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KommentarTui hat sich aus der Krise gekämpft

Hohe Verluste, hohe Schulden, Vertrauensverlust bei Investoren – der Reisekonzern stand am Abgrund. Dass er es dennoch aus dem Tief schaffte, liegt auch an einem Trend, der schon totgesagt war.Jens Koenen 16.02.2024 - 11:16 Uhr
Logo von Tui: Nach der schweren Krise zeichnet sich beim Reisekonzern eine Normalisierung ab. Foto: dpa

Sebastian Ebel, der Chef des Reisekonzerns Tui, hat es am Dienstag mit einem Satz auf den Punkt gebracht. Die Tui von morgen sei nicht die, die man kennt, und die Tui von heute sei nicht mehr die Tui von vor zwei oder drei Jahren, sagte der Manager auf der Hauptversammlung.

Sprich: Die Vergangenheit ist Vergangenheit, es gilt, nach vorne zu schauen. Das mag banal klingen, ist es aber nicht. 

Für die Anteilseigner jedenfalls ist das eine gute Nachricht. Sie haben schwierige Jahre hinter sich. Der Aktienkurs seit Monaten im Keller, keine Dividende, Kapitalmaßnahmen – Europas größter Reisekonzern hat seinen Aktionären viel abverlangt.

Auch wenn die Pandemie eine der wesentlichen Ursachen für das Debakel war – Tui hatte schon vorher Probleme. Die Bilanz war alles andere als gesund, als das Coronavirus den weltweiten Tourismus lähmte. Regelmäßig versprach das Management zu viel und konnte dann nicht liefern.

Heftig wurde deshalb diskutiert, ob es richtig sei, das Unternehmen mit Steuergeld zu retten. Schließlich ist Tourismus keine kritische Infrastruktur. Hätte es Tui nicht durch die Krise geschafft – die Politik und damit der Steuerzahler wären wohl auf einem Teil des geliehenen Geldes sitzen geblieben.

Die Staatshilfe für Tui war im Rückblick richtig

Nun sind die Hilfen zurückgezahlt, sogar mit Zinsen. Und Europa und Deutschland haben nach dem Scheitern von Thomas Cook auch weiterhin einen Anbieter in einem Markt, in den die Menschen viel Geld investieren und der stärker wächst als die allgemeine Wirtschaft. Davon profitieren alle: die Kunden, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Tui und letztlich auch die Aktionäre.

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Das Darben hat ein Ende. Das liegt auch an einem Trend, der eigentlich schon längst totgesagt war: der Pauschalreise. Fertig gepackte Reisen schienen aus der Zeit gefallen zu sein und damit auch das Kerngeschäft einer Tui. Doch anders als erwartet gibt es weiterhin eine Nachfrage nach solchen Angeboten. Die Pauschalreise erlebt ein regelrechtes Comeback – freilich in einem neuen Gewand.

Das Schlagwort lautet dynamische Paketierung. Die Kunden stellen ihr Reisepaket selbst zusammen – mit Produkten von Tui, aber auch mit Angeboten externer Partner wie Airlines und Hotels. Dieses Geschäft wuchs laut Tui zwischen Oktober und Dezember um 24 Prozent.

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Eines hat sich offenbar trotz Individualisierung und Internet nicht geändert: Die Menschen wollen vor ihrem Start in den Urlaub wissen, was sie vor Ort bekommen. Und sie wollen dafür einen Schutz etwa im Falle unvorhersehbarer Probleme. Hier kann die Pauschalreise punkten, und damit auch Tui.

Erstpublikation: 13.02.2024, 16:35 Uhr.

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