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Kommentar Wo Hilfe am dringendsten ist, ist die Fed so gut wie machtlos

Die US-Notenbank tut alles für eine wirtschaftliche Erholung. Doch selbst die beste Strategie wird nichts nützen, denn alleine kann sie die US-Wirtschaft nicht stützen.
17.09.2020 - 16:05 Uhr Kommentieren
Der Chef der US-Notenbank warnt vor einer Welle an Obdachlosigkeit. Quelle: Reuters
Jerome Powell

Der Chef der US-Notenbank warnt vor einer Welle an Obdachlosigkeit.

(Foto: Reuters)

Früher als gedacht hat die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) Details zu ihrer neuen Strategie veröffentlicht. Fed-Chef Jerome Powell will damit unnötige Spekulationen vermeiden und deutlich signalisieren, dass die Währungshüter weiterhin alles für eine wirtschaftliche Erholung tun werden.

Konkret heißt das: Die Fed wird die Zinsen erst dann anheben, wenn wieder Vollbeschäftigung herrscht, die Inflation bei zwei Prozent liegt und auf dem Weg ist, diese Marke für eine geraume Zeit zu überschreiten. Unmissverständlich ist damit die Niedrigzinsphase zementiert, die sicher bis 2023 und vermutlich noch länger anhalten wird.

Die Fed will nicht mit möglicherweise voreiligen Zinserhöhungen den Aufschwung kaputt machen. Stattdessen stellt sie so sicher, dass auf dem Arbeitsmarkt möglichst viele Amerikaner profitieren, so wie es zuletzt vor dem Ausbruch der Coronakrise war, als die Arbeitslosenquote auf einem Rekordtief von 3,5 Prozent lag.

Doch auch mit der neuen Strategie wird klar, dass die Fed nur begrenzten Spielraum hat. Ihre schnelles und entschlossenes Eingreifen im März hat Engpässe und Ängste an den Finanzmärkten schnell gelöst. Im Nachhinein ist klar, dass sie für die Wall Street zu viel Gutes getan hat, was sich in hohen Aktienkursen und niedrigen Finanzierungskosten für hochverschuldete Unternehmen widerspiegelt.

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    Dort, wo gerade am dringendsten Hilfe gebraucht wird, kann die Notenbank jedoch kaum helfen. Ein 600 Milliarden Dollar schweres Programm, dass Banken die Kreditvergabe an Mittelständler erleichtern soll, ist gefloppt. Die Konditionen sind zu streng, was auch daran liegt, dass die Fed nur Kredite an solvente Unternehmen vergeben darf.

    Nicht jeder braucht Hilfen

    Gebraucht werden Hilfen jedoch gerade bei Unternehmen, die von den Shutdowns hart getroffen sind und deren Umsätze weiterhin ausbleiben, wie Restaurants, Fitness-Studios, Event-Veranstalter. Gebraucht wird Hilfe auch bei den Millionen von Arbeitslosen. Jeder zehnte Haushalt in der größten Volkswirtschaft der Welt gibt an, nicht genug zu essen zu haben. Powell warnt vor einer Welle der Obdachlosigkeit.

    Es bedarf daher neuer und zielgenauer Unterstützung aus der Fiskalpolitik. Die hat sich lange blenden lassen von der vergleichsweise schnellen Erholung der Wirtschaft. Die Arbeitslosenquote fiel im August auf 8,4 Prozent. Vier Monate vorher lag sie noch bei knapp 15 Prozent.

    Und natürlich braucht nicht jeder Hilfen, Tech-Unternehmen gehören beispielsweise zu den großen Gewinnern. Doch es wäre fatal, sich jetzt nicht um die Verlierer zu kümmern. Die Konsequenzen werden sich in den kommenden Monaten auch in den Wirtschaftsdaten widerspiegeln. Auch die beste Fed-Strategie wird dagegen nicht viel ausrichten können.

    Mehr: Die Fed erklärt ihre neue Strategie und drängt die US-Politik zu weiteren Staatshilfen.

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