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Kommentar Die Politik sollte dem Fußball keine Sonderrolle zugestehen

Die Politik wäre schlecht beraten, wenn sie dem Wunsch der DFL nach einem baldigen Saison-Neustart nachkommen würde. Vieles spricht dagegen.
03.05.2020 - 14:03 Uhr Kommentieren
Das Modell, den Wert der Liga über kunstvoll geführte Rechte-Auktionen alle vier Jahre in astronomische Höhen zu treiben, sich ansonsten aber viel Missmanagement leisten zu können, ist an ein Ende gekommen. Quelle: dpa
Bundesliga

Das Modell, den Wert der Liga über kunstvoll geführte Rechte-Auktionen alle vier Jahre in astronomische Höhen zu treiben, sich ansonsten aber viel Missmanagement leisten zu können, ist an ein Ende gekommen.

(Foto: dpa)

Als Angela Merkel jüngst von einem mit Corona infizierten Arzt geimpft wurde, musste sie für zwei Wochen in Quarantäne. Als am vorigen Freitag jedoch bei zwei Spielern und einem Mitarbeiter des 1. FC Köln das Virus festgestellt wurde, machte das Fußballteam des Erstligisten einfach wie gehabt weiter. Niemand sonst musste in Quarantäne.

Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) hat ja praktischerweise definiert, dass Mitspieler nur der Gefährdungskategorie II zuzuordnen sind – und nicht der Hochrisiko-Kategorie I. Dazu gehört man, wenn man zum Beispiel 15 Minuten mit Infizierten geredet hat. Fußballspielen ist da offensichtlich etwas ganz anderes.

So viel zur Frage, ob Fußball eine Sonderrolle genießt und wie er sich durch die Viruskrise durchlaviert. Die deutsche Spitzenpolitik wäre schlecht beraten, wenn sie die von der Branche de facto geforderten Privilegien fördern und auf ihrer Corona-Konferenz am Mittwoch einfach dem Wunsch der DFL nach einem baldigen Neustart der Saison (ohne Zuschauer) nachkommen würde.

Vieles spricht dagegen: Weitere, sehr wahrscheinliche Virusfälle würden Fragen nach Wettbewerbsgerechtigkeit provozieren; viele Freizeitkicker könnten dem Beispiel folgen; Fans wären nur schwer davon abzuhalten, sich vor Stadien zu versammeln; die Gefahr von Infektionen stiege. In Belgien, den Niederlanden und im Weltmeisterland Frankreich hat man aus diesen und anderen Gründen den Saisonabbruch beschlossen.

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    In Deutschland hoffen die Klubs inständig, die ihnen meist sehr gewogenen Ministerpräsidenten könnten am Mittwoch die noch skeptische Kanzlerin umstimmen. Es geht ihnen bei ihren vom 16. Mai an geplanten Geisterspielen vor allem um 230 Millionen Euro, die der Pay-TV-Sender Sky Deutschland als letzte Rate bei einem Neustart überweisen würde – eine letzte Hilfe gegen den drohenden Ruin vieler Klubs.

    Doch ist die Liga das viele TV-Geld auch wirklich wert? Die Sonderkündigung des Lizenzvertrags von Eurosport mit der DFL, begründet mit Corona, spricht eine andere Sprache. Der Sender, der Livespiele meist freitags übertrug, spielte nicht im Entferntesten die hohen Rechtekosten wieder herein. Die Hybris der Klubs macht noch keine Rendite.

    Das Modell, den Wert der Liga über kunstvoll geführte Rechte-Auktionen alle vier Jahre in astronomische Höhen zu treiben, sich ansonsten aber viel Missmanagement leisten zu können, ist an ein Ende gekommen. Es gibt auch eine Wahrheit hinter dem Virus.

    Mehr: Der Fußball hält nicht, was er verspricht

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