Kommentar: Die EU stärkt die Hoffnung auf eine Rettung des Klimas

Eine wirksame Klimapolitik muss zur Folge haben, dass sich die Förderung von Öl und Kohle nicht mehr lohnt.
Foto: Essam Al SudaniWer sich heute dazu entscheidet, eine Solaranlage auf das Dach zu bauen, schützt damit nicht das Klima. Von einem Verbrenner auf ein Elektroauto umzusteigen hat ebenso wenig einen Effekt. Selbst ein Verbot, Kohle zu verheizen, bringt die Welt kaum weiter auf dem Weg zur Klimaneutralität.
Das ist tatsächlich das, was die ökonomische Theorie zum Klimaschutz sagt. Die Logik dahinter: Wenn ein Land auf Kohle und Öl verzichtet, werden diese Stoffe günstiger. Die Staaten, die über diese Rohstoffe verfügen, werden sie verkaufen und sei es zu einem niedrigeren Preis. Und damit ist unausweichlich, dass der enthaltene Kohlenstoff als CO2 in der Atmosphäre landet und den Treibhauseffekt verstärkt.
Wenn der Klimawandel nicht weite Teile der Welt unbewohnbar machen soll, dann braucht es eine Antwort, bei der solche Effekte berücksichtigt sind. Nur dann bleiben Kohle, Öl und Gas im Boden.
Die Verschärfung des europäischen Emissionshandels bringt die Marktlogik in den Klimaschutz. Sie macht zumindest innerhalb Europas Schluss mit dem Prinzip, dass der Kohleausstieg eines Landes nichts anderes bewirkt als einen Verfall der Preise in einem anderen Land. Das Recht, CO2 auszustoßen, ist bald ein knappes Gut. CO2 zu vermeiden wird mehr und mehr Ziel unternehmerischer Planung und Ingenieurskunst.