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Kommentar Nun rächt sich die fehlgeleitete Anlagepolitik der Rentenversicherung

Mit einer freieren Anlagepolitik könnte die Rentenversicherung künftig Verluste vermeiden. Das zeigen die Staatsfonds von Dänemark und Norwegen.
30.07.2018 - 18:58 Uhr 1 Kommentar
Momentan fährt der Notgroschen der Versicherung Verluste ein. Quelle: dpa
Deutsche Rentenversicherung

Momentan fährt der Notgroschen der Versicherung Verluste ein.

(Foto: dpa)

Rund 6,2 Prozent pro Jahr. Diese Rendite hat der norwegische Staatsfonds im Zehnjahresschnitt auf sein Fondsvermögen von 890 Milliarden Euro erzielt. Und der staatliche dänische Pensionsfonds ATP schafft sogar einen Schnitt von fast neun Prozent – über 20 Jahre hinweg.

Warum uns das interessieren sollte? Ganz einfach: Was die Norweger und Dänen können, schaffen wir leider nicht. Hierzulande erwirtschaftete die gesetzliche Rentenversicherung zuletzt sogar Negativrenditen. Die Mindestreserve, eine Art Notgroschen der Rentenversicherung etwa für konjunkturelle Flauten, verbuchte zuletzt einen Zinsverlust von 49 Millionen Euro.

Der Grund dafür liegt auf der Hand: Anders als der norwegische oder dänische Fonds müssen staatliche oder halbstaatliche Institutionen in Deutschland ihr Geld in „mündelsichere“ Anlagen investieren – also Wertpapiere ohne Verlustrisiko. Spätestens die EZB-Minuszinsen haben diese Auflagen ad absurdum geführt: Deutsche Staatsanleihen mit kurzer Laufzeit rentieren mittlerweile negativ – sprich sie produzieren Verluste.

Das gesetzliche Anlagekorsett für die Sozialkassen ist also viel zu eng geschnürt. Dass eine Mindestreserve in einem Umlagesystem anders funktioniert und kurzfristiger angelegt werden muss als etwa ein großer Pensionsfonds, ist evident. Aber was spricht dagegen, dass 10 oder 20 Prozent in Aktien investiert wird?

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    Der Verlust der Rentenversicherung steht stellvertretend für eine allzu oft von staatlicher Seite oktroyierte, fehlgeleitete Anlagepolitik. Auch private Lebensversicherer haben – dank falsch verstandener Vorsicht der Aufseher – seit dem Platzen der New-Economy-Blase nur noch eine mickrige Aktienquote, die sie seither nicht wieder ausgebaut haben. Mit dem Ergebnis, dass eine ganze Reihe von ihnen jetzt ins Wanken zu geraten drohen.

    Es muss ja nicht gleich eine Aktienquote von zwei Dritteln wie beim norwegischen Staatsfonds sein. Aber ein bisschen renditeorientierter könnte die Rentenversicherung schon mit dem Geld ihrer Beitragszahler umgehen.

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    1 Kommentar zu "Kommentar: Nun rächt sich die fehlgeleitete Anlagepolitik der Rentenversicherung"

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    • Die Negativzinsen betreffen übrigens ebenso die Gesetzliche Krankenversicherung wie z.B. die Techniker Krankenkasse (TK). Die TK hat soeben einräumen müssen, dass sie im letzten Jahr 3 Millionen Euro Negativzinsen zahlen musste und ihr Geld teilweise bei der Bundesbank mit Minuszinsen von 0,4 Prozent anlegt. Zum Vergleich: Die Private Krankenversicherung (PKV) erwirtschaftet trotz Niedrigzins-Umfeld auf ihre Kapitalreserven im Schnitt eine Nettoverzinsung von plus 3,5% (2017).
      Um für den höheren medizinischen Bedarf im Alter vorzusorgen, hat die PKV für rund 9 Millionen Privatversicherte heute bereits mehr als 210 Milliarden Euro zurückgelegt. Zum Vergleich: Die TK als umlagefinanzierte GKV hat für ähnlich viele Versicherte, rund 10 Millionen, gerade mal Finanzreserven von knapp 1,1 Milliarden Euro. Man sieht deutlich, wer nachhaltiger ist.
      (Stefan Reker, PKV-Verband)

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