Kommentar: Trump-Drohung bedeutet Ende der transatlantischen Partnerschaft

Spätestens jetzt dürften auch die letzten Beschwichtiger nachdenklich werden. Der US-Präsident kündigt für all jene europäischen Länder, die sich bei seinem völkerrechtswidrigen Versuch der Annexion Grönlands an die Seite Dänemarks stellen, Strafzölle an.
Das ist mehr als ein Affront des „Anführers der freien Welt“, von denen es im ersten Jahr der zweiten Präsidentschaft schon so viele gegeben hat. Es ist ein Grenzübertritt, der sich diesseits des Atlantiks wie die Einreichung einer transatlantischen Scheidung anfühlen muss. Das Ende einer Partnerschaft, von der beide Seiten seit dem Zweiten Weltkrieg so profitiert haben. Einer Partnerschaft auch, die die Basis für eine Weltordnung geschaffen hat, die vielen Ländern dieser Welt 80 Jahre relativen Frieden und Wohlstand gebracht hat.
Donald Trump zerstört diese Pax Americana. Er macht es mutwillig und er bedient sich dabei mafiöser Erpressermethoden, die der ältesten Demokratie, die in diesem Jahr ihren 250. Geburtstag feiert, nicht würdig sind.
Die Zeiten der Beschwichtigungen und mitunter peinlichen Unterwerfungsgesten vonseiten der Europäer sind vorbei. Diese Strategie ist gescheitert. Es ist sogar wahrscheinlich, dass diese aus der Not geborene Anbiederungstaktik das Gegenteil des Intendierten bewirkt hat. Sie stellte einen Anreiz für einen ohnehin entfesselten Präsidenten dar, noch robuster gegenüber der Europäischen Union zu agieren.