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Kommentar Johnson hebt zum „Freedom Day“ die falschen Corona-Regeln auf

Der britische Premier Boris Johnson hat die Maskenpflicht abgeschafft, doch die Quarantäne bleibt. Für die Wirtschaft ist das keine gute Entscheidung.
19.07.2021 - 15:14 Uhr Kommentieren
Der Premierminister steht derzeit selbst unter Quarantäne. Quelle: Reuters
Boris Johnson

Der Premierminister steht derzeit selbst unter Quarantäne.

(Foto: Reuters)

London Die Begeisterung über den „Freedom Day“ ist in England längst der Ernüchterung gewichen. Zwar fielen am Montag wie angekündigt fast alle verbliebenen Corona-Restriktionen. Die Engländer müssen nun weder Maske tragen noch Abstand halten. Sie dürfen sich in unbegrenzter Zahl treffen und in Clubs die Nacht durchtanzen.

Aber Freude über die ungewohnten Freiheiten will nicht recht aufkommen. Der Zeitpunkt wirkt verfrüht, die Gefahr durch die grassierende Delta-Variante ist immer noch zu akut.

Täglich registriert das Land 50.000 neue Infektionen, die Zahl dürfte bald schon den bisherigen Rekordwert während der zweiten Welle im Winter übertreffen. Die Krankenhäuser füllen sich zwar dank der hohen Impfquote deutlich langsamer mit Covid-Patienten als früher, aber Experten warnen schon wieder vor einer Überlastung des Gesundheitssystems.

Geradezu symbolisch ist, dass Premierminister Boris Johnson den „Freedom Day“ selbst in Unfreiheit verbringen musste. Er steht unter Quarantäne, seit sein Gesundheitsminister an Covid erkrankte. Es ist eine nachdrückliche Erinnerung, dass die Pandemie trotz der hohen Impfquote von 68 Prozent unter Erwachsenen noch nicht vorbei ist.

Am besten wäre es daher gewesen, den „Freedom Day“ noch einmal zu verschieben, bis die Zahl der Infektionen und Krankenhauseinweisungen wieder sinkt. Dass Johnson ihn trotzdem durchgezogen hat, ist vor allem parteipolitisch motiviert: Er fürchtete den Zorn der Lockdown-Gegner in seiner Partei. Den Preis für die Ungeduld zahlen nun die ungeimpften Jüngeren.

Ganz ohne Kontaktbeschränkungen geht es nicht

Dass die Quarantänevorschrift noch bis zum 16. August gilt, ist Johnsons Eingeständnis, dass es ganz ohne Kontaktbeschränkungen doch nicht geht. Im Unterschied zur Maskenpflicht hat diese Maßnahme jedoch ernsthafte Auswirkungen auf die Wirtschaft. Die Delta-Welle führt dazu, dass Hunderttausende Arbeitnehmer in Quarantäne müssen und wochenlang ausfallen. Erste Unternehmen sehen sich gezwungen, ihre Produktion oder ihre Öffnungszeiten einzuschränken.

Branchenverbände fordern daher die sofortige Aufhebung der Quarantänevorschrift für Geimpfte. Tatsächlich wäre es besser gewesen, statt der Quarantäne die Maskenpflicht beizubehalten und die Nachtclubs geschlossen zu halten.

Dann wäre zumindest ein wirtschaftlicher Nutzen der Lockerungen erkennbar gewesen. So muss Johnson sich vorwerfen lassen, die falschen Regeln aufgehoben zu haben.

Mehr: England hebt Corona-Beschränkungen auf – doch die Delta-Welle legt das Land lahm

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