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Federal Reserve Nach dem Strategiewechsel richten sich alle Augen auf die Fed

Bei der letzten Sitzung der Notenbank vor der US-Präsidentschaftswahl hoffen Investoren auf Hinweise, ob die Fed die Wirtschaft weiter stützen könnte.
16.09.2020 - 03:55 Uhr Kommentieren
Der Druck auf die Notenbank ist erneut groß. Quelle: Reuters
Jerome Powell bei einer Anhörung im US-Kongress

Der Druck auf die Notenbank ist erneut groß.

(Foto: Reuters)

Denver, Frankfurt Während sich Republikaner und Demokraten weiter über neue Staatshilfen streiten, richten Anleger ihre Hoffnung wieder einmal auf die US-Notenbank Federal Reserve (Fed). Die obersten Währungshüter des Landes tagen am Mittwoch zum letzten Mal vor der Präsidentschaftswahl am 3. November.

Anleger und Ökonomen setzen auf Antworten der Fed auf zwei wichtige Fragen: Könnte die Notenbank mit zusätzlichen Maßnahmen die Wirtschaft stützen, falls sich Präsident Donald Trump nicht mit dem Kongress auf ein neues Hilfspaket einigen kann? Und wie soll die neue Inflationsstrategie genau umgesetzt werden, die Fed-Chef Jerome Powell Ende August bei der Notenbankertagung in Jackson Hole grob vorgestellt hatte?

Powell hatte eigentlich darauf gehofft, dass die Regierung längst ein neues Hilfspaket auf den Weg gebracht hätte. Seit Monaten verhandeln Trumps Republikaner mit den Demokraten. Doch eine Einigung ist immer noch nicht in Sicht. Der Notenbankchef hatte bereits bei den letzten beiden Pressekonferenzen im Juni und im Juli angedeutet, dass die von der Coronakrise schwer getroffene Volkswirtschaft weitere Unterstützung sowohl von fiskalpolitischer Seite als auch von der Geldpolitik brauchen könnte. Allerdings wollte er nicht, dass die Notenbanker allein die Wirtschaft stützen.

Die Zeit drängt. Im Mittelstand ist bereits im August eine Pleitewelle losgerollt, die sich in den kommenden Monaten noch deutlicher bemerkbar machen könnte. Die Investmentbank Goldman Sachs befragte 860 kleine und mittelständische Unternehmen zur Nutzung der im Frühjahr bewilligten Staatshilfen. Daraus geht hervor, dass rund 90 Prozent der Firmen ihre Gelder schon aufgebraucht haben und planen, Mitarbeiter in den kommenden Monaten zu entlassen. Die Arbeitslosenquote fiel im August auf 8,4 Prozent. Doch Ökonomen warnen, dass die Zahl die wahren Schäden für die Volkswirtschaft nicht ausreichend widerspiegeln würde.

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    Sollte es nicht zu einem Deal in Washington kommen, könnte das die wirtschaftliche Erholung verzögern, warnen Ökonomen der Investmentbank Morgan Stanley. Demnach könnte es ein halbes Jahr länger dauern, bis die größte Volkswirtschaft der Welt wieder auf dem Vorkrisenniveau ankommt.

    Die Ökonomen hatten nach dem zwei Billionen Dollar schweren Hilfspaket im März mit weiteren Hilfen in Höhe von 1,5 bis zwei Billionen Dollar gerechnet. Sollten diese nun ausfallen, könnte die Erholung von Mitte 2021 bis ins vierte Quartal des kommenden Jahres herausgezögert werden.

    Märkte sind bisher noch in „gesunder Korrektur“

    Das erhöht den Druck auf die Fed. Die Notenbanksitzung trifft die Märkte zudem in einer empfindlichen Zeit. „Sie sind mitten in einer vermutlich gesunden Korrektur“, gibt Ebrahim Rahbari, Ökonom der Citigroup, zu bedenken. Doch ohne neue stützende Signale aus der Politik oder von der Fed „könnten sich die Finanzierungsbedingungen so weit verschärfen, dass sie die derzeitige Erholung belasten.“

    Rahbari geht davon aus, dass Powell am Mittwoch die Bereitschaft der Fed zu Anleihekäufen „auf dem derzeitigen Niveau oder höher“ signalisieren wird, auch wenn es kurzfristig keinen Bedarf gebe, die Käufe zu erhöhen. „Die Fed wird vermutlich einräumen, dass die Wirtschaft sich schneller erholt hat, als sie noch im Juni angenommen hat. Doch der Ausblick bleibt unsicher. Daher muss sie zeigen, dass sie bei Bedarf weiterhin alle Instrumente einsetzen wird.“

    Die Währungshüter werden am Mittwoch auch im Rahmen der sogenannten „Dot Plots“ ihre Schätzungen für das Wirtschaftswachstum und die Inflationsrate für die kommenden drei Jahre veröffentlichen.

    Antworten fordern Investoren auch mit Blick auf die neue Strategie der Fed. Die Geldpolitik steuert das Inflationsziel von zwei Prozent nun weitaus flexibler an als bisher schon, wie Powell Ende August in Jackson Hole verkündete. Zudem will die Fed fortan ein noch größeres Augenmerk auf Vollbeschäftigung und einen guten Arbeitsmarkt für möglichst alle Bevölkerungsgruppen legen. Doch ob und wie genau sich dieser neue Ansatz auf das geldpolitische Statement der Fed und auf den Ausblick niederschlagen wird, ist bislang noch unklar.

    Ökonomen weisen zudem darauf hin, dass es schwierig werden wird, die Inflation tatsächlich auf über zwei Prozent zu bekommen. Während Notenbanken früher noch eine zu hohe Inflation zu verhindern suchten, liegt die Inflationsrate seit der Finanzkrise im Jahr 2008 auf einem anhaltend niedrigen Niveau.

    Und während die Preise für Gebrauchtwagen im August überraschend deutlich anzogen, könnten die Kosten für Miete in den kommenden Monaten fallen, warnen Ökonomen der Deutschen Bank in einer aktuellen Studie. Sie gehen davon aus, dass die Inflation nicht vor 2023 auf das Niveau von zwei Prozent zurückkehren wird.

    Mehr: Begrenzte Mittel, wenig Zuversicht: Zweifel an Umsetzung der neuen Fed-Strategie wachsen.

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