Märkte Insight: Trotz sinkender Inflation: Es lauern versteckte Gefahren

Vielleicht wird derzeit zu früh gefeiert, mahnt Handelsblatt-Redakteur Andreas Neuhaus.
Foto: Corbis News/Getty ImagesGeradezu überschwänglich wurde Jerome Powell, der Chef der US-Notenbank Fed, im Juni gefeiert. Die Inflationsrate in den Vereinigten Staaten war gerade auf den niedrigsten Stand seit zwei Jahren gesunken, währen die US-Wirtschaft weiter brummte.
Es war das erhoffte Signal, dass die Geldpolitik ihre Wirkung zeigt, ohne allzu große Kollateralschäden in der Wirtschaft zu verursachen.
Diese Sichtweise hat sich bis heute an der Börse gehalten. Eingepreist ist seither ein sogenanntes Goldilocks-Szenario, quasi das Beste aus zwei Welten: Die Inflation wird über Zinserhöhungen auf den Zielwert von zwei Prozent gesenkt, ohne dass die Wirtschaft in eine Rezession stürzt. Das stützt aktuell auch den deutschen Leitindex Dax, der am Mittwoch um 0,5 Prozent auf 15.853 Punkte zulegte.
Das Thema Zinserhöhungen wurde damit für den Rest des Jahres ad acta gelegt. Eingepreist ist, dass die US-Notenbank keine weiteren Zinsschritte mehr unternimmt. Anleger rechnen laut dem Fed Watch Tool der größten US-Terminbörse CME nun sogar eher mit Zinssenkungen im neuen Jahr.