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AktienAn der Börse sind Dividenden fast alles

Die Unternehmen tun gut daran, auch in schwierigen Zeiten ihre Ausschüttungen stabil zu halten. Ohne Dividenden stände der Dax 62 Prozent tiefer. Ein Kommentar.Ulf Sommer 17.03.2025 - 04:04 Uhr
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Der Dax ist so konstruiert, als ob alle Dividenden sofort in den Dax reinvestiert werden. Foto: AFP

Mit 23.000 Punkten notiert der Dax fast auf Rekordniveau. Das verdankt er nur zu einem Drittel den Kursgewinnen der Aktien. Fast zwei Drittel, nämlich genau 14150 Punkte, steuern die jährlichen Dividenden bei.

Denn der Dax ist so konstruiert, als würden alle Dividenden sofort wieder in den Dax reinvestiert. Das unterscheidet unser Börsenbarometer von anderen großen Indizes wie Euro Stoxx 50, Dow Jones und S&P 500.

Langfristig sind Dividenden der größte Erfolgsfaktor im Depot. Vor diesem Hintergrund ist es nur folgerichtig, dass Unternehmen Dividenden nicht als Almosen, sondern als Gewinnbeteiligung für ihre Aktionäre verstehen.

Mehr noch: Weil viele Aktionärinnen und Aktionäre auf die jährlichen Ausschüttungen angewiesen sind, etwa um steigende Mieten zu bezahlen oder ihre Altersvorsorge aufzustocken, setzen immer mehr Konzerne auf Kontinuität: Sie erhöhen die Ausschüttungen in guten Jahren und halten sie in schwächeren Phasen stabil.

Kommentar

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So auch die Deutsche Post. Der Logistiker schüttet in diesem Jahr unverändert 1,85 Euro aus und damit fast zwei Drittel seines (gesunkenen) Nettogewinns. Das liegt über der Konzerngrenze von maximal 60 Prozent des Gewinns.

Um künftig wieder mehr zu verdienen und sich die Dividende besser leisten zu können, will die Post mindestens eine Milliarde Euro einsparen. 8000 Stellen sollen wegfallen: sozialverträglich durch Fluktuation und (Vor-) Ruhestand.

Das mag man kritisieren, aber Fakt ist: Börsennotierte Unternehmen gehören nicht den Beschäftigten, sondern den Aktionären. Und es ist keineswegs so, dass immer die Mitarbeitenden die Zeche zahlen, wenn es schlecht läuft. Bayer hat vor zehn Jahren mit der Übernahme des Glyphosat-Herstellers Monsanto eine folgenschwere Fehlentscheidung getroffen. Die Gewinne sind eingebrochen, der Aktienkurs um 80 Prozent gefallen, die Bilanz ist überstrapaziert und die Dividende liegt bei mickrigen elf Cent.

In der bevorstehenden Hauptversammlung lässt sich der angeschlagene Konzern eine Kapitalerhöhung von rund 35 Prozent des Grundkapitals auf Vorrat genehmigen. Gemessen am aktuellen Aktienkurs geht es um acht Milliarden Euro. Greift Bayer tatsächlich auf seinen beabsichtigten Vorratsbeschluss zurück, verwässert dies die Aktie erheblich, was den Kurs neuerlich unter Druck setzen dürfte.

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Aber mit dem Geld der Aktionäre – und nicht mit dem der Mitarbeiter – könnte ein Neuanfang gelingen. Es ist ein typisches Börsengeschäft, dass Aktionäre über das Wohl und Wehe von Unternehmen entscheiden.

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