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Kommentar Der Börsengang des Start-ups Nikola kam zur falschen Zeit

Spacs erlauben es Start-ups, sehr früh an die Börse zu gehen. Die Schattenseiten offenbart Nikola – und zeigt dabei gleichzeitig die Probleme des Unternehmens.
20.09.2020 - 16:42 Uhr Kommentieren
Nikola-Chef Trevor Milton steht vor einem
Nikola

Das Unternehmen will mit seinen Wasserstoff-Fahrzeugen den Markt für Lkw und Kleinlaster revolutionieren.

(Foto: Isaac Sloan/NikolaMotor)

Spacs sind der letzte Schrei an der Wall Street. Die Abkürzung steht für „Special Purpose Acquisition Companies“ und bezeichnet eine Mantelgesellschaft, die zunächst Kapital über einen Börsengang einsammelt, um das Geld in die Übernahme eines noch nicht identifizierten Unternehmens zu investieren.

Diese Methode ist nicht neu, hat in den vergangenen Monaten jedoch viele prominente Anhänger gefunden. Starinvestor Bill Ackman vom Hedgefonds Pershing Square brachte im Juli den bislang größten Spac an die Börse, mit einem Volumen von vier Milliarden Dollar.

Gary Cohn, der frühere Wirtschaftsberater von US-Präsident Donald Trump, zuvor die Nummer zwei bei Goldman, plant sein eigenes Mantelunternehmen. In diesem Jahr gab es mehr Spac-Börsengänge als reguläre Erstnotizen. Auch Nikola ist so an die Börse gegangen. Das Start-up, das Wasserstofftrucks bauen will, fusionierte mit der Mantelgesellschaft des früheren General-Motors-Managers Steve Girsky.
Für kurze Zeit war Nikola, das sich beim Namen wie Tesla an den Erfinder Nikola Tesla anlehnt, ein Börsenstar. Doch die Shortseller-Attacke des Finanzinvestors Hindenburg zeigt deutlich die Schwächen der Spacs – und die von Nikola.

Das Start-up hat es über die Hintertür an die Börse geschafft, ohne Umsatz und ohne Produkte. Und ohne den kritischen Blick einer Reihe von institutionellen Investoren und Analysten, die bei einem klassischen Börsengang ein Unternehmen auf der Roadshow unter die Lupe nehmen.

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    Pandemie sorgt für Verzögerung

    Derzeit werden in Ulm in Kooperation mit dem Lkw-Bauer Iveco die ersten Prototypen von Hand gebaut. Erst Ende 2021 soll die Serienproduktion starten. Bis dahin kann und wird sich viel ändern und verzögern, es wird Rückschläge geben.

    Auch die Pandemie führte in Nikolas Zeitplan zu Verzögerungen. Und das wird die Aktie noch über Jahre anfällig machen für starke Schwankungen und für immer neue Attacken von Leerverkäufern, die profitieren, wenn der Kurs einbricht.

    Die Angriffe von Hindenburg werfen noch ein weiteres wichtiges Problem auf: Was gilt noch als aggressives Marketing und was ist schlicht gelogen? Da Nikola nun an der Börse gelistet ist, unterliegt es den strengen Regeln der Börsenaufsicht, die sicherstellen sollen, dass ein Unternehmen seine Investoren nicht in die Irre führt oder gar betrügt.

    Das kollidiert jedoch mit einer Philosophie, die Start-up-Gründern seit Jahren eingebläut wird: „Fake it till you make it.“ Was in Nikolas Fall so viel bedeutet wie: Man tut einfach so, als würde schon alles funktionieren, bis es dann irgendwann (hoffentlich) wirklich funktioniert. Diese Freiheit haben Start-ups, wenn sie privat finanziert sind, aber nicht mehr als börsennotierte Unternehmen.

    Girsky und Nikola-Gründer Trevor Milton hätten das wissen müssen. Unabhängig davon, wie die Sache ausgeht, ist dieser Fall ein Lehrstück für alle anderen Unternehmen und Spac-Investoren. Das heißt nicht, dass die Hintertür-Methode grundsätzlich schlecht ist. Doch sie eignet sich nur für reifere Unternehmen, die ein funktionierendes Geschäftsmodell vorweisen können.

    Mehr: Zweifel an Start-up Nikola stellen neue Allianz mit GM infrage

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