahresziele leicht an. Wieder einmal sorgte vor allem der Kundenzuwachs in den USA für höhere Umsätze und Gewinne. Die Telekom-Aktie reagierte darauf am Donnerstag mit einem Kursanstieg von gut einem Prozent. Die Aktie zählt seit mehr als einem Jahr zu den besseren Dax-Titeln: 23 Prozent Kursplus in den vergangenen zwölf Monaten, 57 Prozent auf Sicht der letzten drei Jahre. Der Dax schaffte in diesen zwei Zeiträumen 15 und 45 Prozent.

Die Positivliste ist länger: Unterhalb des Dax trotzte die auf mittelständische Firmen spezialisierte Indus-Gesellschaft mit steigenden Umsätzen und Gewinnen den schwierigen Rahmenbedingungen im Bau und Wohnungsmarkt. Jenoptik bescherte die hohe Nachfrage aus der Halbleiterindustrie einen Gewinnsprung.

Der IT-Dienstleister Bechtle schaffte dasselbe aufgrund sich weltweit entspannender Lieferketten. Eine starke Nachfrage bescherten dem Industriedienstleister Bilfinger, dem Zug- und Nutzfahrzeugzulieferer Knorr Bremse und dem Fotobuchhersteller Cewe höhere Erträge.
Das Zwischenfazit lautet: Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen präsentieren derzeit gute Ergebnisse.

Dasselbe gilt aber auch auf der Negativseite. Da sind zum einen die Unternehmen, deren Gewinne sinken oder gar einbrechen, wie bei Hapag Lloyd, weil Sondereffekte auslaufen. Der auf die Container-Schifffahrt spezialisierte Logistiker hatte in Coronazeiten von unterbrochenen Lieferketten profitiert, weil sich dadurch die Frachtpreise vervielfacht hatten. Diesen Effekt gibt es nicht mehr und der Konzern muss sich nun mit den hohen Gewinnen der Vergangenheit vergleichen.

Sinkende Nettogewinne durch gestiegene Zinsen

Doch es gibt größere Sorgen, als nur diesen Basiseffekt. Thyssen-Krupp verbucht einen Quartalsverlust, weil hohe Energiekosten belasten. Der IT-Dienstleister Cancom und der Autovermieter Sixt spüren steigende Kosten, sodass die Konzerngewinne sinken. Bei Bayer sind es nicht hohe, sondern niedrige Preise für Glyphosat, die den Konzern zu einer „halben“ Gewinnwarnung zwingen. 2023 werde nur das untere Ende der Prognose erreicht, teilte der Pharma- und Saatguthersteller mit.

Bemerkenswert sind diese zwei Bilanzen: Beim Leasingspezialisten Grenke sorgten steigende Zinsen, neben Wechselkursschwankungen, für einen sinkenden Nettogewinn, obwohl die Erträge operativ gestiegen sind.

Der Außenwerber Ströer steigerte seine Umsätze und Gewinne vor Steuern und Zinsen. Doch unter dem Strich brach der Nettogewinn von 11,1 Millionen im Vorjahresquartal auf 3,4 Millionen Euro ein. Ein Grund dafür waren auch hier die stark gestiegenen Zinsen. Ströer hat hohe Schulden: Die Bilanz weist eine Nettoverschuldung von 746 Millionen Euro aus. Diese ist deutlich höher als das Eigenkapital von 459 Millionen Euro.

Verwandte Themen
Dax
Deutsche Telekom
Ströer
Bilfinger
Thyssen-Krupp
Cancom

Die Pattsituation bei den Bilanzen spiegelt sich auch an der Börse wider. Der Dax notiert fast auf dem gleichen Niveau wie vor einer Woche oder vor einem Monat. Am Donnerstag überwog nach einem stärkeren Beginn die Verkaufsbereitschaft der Investoren, so dass der Dax mit einem Minus von 0,4 Prozent bei 15.835 Punkten schloss.

An der Wall Street lag der Leitindex Dow Jones im frühen Handel im Minus, während der technologielastige Nasdaq-Index kaum verändert notierte. Sorgen bereitet den US-Anlegern nach wie vor die Krise der Regionalbanken.

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt