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Maye MuskMutter von Elon Musk hilft ihrem Sohn beim Autoverkauf in China

Westliche Autobauer haben es in China zunehmend schwer. Nicht nur, aber auch wegen der steigenden Zölle. Da ist familiäre Werbeunterstützung sehr willkommen.Martin Benninghoff 16.04.2025 - 11:46 Uhr Artikel anhören
Maye Musk und ihr Sohn Elon: Die „Silver Influencerin“ hat Tausende Follower auf chinesischen und westlichen Social-Media-Plattformen. Foto: Getty Images

Shanghai. Maye Musk ist voll des Lobes. „Beautiful Shanghai nights. Tesla everywhere“, schrieb die Mutter von Elon Musk vor wenigen Tagen auf der Social-Media-Plattform X, als sie die chinesische Wirtschaftsmetropole besuchte. Sie ist oft dort. Als „Silver Influencerin“ im fortgeschrittenen Alter ist die bald 77-Jährige die beste Werbeikone ihres Sohnes in der Volksrepublik, immer bereit, ihn gegen Kritiker aller Art zu verteidigen und die Werbetrommel zu rühren, kompromisslose Mutterliebe inklusive („Er ist ein Genie“).

Für den Elektroautohersteller Tesla ist das auf dem wichtigen chinesischen Markt viel wert. Auf der in China beliebten sozialen Plattform „Xiaohongshu“, im Westen als „Red Note“ oder „Little Red Book“ bekannt, folgen Maye Musk knapp 696.000 Fans.

Sie wirbt dort für chinesische Marken, verkauft sich als Ernährungsberaterin und ergrautes Supermodel. Und hilft ihrem nicht minder sendungsbewussten Sohn, die in China unter Druck geratene Marke Tesla wieder nach vorn zu bringen. Das ist keine leichte Aufgabe angesichts der chinesischen Konkurrenz und der Herausforderungen durch den von US-Präsident Donald Trump eskalierten Zollkonflikt.

Tesla hat in den vergangenen Jahren deutlich Marktanteile an die heimische Konkurrenz verloren. Im März verkaufte der Hersteller nach Angaben der China Passenger Car Association 78.828 Elektroautos, 11,5 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Auf der Hitliste der sogenannten New Energy Vehicles liegt der US-Konzern nur noch auf Platz drei (er stellt allerdings nur E-Autos her, andere Konzerne auch Hybride), an der Spitze steht unangefochten BYD aus Shenzhen.

Immerhin: Teslas frisch überarbeitetes Model Y verkauft sich seit dem Verkaufsstart im März auf dem chinesischen Markt bislang respektabel. „Tesla everywhere“, wie Musk behauptet, ist allerdings auch im wohlhabenden Shanghai maßlos übertrieben.

Vorbereitungen für Shanghai Auto Show

Stattdessen könnte es bald „BYD, Geely oder Li Auto everywhere“ heißen, zumindest auf den Straßen der Metropolen. Die chinesischen Marken bauen im E-Segment ihre marktbeherrschende Stellung aus, westliche Autobauer wie Volkswagen oder Mercedes haben es nach wie vor schwer. Der Konkurrenzdruck wird auch in der kommenden Woche das beherrschende Thema sein, wenn die Shanghai Auto Show eröffnet, eine für die Branche weltweit bedeutende Messe.

Derzeit laufen die Vorbereitungen in Shanghais Westen für die Werkschau chinesischer und ausländischer Anbieter. Straßen werden gesperrt, schon in dieser Woche ist dort mehr Polizei unterwegs.

Der Markt für Fahrzeuge mit neuen Antriebstechnologien wächst in China weiter, immer bedeutender werden die Trends zu intelligenten Fahrfunktionen. „Wir beobachten, dass intelligente Fahrlösungen […] immer häufiger in preisgünstigeren Fahrzeugmodellen eingesetzt werden“, sagte ein Sprecher des deutschen Automobilzulieferers Bosch in China dem Handelsblatt.

„Mit dem Trend zur intelligenten Mobilität spielen Software und KI eine immer wichtigere Rolle.“ Allerdings stellt sich die Frage, ob günstigere Modelle dafür auch ausreichend Geld einbringen.

In der wöchentlichen Kolumne „Asia Techonomics“ schreiben Handelsblatt-Korrespondenten im Wechsel über Innovations- und Wirtschaftstrends in Asien. Foto: Klawe Rzeczy

Denn Chinas Wachstum auf dem Fahrzeugmarkt wird auch durch massive Preisnachlässe getrieben. Im März gab es zum Teil um die 17.000 Yuan Rabatt auf neue Elektroautos, das sind umgerechnet mehr als 2000 Euro. Das Konsumklima in China ist weiterhin schwach, und das Angebot übersteigt die Nachfrage – das forciert Preiskämpfe, denen sich die Hersteller nur schwer entziehen können.

CATL orientiert sich eher in Richtung Europa

„Wir bedauern, dass der Preiskampf durch eine Kombination von Faktoren wie Marktkonsolidierung, technologische Veränderungen und eine veränderte Nutzernachfrage ausgelöst wurde“, sagte Yang Yong, geschäftsführender Vizepräsident des südchinesischen Automobilzulieferers Desay SV dem Handelsblatt. Das Unternehmen hat seinen Sitz in der Stadt Huizhou bei Shenzhen.

Zum hausgemachten Preisdruck kommen externe Faktoren wie der Zollkonflikt mit den USA, der in den vergangenen Tagen eskaliert ist. US-Präsident Donald Trump will chinesische Produkte aus den USA fernhalten, riskiert damit aber auch, dass US-Unternehmen wie Tesla in China in noch größere Schwierigkeiten geraten.

Das Model Y hat ein Update bekommen. Schnee, wie hier auf dem Werbefoto des Unternehmens, gibt es in Shanghai allerdings nur sehr selten. Foto: Tesla

Umgekehrt haben chinesische Unternehmen wie der große Batteriehersteller CATL aus dem südchinesischen Ningde vorgesorgt: Sie haben ihr US-Geschäft zurückgefahren – oder zurückfahren müssen, weil sie wegen angeblicher Verbindungen zum chinesischen Militär auf einer schwarzen Liste der Amerikaner gelandet sind. Stattdessen expandiert das Unternehmen – ebenso wie der Konkurrent BYD – nach Europa.

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Tesla indes hat seine China-Strategie für den Verkauf angepasst. Derzeit können nur die Modelle 3 und Y im chinesischen Tesla-Shop auf der Website bestellt werden, die Modelle S und X sind nicht mehr erhältlich. Sie werden in den USA produziert, auf sie werden daher chinesische Einfuhrzölle fällig.

Es könnte also gut sein, dass Frau Musk in Zukunft weniger Teslas auf Shanghais Straßen sehen wird. Oder sie muss einfach häufiger anreisen – und noch mehr Werbung für das Unternehmen ihres Sohnes machen.

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