Kommentar: Die Rally tritt in ein spätes Stadium ein – und damit in die schönste Phase
Mitte März 2020 lag der Dax noch bei 8255 Punkten, jetzt stieg der deutsche Leitindex über die Marke von 14.400 Zählern.
Foto: dpaHistorisch einbrechende Volkswirtschaften, geradezu euphorisierte Finanzmärkte: Wer die Kursentwicklung an der deutschen Börse vor rund einem Jahr vorhergesagt hätte, wäre wohl als Spinner abgekanzelt worden.
Mitte März 2020 lag der Dax noch bei 8255 Punkten, jetzt stieg der deutsche Leitindex über die Marke von 14.400 Zählern. Trotz Pandemie folgt seit Jahresanfang Monat für Monat Rekordhoch auf Rekordhoch. Insgesamt hat der Dax innerhalb von rund zwölf Monaten um mehr als 70 Prozent zugelegt.
Es war eine Rally, die in diesem Zeitraum ihren Charakter ständig verändert hat, ohne dass der Aufschwung jedoch ernsthaft gefährdet war. Zuerst stiegen die Technologiewerte, ab den Sommermonaten zogen die zyklischen Industriewerte an, danach legten Finanzwerte zu, und anschließend waren Tourismusaktien begehrt.
Das alles lässt sich an den jeweiligen Charts ablesen. Die konjunkturabhängigen Automobilwerte sind bereits seit Sommer begehrt und notieren wieder über den Rekordständen des vergangenen Jahres. Bei Daimler liegt das Plus sogar bei über 40 Prozent.
Die anderen Branchen sind noch nicht so weit: Finanzwerte wie Munich Re oder Allianz notieren derzeit wieder auf dem Niveau vor dem Beginn des Corona-Crashs. Reise- oder Tourismuspapiere wie Lufthansa, Fraport, Airbus oder Tui, die erst später in den Fokus der Anleger rückten, haben hingegen grob gerechnet erst 80 Prozent ihres Ausgangsniveaus erreicht.