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Kommentar Die Industrie darf nicht zum Opfer des Kohleausstiegs werden

Die Strompreise sind hoch, und das darf nach Atom- und Kohleausstieg niemanden überraschen. Nachteile für die Industrie müssen aber abgefedert werden.
23.02.2021 - 11:34 Uhr 10 Kommentare
Dampf steigt vom Kohlekraftwerk Mehrum auf. Der Kohleausstieg wird den Strompreis nach oben treiben. Quelle: dpa
Kohlekraftwerk

Dampf steigt vom Kohlekraftwerk Mehrum auf. Der Kohleausstieg wird den Strompreis nach oben treiben.

(Foto: dpa)

Die Kritik ist nicht neu, aber nun kommt sie von ungewohnter Seite. Nach der Chemie-, Stahl- und Zementindustrie beklagt sich jetzt auch ein Vertreter der Hightech-Branche über die Strompreise in Deutschland: der Chef des Chipzulieferers Siltronic, Christoph von Plotho. Er zieht daraus resultierende Nachteile im internationalen Wettbewerb sogar als Begründung dafür heran, warum sein Unternehmen jetzt nach Taiwan verkauft wird.

Das sollte der Politik zu denken geben. Die Wettbewerbsnachteile von energieintensiven Unternehmen müssen maximal abgefedert werden. Schließlich hat auch die Politik ihren Anteil daran, dass die Strompreise in Deutschland hoch sind – und auch in den kommenden Jahren hoch bleiben werden.

Aktuell kostet eine Megawattstunde am Terminmarkt zur Lieferung im kommenden Jahr mehr als 50 Euro. Anfang 2016 waren es kaum mehr als 20 Euro. Damals nahm das Angebot an Wind- und Solarstrom zu, während noch in Atom-, Kohle- und Gaskraftwerken viel Strom produziert wurde.

Seither sind zwar weitere Windräder und Solaranlagen ans Netz gegangen, aber eben auch Atomkraftwerke abgeschaltet worden – genauso wie die ersten Kohleanlagen. Und in den kommenden Jahren wird das Angebot an konventionell erzeugtem Strom weiter verknappt. Ende 2022 wird der Atomausstieg abgeschlossen sein, gleichzeitig schreitet der Kohleausstieg Jahr für Jahr voran.

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    Dass die Strompreise wegen des Atom- und Kohleausstiegs steigen, darf niemanden überraschen. Und das ist an sich auch gut so. Sowohl der Atom- als auch der Kohleausstieg werden von einer breiten Mehrheit der Bevölkerung befürwortet. Umwelt- und Klimaschutz werden Priorität eingeräumt.

    Und dank der steigenden Preise im Großhandel werden Wind- und Solarenergie wettbewerbsfähig. Der Ausbau der erneuerbaren Energien wird sich beschleunigen.

    Unternehmen müssen sich ihrerseits am Klimaschutz beteiligen

    Gleichzeitig muss die Politik aber die Kollateralschäden ernst nehmen, die Atom- und Kohleausstieg in der deutschen Industrie mit sich bringen. Energieintensive Branchen, in denen der Anteil der Stromkosten an den Gesamtkosten hoch ist, kommen in Schwierigkeiten – zumal die Strompreise in Deutschland im internationalen Vergleich sehr hoch sind. Die Wettbewerbsnachteile, die Siltronic anführt, sind nicht vorgeschoben.

    Deshalb ist es richtig, dass energieintensive Unternehmen von Kosten wie der EEG-Umlage, mit der der Ausbau der erneuerbaren Energien finanziert wird, beim Strompreis entlastet werden. Das war bei Siltronic nicht so. Zum anderen sind Subventionen beim Industriestrompreis eine Option.

    Allerdings nicht ohne Bedingungen: Die Unternehmen müssen sich selbst bemühen, ihren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten – und ihren Stromverbrauch senken.

