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KommentarDie Hürden auf dem Weg zum digitalen Euro

Die EZB dringt auf den Aufbau einer Digitalwährung, die Banken sträuben sich. Das sind schlechte Bedingungen für einen digitalen Euro – und für ein anderes Projekt der Banken.Elisabeth Atzler 25.11.2025 - 08:59 Uhr
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EZB in Frankfurt: Gestritten wird unter anderem über die Kosten des digitalen Euros. Foto: Boris Roessler/dpa

Die Europäische Zentralbank (EZB) will unbedingt einen digitalen Euro aufbauen. Sie sieht die Digitalwährung als Antwort auf die schwindende Nutzung von Bargeld, als digitales Cash sozusagen. Die EZB hofft zudem, dass eine digitale Währung Europa weniger abhängig von den US-Finanzkonzernen Mastercard, Visa und Paypal macht.

Das sind nachvollziehbare Gründe. Trotzdem kritisieren die Geschäftsbanken die Pläne für einen digitalen Euro scharf. Sie halten das Projekt für zu teuer – auch für sich selbst – und für zu kompliziert. Und sie befürchten, dass am Ende doch wieder US-Tech-Konzerne profitieren.

Im Frühjahr 2026 werden in der EU voraussichtlich die wesentlichen Beschlüsse dazu fallen, ob und in welcher Form die Digitalwährung kommt. Daher bringt sich die Bankenlobby jetzt in Stellung.

Digitale Währung

Zweifel im EU-Parlament am digitalen Euro

Man muss deren Sorgen und Argumente nicht teilen. Doch fest steht: Aus dem Widerstand der Banken ergibt sich ein grundlegendes Problem. Denn der Start eines digitalen Euros wäre derart komplex, dass er nur funktioniert, wenn Notenbanken, Geschäftsbanken, Zahlungsfirmen sowie der Handel zusammenarbeiten und alle bereit sind zu investieren.

Auch der Erfolg von Wero ist fraglich

Bisher geht die EZB wenig auf die Bedenken der Geldhäuser ein. Sie legt ihnen vielmehr gönnerhaft nahe, dass sie den digitalen Euro in ihren neuen Bezahldienst Wero integrieren könnten – bei dem allerdings nur Banken aus fünf Ländern mitziehen.

Zugleich aber sollten sich die Banken genau überlegen, was ihre Opposition und der Verweis auf vermeintlich bessere private Lösungen wie Wero bringen. Denn dass Wero ein Erfolg wird und der Bezahldienst die Abhängigkeit von US-Zahlungsfirmen mindert, ist keineswegs ausgemacht. Allein schaffen es die Banken jedenfalls nicht.

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Das macht das Beispiel der Zahlungen an der Ladenkasse deutlich: Dort können Kunden mit Wero zahlen, indem sie in der dazugehörigen App einen QR-Code erstellen. Damit sich diese Zahlungsmethode durchsetzen kann und die Systeme von Visa und Mastercard überflüssig werden, müsste der Handel in großem Stil mitziehen. Der jedoch hat sich deutlich für einen digitalen Euro ausgesprochen.

Erstpublikation: 23.11.2025, 15:21 Uhr.

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