Kommentar: Der Streit um die Chips kennt viele Verlierer

Amerika und China streiten um die Vorherrschaft bei den strategisch wichtigen Halbleitern.
Foto: ReutersIn dieser Woche wird sich zeigen, ob China im Handelskonflikt um Halbleiter mit den USA Ernst macht. Ab dem 1. August müssen chinesische Anbieter von Germanium und Gallium Exportlizenzen beantragen. Verweigert Peking die Ausfuhrgenehmigungen in großem Stil, könnten zwei für die Halbleiterbranche wichtige Materialien knapp werden.
Die Volksrepublik reagiert damit auf amerikanische Sanktionen, die teilweise schon seit Jahren bestehen. Im Frühjahr ist China bereits gegen den amerikanischen Halbleiterhersteller Micron vorgegangen. Zuvor hatte das Land weitgehend auf Gegenmaßnahmen verzichtet.
Damit zeichnet sich ab, dass die Auseinandersetzung eskaliert. Denn Amerika bereitet bereits die nächsten Strafmaßnahmen vor. Dabei zeigen sich längst die negativen Auswirkungen des Konflikts.
Weil keine Seite der anderen mehr traut, subventionieren Staaten weltweit Chipwerke vor der eigenen Haustüre mit zweistelligen Milliardenbeträgen. Für die Steuerzahler ist das eine schwere Bürde.
Den Preis zahlen die Verbraucher
Viel leichter ist es für die Chinesen, bei Chips aufzuholen, wie sie die führenden europäische Konzerne Infineon, NXP und STMicroelectronics anbieten. Daher ist der Streit der Supermächte für die europäische Chipindustrie besonders bedrohlich.
Wie genau sich die neuen chinesischen Exportkontrollen auswirken, das weiß momentan niemand. Fest steht aber: Die globalisierte Chipindustrie war extrem effizient. Damit ist es vorbei. Den Preis dafür zahlen Konsumentinnen und Konsumenten weltweit. Denn Chips sind allgegenwärtig.