Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Der Streit um ASML sollte Europa eine Warnung sein

Die Einmischung der USA beim wertvollsten IT-Konzern Europas ist nur ein Vorgeschmack darauf, was vielen anderen Firmen drohen könnte. Europa sollte sich dem Druck nicht beugen.
21.07.2021 - 13:32 Uhr 1 Kommentar
ASML ist ins Visier der Großmächte geraten. Quelle: via REUTERS
ASML

ASML ist ins Visier der Großmächte geraten.

(Foto: via REUTERS)

Dem niederländischen Chipausrüster ASML geht es besser als je zuvor. Sowohl Umsatz als auch Gewinn schießen in die Höhe. Auch Vorstandschef Peter Wennink ist so zuversichtlich, dass er am Mittwoch ankündigte, für neun Milliarden Euro Aktien zurückzukaufen.

Die Börse ist schon länger begeistert: Die Marktkapitalisierung ist in den vergangenen Monaten auf rund 250 Milliarden Euro geklettert. Damit ist der Maschinenbauer, gemessen am Börsenwert, die Nummer zwei in der Euro-Zone nach LVMH.

Trotz der guten Nachrichten, die Aussichten sind nicht ungetrübt. ASML ist ins Visier der Großmächte geraten. Die USA verhindern den Export der modernsten ASML-Maschinen nach China, der sogenannten EUV-Technologie. Präsident Joe Biden übt Druck auf die Regierung in Den Haag aus, weil er fürchtet, dass die Volksrepublik mit dem Equipment aus den Niederlanden eine eigene, schlagkräftige Halbleiterindustrie aufbauen könnte.

Noch schmerzt das ASML wenig, der Konzern kann ohnehin nicht so viel liefern, wie die Kunden bestellen. Es ist gleichwohl beunruhigend, wenn das Geschäft eines europäischen Maschinenbauers nicht allein von Angebot und Nachfrage bestimmt wird, sondern aufgrund von strategischen Überlegungen Amerikas.

Denn wenn der gegenwärtige Chip-Boom vorbei ist, könnte der China-Bann die weitere Entwicklung von ASML bremsen. Schließlich ist die Volksrepublik der größte Chipmarkt der Welt.

Der Bann Amerikas kann jeden High-Tech-Konzern treffen

Vor allem aber sollten alle anderen High-Tech-Firmen in Europa genau hinschauen. Denn es könnte sie jederzeit selbst treffen. Zum Teil spüren sie den langen Arm der USA bereits. Chipkonzernen wie Infineon aus München oder NXP aus Eindhoven ist es heute schon untersagt, den chinesischen Großkunden Huawei zu bedienen – weil Amerika das so will. Damit entgehen ihnen nicht nur Milliarden an Umsatz. Ihnen steht auch weniger Geld für Forschung und Entwicklung zur Verfügung. Dadurch sind sie langfristig weniger konkurrenzfähig.

Es ist jetzt Sache der EU und der nationalen Regierungen, mit den Beamten in Washington einen vernünftigen Ausgleich zu finden für die Einschränkungen. Die USA könnten zum Beispiel dafür sorgen, dass amerikanische Chipkonzerne verstärkt in Europa investieren, und zwar in Bereichen, in denen hier Mangel herrscht.

Keinesfalls jedoch sollte sich Europa dem Druck Amerikas einfach beugen. Sonst verliert der Kontinent langfristig noch seine letzten starken Spieler in der so wichtigen Halbleiterbranche.

Mehr: Chipmangel trifft jetzt auch Computerbranche: Laptops und PCs werden knapp.

Startseite
Mehr zu: Kommentar - Der Streit um ASML sollte Europa eine Warnung sein
1 Kommentar zu "Kommentar: Der Streit um ASML sollte Europa eine Warnung sein"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Sehr guter Kommentar. Mich nerven die USA einfach nur noch mit ihren eigenen Handelsregeln, das geht mir mächtig gegen den Strich. Denen geht es doch gar nicht nur um China, die wollen uns ebenfalls klein halten damit sie weiterhin die Supermacht bleiben. Was erlauben die sich uns vorzuschreiben, mit wem wir Handel treiben? Wenn wir China den Export solcher Fertigungsanlagen verweigern, werden die es in ein paar Jahren selber herstellen können. Und wer steht dann als Verlierer da? Wir. Dadurch wird nur die Innovation verzögert bzw. der Fortschritt, und das ist traurig. Liebe EU, lasst euch das von den USA bitte nicht bieten.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%