    Mehr: Nächster Milliarden-Deal: Der Ausverkauf der europäischen Chipindustrie geht weiter

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    10 Kommentare zu "Kommentar: Die Industrie darf nicht zum Opfer des Kohleausstiegs werden"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • "Und dank der steigenden Preise im Großhandel werden Wind- und Solarenergie wettbewerbsfähig. Der Ausbau der erneuerbaren Energien wird sich beschleunigen." Und das wird auch wesentlich für unsere gesamtgesellschaftliche Entwicklung. Wir sind in einem epochalen Wandel. Und es gibt auch Hoffnung auf positive Veränderungen - mit der innovativen Energienutzung durch Neutrino-Technologie. Der einstige BundesVerkehrsminister a.D., Prof. KRAUSE veröffentlichte dazu kürzlich: "Das ewige Licht - Der Beginn eines neuen Zeitalters"  Er begründet eindringlich, die günstigste und sauberste Variante der Energienutzung basiert auf Neutrino Technologie! Eine mobile und dezentrale Energienutzung über die Neutrinovoltaic kann jetzt möglich werden, denn sie wird die Photovoltaik ergänzen und ablösen, denn sie kann auch in vollkommener Dunkelheit Energie wandeln. Die Patente der Berliner Neutrino Energy Group sind bereit. Die Einführung der Neutrinovoltaik zur Gewinnung von elektrischem Strom unter dem Einfluss verschiedener elektromagnetischer Strahlung, einschließlich hochenergetischer kosmischer Neutrinos basiert auf neueste Forschungsergebnisse. Die auf Neutrinovoltaik-Technologie basierenden DC-Neutrinoquellen sind sehr kompakt und wetterunabhängig, erzeugen in einem Grundmodus 24h x 365 Tage Strom und können in Gerätegehäuse oder sogar in Elektroautos eingebaut werden. Sie sind in der Lage, sowohl Geräte als auch einzelne Haushalte und Elektroautos ohne Anschluss an eine zentrale Stromversorgung mit Strom zu speisen. Mobile und dezentrale Haushaltsenergie sowie unendliche Reichweiten für die Elektromobilität werden unser Leben weltweit positiv wandeln. Die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften hat in einer  von Daimler Benz beauftragten Studie die Effizienz der Technologie und  die im Patent deklarierten Eigenschaften der Neutrino-Voltaik bestätigt. Industrien können damit zukünftig ua. auf Neutrino-Powercube zur Stromersparnis bei Fabrikhallenbeleuchtung setzen.

    • Die Arbeiter u. Rentner müssen die Strom- u. CO2- Seuern der Unternehmen bezahlen.

    • Wie heißt es so schön? Die Sonne und damit auch der Wind, schickt uns keine Rechnung. Das Problem ist nur, dass die Anlagen für Sonnen- und Windstrom sehr teuer sind. Das zeigen uns die hohen Strompreise. Unsere Regierung hätte es am liebsten, so ist zumindest mein Eindruck, dass wir in Zukunft nur noch elektrisch fahren, was aber den Strombedarf noch weiter steigert. Gleichzeitig werden Atom- und Kohlekraftwerke abgeschaltet. Gaskraftwerke stehen auch schon in der Kritik. Anlagen für Wind-, besonders aber für Solarstrom werden auf Wiesen und Feldern errichtet, die wir eigentlich für die Erzeugung von Futter- und Lebensmitteln brauchen. Auch Zuckerrüben zur Erzeugung von Alkohol als Beimischung für Benzin (E 5 bzw. E 10) bzw. Raps für Dieseltreibstoff und Mais für Biogas sollen dort noch wachsen. Die fehlenden Futter- und Lebensmittel holen wir uns dann aus Brasilien oder anderswo her, wo man den Regenwald abbrennt um neue Anbauflächen für Soja zu bekommen.
      Bekanntlich liefert die Sonne nur dann, wenn sie scheint, und der Wind, wenn er weht. Überschußstrom wird mehr oder weniger verschenkt an Energiekonzerne wie z. B. in Österreich, wo es große Talsperren (Energiespeicher) gibt, die damit vollgepumpt werden. Wenn bei uns Wind und Sonne nicht liefern, kaufen wir den Strom teuer zurück. Wenn das nicht reicht springen Franzosen und andere Nachbarn mit ihren Atomkraftwerken ein.

    • Lieber Herr Flauger,
      es ist ja schön und gut, dass Sie sich für bezahlbare Industrie-Strompreise einsetzen, aber Ihre Argumentation ist optimierungswürdig. Die Börsenstrompreise in Deutschland sind mit die niedrigsten in Europa. Wenn andere Länder auf der Welt günstigere Strompreise aufweisen, dann sollte man einmal prüfen, woran das liegt. Wenn z. B. Singapur als Beispiel genannt wird, so stellt sich doch die Frage, woher dort der Strom kommt , wie teuer dieser ist und ob ggf. staatliche Subventionen im Spiel sind. Der Strompreis in Deutschland ist aktuell deshalb höher als letztes Jahr, weil der CO2-Preis mit 30-40 EUR/t endlich in einem realistischen Bereich angekommen ist. Wie Herr Reimer schon richtig kommentiert hat, ist der Börsenstrompreis heute ca. halb so hoch wie 2008. Der Ausbau der EE hätte einen preisdämpfenden Effekt, der Weiterbetrieb alter Kohlekraftwerke aber sicher nicht!

