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Generation ZBessergestellt, aber gespaltener als gedacht

Den zwischen 1995 und 2010 Geborenen geht es offenbar besser als der Generation ihrer Eltern, und sie blicken überwiegend positiv in die Zukunft. Ein Problem aber treibt sie besonders um.Thomas Hanke 16.10.2024 - 11:35 Uhr Artikel anhören
Junge Menschen: Die sogenannte Gen Z profitiert vom Wohlstandszuwachs ihrer Eltern. Foto: ManpowerGroup Deutschland GmbH/A

Bewegendes Gesprächsthema in vielen Mittelschichtsfamilien ist die Furcht, dass es ihren Kindern schlechter gehen wird als ihnen selbst. Steffi Burkhart, Wirtschaftspsychologin und „Expertin für die Generationen Y, Z und Alpha“, teilt diese Sorge: „Die Generation Z (zwischen 1995 und 2010 Geborene) verdient 30 Prozent weniger als ihre Eltern im selben Alter.“

Ihre Skepsis ist jedenfalls weit verbreitet. Aber ist sie auch berechtigt? Markus Grabka vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung hält klar dagegen: „Der Generation Z geht es nicht schlechter als vorhergehenden Generationen.“ Der Experte für das Sozio-Ökonomische Panel des DIW verweist auf die realen Haushalts-Nettoeinkommen, die im Vergleich zu 1995 im Schnitt um 31 Prozent gestiegen seien. „Davon hat auch die Generation Z profitiert“, konstatiert Grabka.

Generation Z: Vor allem die Frauen sind besser ausgebildet

Eine Untersuchung des Pew Research Center in den USA zeigt ebenfalls, dass es der Generation Z materiell deutlich besser geht als den jungen Erwachsenen 30 Jahre vorher. Sie sind besser ausgebildet, was vor allem für junge Frauen gilt: Bei ihnen hat sich der Anteil mit mindestens vierjähriger Collegebildung auf 47 Prozent verdoppelt.

Mehr Menschen aus der Generation Z arbeiten Vollzeit als vor 30 Jahren, und die Einkommen sind inflationsbereinigt kräftig gestiegen: bei den 25- bis 29-Jährigen um 24 Prozent, bei den 30- bis 34-Jährigen um 29 Prozent.

Ein Sonderproblem in den USA sind die Kredite, die für die Finanzierung der Studiengebühren aufgenommen werden müssen. Von den 30- bis 34-Jährigen sind heute 39 Prozent verschuldet. Vor 30 Jahren waren es nur halb so viele.

DIW-Experte Grabka verweist darauf, dass auch an Erbschaften und Schenkungen gedacht werden müsse, da die Generation Z höhere Vermögen aus der Vorgängergeneration erben werde. Dieser Hinweis soll das Argument der Skeptiker entkräften, die heute knapp unter 30-Jährigen könnten aufgrund der Preissteigerungen keine Immobilien mehr kaufen.

Eine Generation der Erben

Wenngleich Deutschland bei der Wohneigentumsquote im europäischen  Vergleich auf einem der hintersten Plätze rangiert, so leben nach Angaben des Statistischen Bundesamtes doch gut 42 Prozent der Bundesbürger in den eigenen vier Wänden. Und deren Wohnungen und Häuser werden ja an die Generation weitergegeben, die möglicherweise nicht genügend Mittel für den Erwerb hat.

Doch nicht alle werden zu den glücklichen Erben zählen. Treffender als der eher pauschale Vergleich zweier Generationen ist deswegen die Betrachtung einzelner Gruppen innerhalb der Generation Z. Da ist allerdings die Datenlage in Deutschland nicht besonders gut.

Man weiß, dass wie in den USA junge Frauen besser ausgebildet sind als die Generation ihrer Mütter und dass sie mittlerweile in bessere Jobs aufsteigen können. „Aber viele von ihnen können nicht Vollzeit arbeiten, wie sie es wünschen, weil die Kinderbetreuung in der Bundesrepublik längst nicht ausreicht“, stellt eine Expertin der Bertelsmann Stiftung fest.

Die Jungen haben es schwer, wenn es um sozialen Aufstieg geht

Und der vor zwei Wochen erschienene neue Kinder- und Jugendbericht konstatiert, dass sich die Spaltung in soziale Klassen in Deutschland verfestige. Es werde schwerer, sozioökonomisch aufzusteigen: „Die Schere zwischen Reichtum und Armut verstetigt und verfestigt sich.“ Das betreffe in besonderem Maße junge Erwachsene mit Migrationshintergrund. Hier deutet sich also eine zunehmende  Ungleichheit innerhalb der Generation Z an.

Generationenkonflikt

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Die größte oder eine der größten Sorgen – je nach Umfrage – der Generation Z sind die Folgen der Erderwärmung. Oft wird angenommen, dass sie besonders stark unter dem Raubbau an fossilen Energieträgern durch frühere Generationen leiden wird.

Die Forschung sieht das etwas differenzierter. Viel hängt davon ab, ob es gelingt, den Ausstoß an Klimagasen in naher Zukunft deutlich zu verringern oder nicht. Für die USA erwartet die Klimaforschungs-Organisation Climate Central bei anhaltend hohen Emissionen, dass die Generation Z im Laufe ihres Lebens einen doppelt so starken Aufheizungseffekt erdulden muss wie die (zwischen 1948 und 1963 geborenen) Boomer.

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Im Falle rascher Emissionssenkungen dagegen würden sich die Aufheizungsszenarien für beide Generationen kaum unterscheiden. Die zwischen beiden liegende Generation X würde die Wirkungen der Emissionssenkungen dagegen kaum noch erleben. Sie wäre dann diejenige, die im Laufe ihres Lebens am stärksten unter der Erderwärmung leiden würde.

Viel dramatischer sieht es in anderen Weltregionen wie der Sahelzone aus, die schon heute stark von der Aufheizung der Atmosphäre betroffen sind. Die NGO Save the Children rechnet damit, dass die jungen Generationen hier schon in naher Zukunft „zwischen Hunger und Emigration“ werden wählen müssen.

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