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Kommentar In der Stahlindustrie hat die Zeit der Entrepreneure begonnen

Kleine Stahlanbieter treiben mit ihrer technologischen Vision die etablierten Großkonzerne vor sich her. Die Innovationsstrategie ist nun das Maß aller Dinge.
31.01.2021 - 17:29 Uhr Kommentieren
Neue Produktionsverfahren sollen den CO2-Ausstoß drastisch vermindern. Quelle: dpa
Hochofen in Salzgitter

Neue Produktionsverfahren sollen den CO2-Ausstoß drastisch vermindern.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Die Stahlindustrie steht nicht zu Unrecht in dem Ruf, unbeweglich zu sein. Schon seit Jahrhunderten schmelzt die Menschheit Eisenerz mithilfe von Kohle zu Roheisen. Doch wegen der negativen Folgen für das globale Klima ist das in absehbarer Zeit nicht mehr möglich. Überall auf dem Globus suchen die Hersteller deshalb nach Wegen, ihr Geschäftsmodell in eine Welt der Null-Emissionen hinüberzuretten.

Keine Frage: Auch eine Wirtschaft ohne CO2 braucht Stahl, um zu funktionieren. Produkte wie Windräder, Elektroautos oder auch viele Recycling-Verpackungen wären ohne den vielseitigen Werkstoff, der sich unendlich oft wiederverwenden lässt, undenkbar.

Gleichzeitig ist die wirtschaftliche Lage der meisten Stahlproduzenten schlecht. Denn trotz der seit Jahrzehnten kontinuierlich steigenden Nachfrage ist der Markt übersättigt: Es gibt schlicht zu viele Hersteller, vor allem im Bereich der niedrigen Qualitäten.

Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, wenn traditionsreiche Unternehmen wie Thyssen-Krupp darüber nachdenken, sich von dem lange kriselnden Geschäft zu trennen. Wer will schon gern Milliarden investieren, um die bestehenden Überkapazitäten ins nächste Zeitalter zu retten? Doch diese Sichtweise verkennt, dass es nicht nur viel zu verlieren, sondern auch viel zu gewinnen gibt.

Denn die Anteile an dem übersättigten Markt werden durch die Dekarbonisierung der Produktion neu verteilt. Plötzlich geben kleinere – darunter der schwedische Stahlkocher SSAB – oder bislang unbekannte Spieler wie Liberty Steel den Ton an. Sie treiben mit ihrer technologischen Vision die etablierten Großkonzerne vor sich her. Beide sind „bullish“, wollen ihren Fußabdruck in Europa deutlich vergrößern – und schrecken dabei auch vor der Übernahme deutlich größerer Konkurrenten nicht zurück.

Übernahmegespräche zwischen SSAB und Tata Steel Europe

In der Stahlindustrie hat damit die Zeit der Entrepreneure begonnen: mutiger Unternehmer, die bereit sind, Risiken einzugehen und sich bietende Chancen zu nutzen. Dabei ist nicht die Produktionsmenge, sondern die Innovationsstrategie das Maß aller Dinge. Das zeigen die Übernahmegespräche zwischen SSAB und Tata Steel Europe. Sie nämlich haben die Schweden am Freitag wegen der unterschiedlichen technologischen Ausgangslage beider Unternehmen einseitig beendet.

Galt in der Branche früher stets das Mantra der Kostenvorteile durch Größe, wird nun die Fähigkeit zu Sprunginnovationen für das Überleben der Stahlkocher entscheidend. Für das Klima ist das eine gute Entwicklung. Für die Stahlindustrie im Übrigen auch: Denn nur über Innovation kann man sich im globalen Wettbewerb erfolgreich differenzieren.

Mehr: Das Rennen um den grünen Stahl: Die Branche steht vor einer Revolution

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