    • Herr Reimer, leider haben Sie keine Ahnung. Windräder sind wenig effektiv, ebenso Photovoltaik.
      Von 8400 Stdt laufen die Windrädrer nur ca. 2400 Stunden. Fundament im Inland 40mx40mx5m Eisenbeton -schwer abbaubar. Das Funddament wird dann mit Rasen abge-deckt, damit es nicht so auffällt. Verspargelung der Umwelt. Tötung von Vögel, Milliarden von
      Kleinlebewesen werden vernichtet, Lärmbelästigung; im Wald muessen ca. 10 000 Bäume abgeholzt werden, Entsorgung des Windanlage umweltschädlich, IM Bereich desWindrades
      verändert sich das Klima -trocken-, die Verwirbelungen haben Auswirkung auf ca. 20 km.
      Photovoltaik auch wenig effektiv, nachts, bei Schnee und bei Bewölkung wenig Strom, die
      Anlage mit Blei betrieben, Entsorgung umweltschädlich. Nachdem wir diesen Schwachsinn in Deutschland betreiben, keine Energiesicherheit usw, haben wir die höchsten Strompreise in Europa. Danke Frau Dr. Merkel

    • Was ein Quatsch-Kommentar! Also sich den niedrigsten Preis der letzten 15 Jahre nehmen und dann rumheulen, dass wir heute höher stehen und darauf das komplette Argument aufbauen.Sorry, aber das ist echt lächerlich! Preise an Börsen schwanken nunmal... Wir sind immer noch deutlich günstiger als 2008. 2016 ist nicht der Normalzustand, sondern der Ausreißer nach unten. Und mal ganz im Ernst, die Entlastung der Industrie zu fordern, weil der Strom plötzlich wieder auf einem Normalpreis ist, ist irgendwie schräg. Sicher kann man darüber reden, dass der Strompreis in Deutschland niedriger sein kann. Aber dafür muss man halt den Ausbau der Erneuerbaren mal wieder in Angriff nehmen. Wundert mich auch nicht, dass die Preise steigen. Denn wir schalten die nächsten Jahre immer mehr konventionelle ab, aber der Ausbau der erneuerbaren stockt, weil irgendwelche Bayern nicht damit klar kommen, dass da ein paar Windkraftanlagen rumstehen. Aber wenn man dann fragt, ob man Atommüll dort verbuddeln kann, ist das auch nicht richtig. Wir müssen halt einfach mal den Ausbau weiter forcieren. Kann ja eigentlich nicht sein, dass Autobahnen dichter an Wohngebieten sein dürfen als Windkraftanlagen...

    • Deutschland ist leider nur da Spitze wo es richtig weh tut. Strompreise, Steuerlast, Bürokratie etc.
      Aber solange ein Mehrheit das nicht am eigenen Geldbeutel merkt, wird weiter vom Grundeinkommen und grüner Zukunft geträumt. Irgendwann sind wir ein Agrarstaat mit wenig CO2 Emissionen so wie der Senegal, aber da wollen wir ja scheinbar ungebremst hin.

    • "Nachteile für die Industrie müssen aber abgefedert werden." - dass heißt, dass der Verbraucher sie abfedern muss. Hohe Verbraucherpreise bedeutet, dass sie weniger kaufen können, d.h. die Inlandsnachfrage sinkt. Mittelfristig trifft das auch die Industrie. Es ist ganz einfach: Atom- und Kohleausstieg waren ein Fehler und sind teuer. Das kann man drehen und wenden wie man will. An irgendeiner Ecke wird die Volkswirtschaft darunter leiden.

    • Das mit dem Atomausstieg Deutschlands hat auch wunderbar seine Nacheiferer weltweit gefunden.

      Und nun heißt das ökosozialpolitische Projekt für Deutschland Co2.

      Und wer glaubt eigentlich, dass nun andere Länder Deutschland auf einmal folgen werden?

    • "Und dank der steigenden Preise im Großhandel werden Wind- und Solarenergie wettbewerbsfähig. "
      Liest sich: weil die Stromkosten von der Politik derart in die Höhe getrieben worden sind, wird grüner Strom wettbewerbsfähig.

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