Kommentar: Der Aktienmarkt spiegelt die besten aller Welten wider – Anleger werden zu Recht nervöser
Die Angst vor der Ausbreitung des Coronavirus rückt an den Aktienmärkten wieder in den Fokus.
Foto: dpaDie Wortwahl erschreckt. Als „großen Ausverkauf“ bezeichneten Strategen der Deutschen Bank die Entwicklung der Börsen am vergangenen Donnerstag. Das ist übertrieben. Der US-Leitindex S&P 500 verlor an jenem Tag 0,8 Prozent, beim Dax waren es 1,7 Prozent. Das entsprach zwar für beide Indizes dem größten Tagesverlust seit drei Wochen. Doch ein „Ausverkauf“ sieht anders aus. Zudem erholten sich die Börsen am Freitag wieder.
Trotzdem rücken potenzielle Rückschläge an den Aktienmärkten nun wieder stärker in den Fokus. Das liegt auch daran, dass Anleger wieder sichere Staatsanleihen kaufen. Im Umkehrschluss zu den steigenden Kursen sind deren Renditen gesunken: Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe fiel in der vergangenen Woche deutlich unter 1,3 Prozent. Ende März stand sie noch bei 1,75 Prozent. Damals verunsicherten die steigenden Kapitalmarktzinsen mit Blick auf steigende Zinskosten der Unternehmen.
Paradoxerweise verunsichern jetzt die deutlich gesunkenen Anleiherenditen die Aktienanleger. Sie fragen sich: Signalisieren die fallenden Renditen ein Ende des Wirtschaftsaufschwungs? Das und die Rede vom „Ausverkauf“ zeigen, dass die Investoren an den Aktienmärkten nervöser werden. Und das zu Recht.