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Kommentar Der Bund hat beim Thema Luftfilter für Schulen viel zu zögerlich agiert

Die Bundesregierung hat zu spät Gelder für mobile Luftfilter bereitgestellt. Bis zum Beginn des neues Schuljahrs werden sie wohl kaum installiert sein.
16.07.2021 - 18:00 Uhr Kommentieren
In deutschen Schulen bislang noch die Ausnahme. Quelle: dpa
Mobiler Luftfilter

In deutschen Schulen bislang noch die Ausnahme.

(Foto: dpa)

Berlin Der Bund hat vor wenigen Tagen Gelder für mobile Luftfilter in den Schulen bereitgestellt, doch die Ansage kommt spät: In manchen Bundesländern enden die Sommerferien schon in zwei Wochen. Nun beginnt der Run auf die Geräte. Die Hersteller warnen bereits, dass sie vermutlich nicht alle Kommunen rechtzeitig beliefern können.

Der Bund hat viel zu zögerlich agiert. Und das nicht nur bei den mobilen Filtern. Auch das Programm für fest installierte Lüftungsanlagen wurde erst im Mai 2021 auf den Weg gebracht – da war schon lange klar, dass man die Geräte nicht in wenigen Monaten flächendeckend einbauen lassen kann, schon gar nicht, wenn wegen des Baubooms überall Handwerker fehlen.

Nun sind die Schüler jener Länder im Vorteil, die nicht auf den Bund gewartet haben und eigene Förderprogramme auflegten. Dazu gehören etwa Rheinland-Pfalz, Saarland oder Bayern. In den 141 Bremer Schulen sind jetzt schon 2400 mobile Filter im Einsatz. 

Da zeigen sich die Stärken des Föderalismus. Länderminister sind nah dran und müssen agieren. Sie dürfen nicht darauf hoffen, dass die Kommunen das Problem schon irgendwie selbst lösen. Genauso wenig dürfen sie auf ihre Ressortkollegen für Gesundheit oder Wirtschaft in der Bundesregierung warten. Gut so, denn: Bis ein Problem in der Bundeshauptstadt erkannt ist – zumal, wenn es sich um Themen wie Schule handelt, mit denen der Bund nicht alltäglich befasst ist –, kann es dauern.

Fehler des Umweltbundesamts

Was die verbummelte Luftfilterlösung betrifft, hat auch das Umweltbundesamt eine unrühmliche Rolle gespielt. Lange hat es an der Ideallösung fest installierter Anlagen festgehalten und mobile Filter als Notlösung bezeichnet. Das schreckte Politiker ab, dafür Geld auszugeben, oder diente als Ausrede.

So oder so: Nach den Ferien werden viele Klassenzimmer noch immer keine Luftfilter haben – und auch im Herbst nicht, wenn es wieder richtig kalt wird. Da bleibt mancherorts nur die Selbsthilfe. Vielfach haben Lehrer und Eltern schon das vom Mainzer Max-Planck-Institut entwickelte Lüftungssystem selbst eingebaut, dessen Teile man für wenig Geld im Baumarkt kaufen kann.

Solche Lösungen sind allemal besser, als wieder in den Wechselunterricht oder gar ganz ins Homeschooling zurückzukehren, falls im Herbst die Inzidenzen zu hoch sind.

Zum Wintersemester wollen übrigens auch die Hochschulen endlich wieder zur Präsenzlehre zurückkehren. Hier ist noch völlig unklar, in welchem Ausmaß Lüftungen fehlen. Sie haben allerdings einen Vorteil gegenüber den Schulen: Studierende können sich impfen lassen – die Kampagnen dazu müssen aber schleunigst anlaufen. 

Mehr: Hersteller befürchten ein „Wettrennen“ um die knappen Filter

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