Kommentar: Für Flugtickets in Corona-Risikogebiete muss es einen Preisaufschlag geben
Die Kosten für die Tests trägt bisher der Steuerzahler.
Foto: dpaAuch wenn es Politiker in vielen betroffenen Regionen anders sehen: Das Prädikat „Risikogebiet“ hat das Auswärtige Amt übermäßig vom Coronavirus betroffenen Ländern keineswegs verpasst, um Feriengebiete im Bayerischen Wald oder an Deutschlands Küsten vor ausländischer Konkurrenz zu schützen.
Wer das nicht glaubt, dem seien die Testzahlen am Flughafen Köln-Bonn zur Lektüre empfohlen, die Anfang der Woche Erschreckendes zeigten. Von 5000 Rückkehrern aus Risikogebieten, zu denen nahezu alle Staaten außerhalb der EU zählen, waren laut Mitteilung 51 mit dem Virus infiziert.
Insgesamt liege die Durchschnittsquote an allen Airports des Landes sogar bei 2,5 Prozent, erklärte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann. In jedem Flieger, der aus Ländern wie der Türkei, Ägypten, Marokko oder Israel landete, saßen damit durchschnittlich drei bis vier Passagiere, die an Covid-19 erkrankt waren.
Gäbe es beim Skifahren, Paragliding oder Bungee-Jumping ein ähnlich hohes Risiko – kein Versicherer würde es übernehmen. Für Reisende in diese Risikoländer aber scheint eine solche Logik nicht zu gelten. Für den fälligen Coronatest (und womöglich den Krankenhausaufenthalt) zahlt, ohne dass zuvor überhaupt ein Cent als Prämie entrichtet wurde, der Steuerzahler.
Die Lösung, damit die Kosten nicht mehr zulasten der Allgemeinheit fallen, wäre recht einfach. Der Gesetzgeber müsste von Fluggesellschaften, die Tickets in solche Risikoländer verkaufen, schlicht einen Preiszuschlag verlangen. Die festgesetzte Pauschale hätten die Airlines dann an die Testzentren weiterzuleiten, die an Flughäfen in Frankfurt, München, Köln oder Düsseldorf die Reisenden in Empfang nehmen.
Auch für Fernbusse, die Rückkehrer aus den stark vom Coronavirus betroffenen Balkanländern nach Deutschland bringen, ist ein solcher Preiszuschlag angebracht. Ein Teil der Zusatzgebühr sollte den Einreisenden beim Gesundheitscheck erstattet werden, um sicherzustellen, dass sich auch wirklich jeder testen lässt.
Erst recht muss der kostenpflichtige Zwang zum Coronatest in der Kreuzfahrtbranche Einzug halten. Weshalb es ihn dort immer noch nicht gibt, ist inzwischen selbst dem Verband Unabhängiger Selbstständiger Reisebüros (VUSR) schleierhaft.
Schon zu Beginn der Pandemie erwiesen sich die schwimmenden Hotels als Brutkästen für das Virus. Der erneute Ausbruch bei der norwegischen Reederei Hurtigruten vergangenes Wochenende zeigt, dass sich daran nichts geändert hat.