US-Staatsanleihen: Vier Erklärungen für die rätselhafte Rally am Anleihemarkt
US-Anleihen sind so gefragt wie lange nicht.
Foto: UPI/laifFrankfurt . Die Wirtschaft erholt sich von der Corona-Pandemie. Die Inflation steigt. Die US-Notenbank hat mit Diskussionen über ein Zurückfahren ihrer Anleihekäufe begonnen. Das alles spricht eigentlich für fallende Kurse und damit steigende Renditen an den Anleihemärkten. Doch das Gegenteil ist der Fall. Die Anleihemärkte befinden sich inmitten einer rätselhaften Rally.
Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe ist auf unter 1,3 Prozent gefallen. So niedrig lag sie zuletzt Anfang Februar. Allein am Dienstag und Mittwoch sackte die Rendite des weltweit am meisten beachteten Staatspapiers um 0,2 Prozentpunkte ab. Das ist für Anleihen sehr viel in so kurzer Zeit. Seit ihrem Zwischenhoch von mehr als 1,7 Prozent ist die Rendite um mehr als einen halben Prozentpunkt gefallen.
Die europäischen Anleihemärkte können sich dem Sog nicht entziehen. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe – dem wichtigsten Maßstab für die Kapitalmarktzinsen im Euro-Raum – liegt mit minus 0,3 Prozent ebenfalls so niedrig wie zuletzt Anfang April.
Statt Rendite zu bekommen, zahlen Investoren wieder mehr Gebühren dafür, dass sie ihr Geld beim deutschen Staat parken dürfen. Mitte Mai war die Rendite auf bis zu minus 0,1 Prozent gestiegen. Strategen sahen da schon das Ende der Nullzinsen näherrücken.