Kommentar: Die neue KI von Facebook, WhatsApp und Co. versagt

Facebook-, Instagram- und WhatsApp-Nutzer in der EU haben lange auf diesen Moment gewartet: Nach monatelangen Verzögerungen sind die KI-Funktionen von Meta nun endlich auch in der EU verfügbar. Doch statt Begeisterung über den erhofften Produktivitätsschub herrscht Ernüchterung.
In einem ersten Test des Handelsblatts gab es nicht existierende Restaurants, unkreative Antworten und erfundene Links. Auch in den sozialen Medien beschreiben Nutzer die KI-Funktionen als „nutzlos“, „irritierend“ und „falsch“. Der Politikredakteur James Ball bezeichnet MetaAI sogar als die schlechteste aller KI-Integrationen.
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Die Erwartungen an Meta waren hoch, denn der KI-Assistent ist seit 2023 in den USA verfügbar und wurde laut Meta bereits von 700 Millionen Nutzern verwendet. Doch aus Milliarden von Interaktionen scheint die weltweit meistgenutzte KI-App nichts gelernt zu haben.
Mit Milliardeninvestitionen, leistungsstarken KI-Modellen und einem der größten Datensätze der Welt hätte Meta innovative Lösungen anbieten können. Stattdessen wirkt der KI-Chatbot halbherzig, unflexibel und liefert oft nur banale Antworten. Wer auf echte Produktivitätsunterstützung gehofft hatte, wird enttäuscht.
Als Grund führt Meta die strengen EU-Datenschutzrichtlinien an, doch das klingt nach einer Ausrede. Schließlich gelten die Richtlinien für alle Anbieter, und Technologiekonzerne wie Microsoft, xAI und Google haben bereits bessere KI-Lösungen in Europa eingeführt und bewiesen, dass Datenschutz und Innovation sich nicht ausschließen.
Es ist einfach, die Schuld auf die EU-Datenschutzrichtlinien zu schieben. Aber es scheint, als ob Meta die regulatorischen Herausforderungen nutzt, um von den eigenen Entwicklungsproblemen abzulenken. Statt Ausflüchte zu suchen, sollte Meta endlich liefern. Nur so kann der Konzern beweisen, dass er mehr zu bieten hat als heiße Luft und ausweichende Erklärungen.