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KommentarCurevac und Biontech: Die deutsche Biotechbranche kann neue Stars gut gebrauchen

Zwei Biotech-Firmen könnten durch einen Corona-Impfstoff zu Unternehmen von Weltrang aufsteigen. So oder so: Die aktuellen Erfolge sind ein Signal.Siegfried Hofmann 23.07.2020 - 19:02 Uhr

Das Unternehmen könnte einer der neuen Stars der Biotechbranche werden.

Foto: Reuters

Die USA und Großbritannien bestellen große Impfstoffmengen bei Biontech. Die Bundesrepublik, Katar und der britische Pharmariese Glaxo-Smithkline steigen mit Hunderten von Millionen beim RNA-Spezialisten Curevac ein. Wer die Nachrichten der letzten Tage verfolgte, könnte leicht den Eindruck gewinnen, die deutsche Biotechbranche sei bereits zur neuen Großmacht im Impfstoffgeschäft aufgestiegen. 

Das wäre voreilig. Denn noch ist keineswegs sicher, ob die Vakzine aus den Labors in Mainz und Tübingen wirklich funktionieren. Und die Risiken und Unsicherheiten in der Impfstoff- und Medikamentenentwicklung sind bekanntlich hoch. Beide Firmen müssen erst noch zeigen, dass ihre Impfstoffe vor Corona-Infektionen schützen und zugleich sicher genug sind für den Masseneinsatz. Biontech und ihr US-Partner Pfizer werden die dazu nötigen Studien in den nächsten Tagen erst beginnen. Curevac liegt sogar noch weiter zurück und hat bisher noch keinerlei klinische Daten zum eigenen Impfstoffkandidaten publiziert.

Dennoch sind die jüngsten Deals ein wichtiges Erfolgssignal. Sie bestätigen, wie viel Potenzial Investoren, Pharmakonzerne und auch Regierungen in den neuartigen Technologien der RNA-Pioniere sehen. Biontech zählt mit seinem Entwicklungsprojekt schon heute zu den wichtigsten Hoffnungsträgern im Kampf gegen Covid-19, manche Analysten bewerten es sogar als den derzeit aussichtsreichsten Impfstoffkandidaten.

Solvente Investoren im Rücken

Curevac hat zumindest Chancen, in den Favoritenkreis aufzusteigen. Schaffen sie es, ihre Impfstoffe tatsächlich auf den Markt zu bringen, würde das dem gesamten Sektor ein neues Standing verschaffen und damit auch neue Finanzierungsperspektiven eröffnen.

Zugleich vermitteln die neuen Biotech-Stars wichtige Lehren für die Weiterentwicklung der Branche: Ihr Erfolg gründet sich letztlich auf einer Mischung von Glück und Strategie. Weder Biontech-Chef Ugur Sahin noch der langjährige Curevac-Chef und -Gründer Ingmar Hoerr konnten ahnen, dass ausgerechnet eine globale Pandemie ihre Forschung ins Rampenlicht rücken würde. Primär zielten beide Firmen auf die Krebstherapie. Aber sie haben mit dem beharrlichen Ausbau ihrer Technologieplattformen die Voraussetzungen geschaffen, um nun im Kampf gegen das Coronavirus vorn mitmischen zu können.

Es ist insofern auch kein Zufall, dass beide Firmen mit besonders finanzstarken und geduldigen Geldgebern im Rücken operieren – den Strüngmann-Brüdern bei Biontech und SAP-Gründer Dietmar Hopp bei Curevac. Das alles zeigt, worauf es im Biotechgeschäft letztlich ankommt: gute Wissenschaft, einen langen Atem und großzügige Finanzierung. Diese Kombination wird noch häufiger benötigt.

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